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Mainz 05

Kein Harakiri mit teuren Spielern

Mainz Die Feierlichkeiten sind beendet. Beim Aufsteiger FSV Mainz 05 beginnt nun die intensive Arbeit, einen schlagfertigen Bundesligakader auf die Beine zu stellen, der die schwierige Aufgabe Klassenverbleib schaffen kann. "Der Abstiegskampf hat schon begonnen", sagt Manager Christian Heidel.

Am Montag nach dem großen Aufstiegsfest hatten sich die Verantwortlichen am Bruchweg einen Tag Pause gegönnt. Gestern tagten Trainer und Management, um die Aufgaben, die in den kommenden Tagen und Wochen beim FSV Mainz 05 anfallen, zu besprechen. Die Strategie steht fest. "Wir wollen eine hungrige Mannschaft aufbieten, die einen Riesenspaß hat, in der Bundesliga zu spielen. Die aber auch in der Lage ist, Rückschläge einzuplanen und damit umgehen zu können", sagt Christian Heidel.

Für den Manager des Aufsteigers beginnt nun die intensivste Arbeitszeit. Heidel muss in Absprache mit der sportlichen Leitung einen Kader zusammenstellen, der die schwierige Aufgabe angehen kann, den Klassenverbleib in der Ersten Liga zu bewältigen. Denn um nichts Anderes geht es jetzt beim Neu-Bundesligisten.

"Irgendjemand hat gesagt, am Sonntag um 15.48 Uhr habe der Abstiegskampf begonnen", sagt Heidel. "Das ist absolut richtig. Dieser Rolle müssen wir uns völlig bewusst sein. Allen muss klar sein, dass wir vom ersten Spieltag an mit dem Rücken zur Wand stehen. Unser Ziel muss heißen: Platz 15 - ohne jegliche Garantie."

Alles Andere, so der 05-Manager , sei komplett illusorisch. "Auch unseren Fans muss das klar sein. Eine falsche Erwartungshaltung wäre fatal." Zumal mit dem Karlsruher SC und Arminia Bielefeld zwei Vereine abgestiegen sind, die wirtschaftlich in einer Liga mit den 05ern spielen. Sollte es nun in der Relegation auch noch Energie Cottbus treffen, wäre ein weiterer, den 05ern ähnelnder Gegner, raus. Der 1. FC Nürnberg mit seinen Möglichkeiten steht wirtschaftlich weit über den Mainzern. "Cottbus, Bochum, Freiburg spielen in unserer Liga und alle haben das Ziel, drin zu bleiben. Wichtig ist, dass man weiß, wo man eingeordnet ist", erklärt der Manager. "Aber genau das ist ja auch der Reiz an der Geschichte." Denn es gibt genügend Beispiele dafür, dass auch finanziell deutlich besser gestellte Klubs ihre Probleme kriegen und an der Abstiegskampflinie entlang schliddern. Siehe Borussia Mönchengladbach oder Eintracht Frankfurt.

Von den Stammspielern der Zweitligasaison müssen Markus Feulner und Roman Neustädter ersetzt werden. Im Fall von Delron Buckley gibt es beiderseits keine Ambitionen den ausgelaufenen Vertrag zu verlängern. Jahmir Hyka und Dragan Bogavac sollen nach Möglichkeit ausgeliehen werden. "In diesem Jahr werden wir in Sachen Transferausgaben äußerst defensiv agieren", erklärt Heidel und stellt klar, dass sich der Aufsteiger keine großen Ablösesummen leisten kann. "Weil die Einnahmen nicht da sind. Wir haben nicht vor, jemanden teuer zu verkaufen, um in neue Spieler zu investieren", erklärt der 05-Manager kategorisch. Das bedeutet, Aristide Bancé, für den Interesse aus der Bundesliga besteht oder Tim Hoogland, an dem Erstligisten interessiert sind, würden keine Freigabe vom Bruchweg erhalten.

"Für uns heißt das aber auch , dass wir sehr zurückhaltend auf dem Transfermarkt auftreten und nur Spieler holen, deren Verträge ausgelaufen sind, oder die eventuell ausgeliehen werden können oder wirklich günstig zu kriegen sind", betont Heidel. Maximal vier Neuzugänge neben dem bereits verpflichteten Filip Trojan (St. Pauli) hat Heidel eingeplant. "Wir machen kein Harakiri. Für jeden Mannschaftsteil noch einen Zugang."

Interessant ist die Entwicklung auf der Torhüterposition. Heidel hat mit Christian Wetklo ein langes Gespräch geführt und mit dem bislang zweiten Keeper die Idee entwickelt, den 29-Jährigen für ein Jahr auszuleihen. Denn die Mainzer werden einen neuen Torhüter verpflichten. "Einen, dem wir zutrauen, dass er in der Bundesliga spielen kann. Und zwar sofort", erklärt der Manager. Das bedeute nicht, dass der Klub Dimo Wache eine neue Nummer eins vor die Füße setzen wolle, aber der Verein wolle zwei Torhüter, die ambitioniert seien, die Nummer eins zu sein. "Der Bessere spielt." Für Daniel Ischdonat wäre in dem Fall kein Platz mehr frei, da der dritte Torhüter ein Perspektivmann aus den eigenen Reihen sein soll.

Die 05er suchen für Wetklo also einen Verein, bei dem der Torhüter ein Jahr als Stammspieler auftreten kann. Nach Abschluss dieser Saison, wenn Wache als Aktiver aufhört, könne man die Situation neu bewerten, ohne einen guten Torhüter vorzeitig weggeschickt zu haben. Ein ähnliches Projekt könnte für Mario Vrancic in Frage kommen. Der junge Mittelfeldspieler aus der eigen Jugend hat bisher nicht den Durchbruch geschafft. "Mario muss nun höher spielen als Regionalliga", sagt Heidel. "Wir prüfen, ob er eine Chance hat, bei uns zu spielen. Wenn nicht, könnte ich mir vorstellen, ihn mit Vertragsverlängerung für ein Jahr auszuleihen, damit er Praxis sammeln kann." Einfach so abgeben, möchten die 05er das vielversprechende Talent nicht. "Dazu hat er einfach zu viel Potenzial."

In absehbarer Zeit wird sich personell also einiges tun am Bruchweg. "Wir sind in einigen Fällen schon in Gesprächen", bestätigte der 05-Manager, "aber in den meisten Dingen noch in der Sondierungsphase." (Jörg Schneider)

RZO


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