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Prozesse

Shell zahlt im Fall Saro-Wiwa Millionensumme

New York/Nairobi Knapp 14 Jahre nach der Hinrichtung des nigerianischen Schriftstellers Ken Saro-Wiwa und anderer Aktivisten hat sich der Ölkonzern Shell außergerichtlich zur Zahlung von 15,5 Millionen Dollar bereiterklärt.

Saro-Wiwa hatte Shell und anderen Ölkonzernen vorgeworfen, einen «ökologischen Krieg» gegen sein Volk zu führen. 1995 wurde er von einem Sondergericht wegen angeblicher Beihilfe zum Mord zum Tode verurteilt und hingerichtet. Ein Anwalt der Kläger, Paul Hoffman, sagte der britischen BBC: «Wir haben mit Shell 13 Jahre lang einen Prozess geführt, jetzt werden die Kläger für die Menschenrechtsverstöße entschädigt, die sie erlitten haben.»

Wie «New York Times» und BBC am Dienstag berichteten, hatten die Familien der Hingerichteten das Unternehmen beschuldigt, an Mord und Folter durch das frühere nigerianische Militärregime beteiligt gewesen zu sein. Ziel sei es gewesen, Kritiker zum Schweigen zu bringen. Vor einem Gericht in New York sollten ursprünglich in der kommenden Woche Details über die Aktivitäten von Shell im ölreichen Nigerdelta in den 90er Jahren offengelegt werden. Der Sohn von Saro-Wiwa, Ken Wiwa, sagte in einem Interview mit dem TV-Sender CNN: «Sie (die Einigung) ermöglicht es uns, einen Schlussstrich unter die Vergangenheit zu ziehen.»

Der Shell-Konzern stritt nach der Einigung am Montag weiter jegliche Rolle beim Tod des nigerianischen Schriftstellers und Trägers des alternativen Nobelpreises ab. Die Zahlung solle kein Schuldanerkenntnis, sondern eine menschliche Geste sein. Fünf Millionen der 15,5 Millionen Dollar (11,1 Mio. Euro) fließen nach Angaben des Anwaltes in einen Treuhandfonds zur Unterstützung der Menschen in der Region Ogoni. Der Rest gehe an die Kläger, außerdem würden von dem Geld die Gerichtskosten beglichen.

dpa-infocom