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Musik

Dave Brubecks «Time Out» neu aufgelegt

Hamburg 1959 war ein magisches Jahr in der Geschichte des Jazz. John Coltrane ging mit dem Album «Giant Steps» voran, Ornette Coleman blickte mit «Tomorrow is the Question» in die Zukunft, Charles Mingus emanzipierte den Bass auf «Mingus Ah Um», Miles Davis wurde unsterblich mit «Kind Of Blue». What a Year!

Und da war noch Dave Brubeck, der nach einem Dutzend Alben mit seinem Quartett das Meisterwerk «Time Out» einspielte. Das ungeheuer populäre Album verkaufte sich als erstes Jazzalbum überhaupt mehr als eine Millionen Mal und hielt sich mehr als drei Jahre in den Charts. Und dabei wollten die Bosse bei Columbia Brubecks durchaus experimentellen Geniestreich zunächst gar nicht produzieren. Zu den rhythmisch vertrackten Stücken könne man nicht tanzen, hieß es, außerdem waren keine Standards dabei, und das Albumcover bestand aus einem abstrakten Gemälde. Aber Brubeck setzte sich durch, und behielt nicht nur mit den beiden Hits «Take Five» und «Blue Rondo A la Turk» recht.

Jetzt liegt dieses bahnbrechende Jazzalbum, das auch heute noch so zupackend, swingend und energiegeladen klingt wie vor 50 Jahren, in einer opulenten «Legacy Edition» vor. Dazu gibt es eine zweite CD mit bislang unveröffentlichten Aufnahmen des Dave Brubeck Quartett beim Newport Jazzfestival, ein umfangreiches Booklet mit einem Essay von Ted Gioia sowie eine DVD mit einem Interview mit Brubeck. Darin erzählt der Meister im Rückblick noch einmal die Geschichte des Albums.

Seine Mitspieler waren einfach fantastisch, der elegante Paul Desmond am Altsaxophon, der das unsterbliche «Take Five» geschrieben hat, Drummer Joe Morello, der die Wahnsinns-Rhythmen von Brubeck kongenial aufnahm, sowie Eugene Wright am Bass, der ruhende Pol des Ganzen. Wer eine Sternstunde des Jazz kennenlernen will, kommt an dieser Ausgabe nicht vorbei.

dpa-infocom