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Bombenfund in Koblenz: Pfingsten wird rund um das Schloss geräumt

Koblenz In Koblenz ist wieder eine Bombe gefunden worden. Etwa 1300 Einwohner müssen am Pfingstsonntag ihre Wohnungen rund um das Schloss bis spätestens 9 Uhr verlassen haben: Denn dann wird der Kampfmittelräumdienst versuchen, die 125 Kilogramm schwere amerikanische Fliegerbombe zu entschärfen.

Die war am Mittwoch bei Bauarbeiten in der Stresemannstraße gefunden worden (die RZ berichtete). „Über die Dauer der Sperrung können wir noch keine Aussage treffen“, erklärt Oberbrandrat Markus Obel auf Nachfrage der RZ. Der stellvertretende Leiter des Amts für Brand- und Katastrophenschutz ist mit den umfangreichen Vorbereitungen der Evakuierung beschäftigt. „Denn auch wenn ,nur’ 1300 Menschen betroffen sind, fahren wir das volle Programm.“ Hintergrund: Bei der letzten Evakuierung in Koblenz im November 2007 mussten annähernd 10 000 Menschen ihre Häuser verlassen.

„Diesmal kommt uns die Örtlichkeit mit vielen Geschäften und wenig Wohnraum entgegen“, unterstreicht auch Ralf Schomisch, Pressesprecher der Polizei. Wie immer bei Bombenentschärfungen unterstützen dessen Kollegen das federführende Ordnungsamt bei der Evakuierung, regeln beispielsweise den Verkehr. Für die Entschärfung muss ein Gebiet begrenzt durch das Rheinufer, den Görresplatz, die Casinostrasse bis unmittelbar vor den Friedrich-Ebert-Ring geräumt werden. Ebenfalls betroffen sind drei Tiefgaragen: Dauerparker der Tiefgaragen Zentralplatz, Görresplatz und Schängelcenter sollten ihre Fahrzeuge bis Sonntag, 9 Uhr, abholen – ansonsten müssen sie warten, bis die Behörden Entwarnung geben.

Die Sprengladung ist mit zwei Aufschlagzündern ausgestattet. „Der Kampfmittelräumdienst muss die Bombe zunächst reinigen und dann schauen, wie stark diese Zünder beschädigt sind“, erklärt Obel. Sind die Zünder in gutem Zustand, kann relativ schnell Vollzug gemeldet werden. Doch entgegen der weitläufigen Meinung ist dies keinesfalls sicher, warnt Obel. „Bei der Bombe auf dem Zentralplatz war beispielsweise ein Zünder gebrochen – die Entschärfung war somit brandgefährlich.“

Jede Bombenentschärfung berge Gefahren, fährt Obel fort. Sogar tödliche, wie Beispiele aus anderen Bundesländern zeigten. „Die Evakuierung ist also kein Spaß, sondern dringend notwendig“, warnt der Oberbrandrat vor Leichtsinn bei den betroffenen Bürgern. Denn immer wieder kommt es vor, dass Leute der Aufforderung, ihre Wohnung zu räumen, nicht nachkommen. „Auch in diesen Fällen helfen wir dann aus und holen die uneinsichtigen Leute aus ihren Wohnungen“, so Ralf Schomisch. Die Folge: Verzögerungen für alle. „Denn der Kampfmittelräumdienst beginnt erst dann mit seiner gefährlichen Arbeit, wenn wirklich jede Wohnung verlassen ist“, unterstreicht Obel.

Schon im November 2007 musste ein Spiel des Zweitligisten TuS Koblenz ebenso verlegt werden wie der Sessionsauftakt der Karnevalisten. Damals sorgte die Entschärfung einer Fliegerbombe dafür, dass 10 000 Menschen ihre Wohnungen verlassen mussten.

Tobias Lui

RZO