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Spargelsaison in Brandenburg gestartet

Beelitz - Sonnenschein und allseits zufriedene Gesichter zum Auftakt der neuen Spargelsaison - denn das Frühlingswetter lässt das wärmeliebende Edelgemüse sprießen wie selten zuvor.

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Die inter­natio­nale Finanz- und Wirt­schafts­krise scheint den Bran­den­bur­ger Spar­gel­bau­ern aus einer Klemme zu helfen: Ihnen stehen wieder genügend ausländische Erntehel­fer zur Verfügung.

Entsprechend fleißig werden auf den Feldern rund um Beelitz (Potsdam-Mittelmark) sowie den Regionen Prignitz, Havelland und Lausitz die weißen und grünen Stangen gestochen.

«Im April werden wir eine Rekordernte erzielen, so wie wir sie noch nie gesehen haben», sagte Landwirt Jürgen Jakobs, stellvertretender Vorsitzender des Beelitzer Spargelvereins, zum Saisonstart an der Bockwindmühle in Beelitz. «Von der erwarteten Gesamtmenge in der Region von 6000 Tonnen bis zum 24. Juni könnten schon im April rund 30 Prozent erzielt werden.»

Mit einem geübten Stich in den Erdwall starteten der Agrarminister und die Spargelkönigin offiziell die Erntezeit. Minister Dietmar Woidke - in Anzug und Krawatte - ließ dieses Mal der Hoheit Caroline Wegner den Vortritt und war ganz Kavalier. Galant hielt er der Königin den Rocksaum, als sie sich niederhockte, um eine zarte weiße Stange aus dem trockenen märkischen Sand zu stechen.

Von den guten Perspektiven der Spargelbauern sollen auch die Verbraucher profitieren: Sie zahlen für das Kilogramm im Augenblick deutlich weniger als im vergangenen Jahr. 2008 fiel der Saisonstart buchstäblich ins Wasser. «Es gab Jahre, da haben wir zum Beginn jede Stange einzeln gezählt», erinnerte Woidke an schlechtere Zeiten.

Die guten Ernteaussichten erfreuten den Landespolitiker in doppelter Weise. Die obligatorischen Klagen der Landwirte bleiben aus und gute Geschäfte sind positiv für die allgemeinen Finanzen. «Der Spargel hilft hoffentlich, guten Umsatz zu machen und das füllt wiederum die Staatskasse», stellte Woidke fest. Außerdem ziehe der Spargel zunehmend mehr Leute auf das märkische Land.

Aktuell kostet das Kilogramm bester Qualität auf den Höfen zwischen sechs und acht Euro. Im vergangenen Jahr, als überall Pfützen, aber kaum Spargelstangen auf den Feldern standen, waren es deutlich mehr als zehn Euro. Die Anbieter erwarten, dass sich die Preise noch bis Ende April auf dem jetzigen Niveau halten. «Ab Anfang Mai werden die Verbraucher natürlich immer weniger bezahlen müssen», meinte Jakobs.

Das Edelgemüse ist zu einem gewichtigen Faktor des Brandenburger Gartenbaus geworden. Aktuell wird auf 2860 Hektar Spargel im Brandenburg angebaut, das sind 150 Hektar mehr als 2008. Vor 20 Jahren waren es laut Woidke erst ganze 500 Hektar - die Versechsfachung der Anbaufläche sei eine «Erfolgsgeschichte». Allein auf die Beelitzer Region entfallen 1070 Hektar. Kein anderes Gemüse habe im Land einen solchen Aufschwung erlebt wie der Spargel, bemerkte der SPD-Politiker.

Doch an der Erfolgsschraube kann nicht unendlich weitergedreht werden. «Ich sehe schon eine Grenze des Wachstums», sagte Jakobs. Er sieht nicht mehr viel Luft für eine weitere Ausweitung der Fläche in der Region. «Man merkt dies selbst beim Spargelabsatz. Eine gewisse Menge ist vernünftig zu veräußern. Darüber hinaus ist ein Verkauf sehr schwer. Und wenn wir versuchen, in andere Regionen zu exportieren, die selbst Spargel anbauen, macht das wenig Sinn.»

Auf den Feldern südlich von Potsdam wird bei den Erntehelfern wieder verstärkt Polnisch gesprochen, denn wegen der internationale Finanz- und Wirtschaftskrise ist die harte Feldarbeit auch für Polen erneut attraktiv geworden.

dpa-infocom