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Rock am Ring 2009 Festival-Fotos

"Rock am Ring": Festival der Rückkehrer

Nürburgring "Rock am Ring 2009" ist Geschichte. Aber war das Festival auch historisch? Zumindest katapultierte sich eine Reihe von Bands zurück in die Gegenwart, die bis dato eher dem Pop-Vergessen anheim gefallen war.

Nachrichten vom Comeback-Festival - die Protagonisten sind Limp Bizkit, The Prodigy, die Guano Apes und Selig. Willkommen zurück!.

Schwelgen in alten Zeiten - auch das gehört zu "Rock am Ring": Weißt du noch, wie"s früher war? Wobei dieses "Früher" für aktuelle Ringrocker die 90er-Jahre zu sein scheinen. Die feierten jedenfalls bei der Auflage des Eifel-Festivals am Wochenende ihr Revival.

Das lag vor allem daran, dass wichtige Protagonisten der 90er-Jahre-Rockmusik bei "Rock am Ring" ihr Comeback starteten, allen voran die Nu-Metaller von Limp Bizkit. Ihre Show zum Hauptbühnen-Ausklang am Sonntagabend zeigte eindrucksvoll, dass die Synthese aus harter Rockmusik und Hip-Hop nicht nur unter Laborbedingungen abgeht. Mit "My Generation" begann ein Konzert, das dem Ring "09 eine bis dato nicht immer erreichte Intensität verlieh.

Das Publikum störte sich auch nicht daran, dass die Show im Vergleich zu den Headliner-Auftritten der Vorjahre eher spartanisch ausfiel - kaum Bühnenaufbau, einzig die Gesichter der Bandmitglieder in Graffiti-Optik schmückten die gigantische Centerstage. Eine Deutschland-Fahne umhüllte das DJ-Pult. Fred Durst trug seine rote Kappe zur Regenjacke. Vermutlich sollte das wenige Tamtam sagen: Es geht um Musik, hört her! Wer diesem Aufruf folgte, hörte messerscharfe Gitarren auf einem dicken Bass-Schneidebrett. Klar und exakt funkelte diese Band - sie ist wieder da.

Ebenso die Guano Apes aus Göttingen. Die Truppe um Sängerin Sandra Nasic hatte allerdings bei ihrem Comeback ein leicht fremdelndes Publikum vor sich, das den Hit "Open Your Eyes" zwar bejubelte, ansonsten aber Zurückhaltung zeigte.

Das war bei den dritten Rückkehrern von The Prodigy gründlich anders. Starkstrom in Noten gekleidet, zwischen Drum "n" Bass und Discorock - Keith Flint und Co. räumten richtig schwer ab.

Auch Selig reihten sich in die Riege der Wiedervereinigten ein. Ein ganzes Jahrzehnt hat die Band "geschlafen" - und traute sich kurz nach dem Aufwachen direkt auf die Centerstage. Seligs neuer Sound ist quasi der alte - irgendwo zwischen Grunge und Hippie-Metal, wie die Band selbst sagt. Das ist alles andere als zeitgemäß. Und doch war ihr Auftritt ein furioser Erfolg. Bei fast jedem Lied setzte ein "Stimmt, den Hit hatten die ja auch"-Effekt ein. Die Menge sang, tanzte und erinnerte sich - für eine Stunde waren alle wieder selig. Deswegen sangen die Fans auch beim Opener zur Rückkehr "So richtig wichtig ist es nicht" leise, aber dafür hinterher aus vollem Hals: "Es ist so oh, ohne dich! Es ist so widerlich, ich will das nicht."

Nach dem Ring ist vor dem Ring - und so richten sich die Blicke jetzt schon aufs Festival im nächsten Juni. Es gibt etwas zu feiern: "Rock am Ring" wird 25 Jahre alt. Womit werden sich die Festivalmacher beschenken? André Lieberberg, der für das Programm verantwortlich ist, gibt sich noch zugeknöpft, verrät nur kryptisch, dass es wohl einen deutschen Headliner geben soll, der in den nächsten Monaten ein neues Album vorlegt. Die Beatsteaks und Rammstein werden sogleich orakelt. Für beide wäre es eine Rückkehr. Zum Ring. (Tim Kosmetschke und Markus Kuhlen)

RZO