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Mainz 05

Hüne mit großer Strafraum-Präsenz

Mainz Der FSV Mainz 05 ist auf der Suche nach einem Torhüter fündig geworden. Der Bundesligist verpflichtet Heinz Müller vom englischen Zweitligisten FC Barnsley.

Der 31-jährige gebürtige Frankfurter erhält am Bruchweg einen Vertrag für drei Jahre. Die Ablösesumme beträgt rund 300 000 Euro.

Auf diesen Namen wären wohl die wenigsten gekommen. Heinz Müller, Stammtorhüter des englischen Championship-League-Klubs FC Barnsley, kommt als Verstärkung für die Torhüterposition beim FSV Mainz 05. Christian Heidel bestätigte gestern eine Meldung des "Kicker", der vom Wechsel aus englischen Quellen erfahren hatte.

"Wir haben den Transfer nicht bekannt gegeben, weil nichts unterschrieben ist", sagte der 05-Manager in seinem spanischen Urlaubsort. "Wir sind mit dem Spieler seit etwa zehn Tagen einig, mit dem Klub seit einer Woche. Die Bedingungen sind alle festgezurrt." Weil im englischen Fußball Verträge nicht direkt mit den Klubs ratifiziert werden, sondern über einen Agenten, kommt am nächsten Montag ein Beauftragter des FC Barnsley nach Mainz. Dann werden die Ablöseformalitäten unterschrieben. Müller erhält am Bruchweg einen Dreijahresvertrag. Die kolportierte Ablösesumme von 600 000 Euro ist laut Heidel falsch. Die 05er müssen um die 300 000 Euro für den Keeper hinblättern. Die Summe würde sich dann erhöhen, sollten die 05er in den Uefa-Cup einziehen.

"Heinz Müller unterschreibt für beide Ligen", sagte Heidel und fügte hinzu, der 1,94 Meter hohe Torhüterhüne habe selbst sehr stark mitgeholfen, dass dieser Transfer funktioniere. Müllers Vertrag beim Zweitligisten habe eine Ausstiegsklausel von 750 000 Pfund beinhaltet, die der Bundesligist nicht habe zahlen wollen. "Er wollte jedoch unbedingt zu uns. In England hätte er sicherlich ein schönes Leben gehabt, denn diese Zweite Liga ist eine Top-Liga, nicht mit uns zu vergleichen und mit einem wesentlich höheren Zuschauerschnitt als bei uns." Und mit entsprechenden Vergütungen. "Er wäre auch geblieben, hat jedoch immer gesagt, wenn es eine Chance gebe, wieder in Deutschland zu spielen, wolle er die nutzen", so der 05-Manager.

Müller habe sowohl in Norwegen als auch in England hervorragende Spielzeiten absolviert. Nur im Jahr 2008 musste der Keeper wegen eines Kreuzbandrisses länger pausieren. Was offenbar einen möglichen Wechsel zum FC Arsenal verhinderte. Auch der Deutsche Meister VfL Wolfsburg hatte seine Fühler nach Müller ausgestreckt, sich aber dann für den Schweizer Nationaltorhüter Diego Benaglio entschieden. In der abgelaufenen Saison spielte der 31-Jährige 36 Mal für den FC Barnsley. "Als wir in den vergangenen Jahren im Winter große Nöte hatten im Tor und Daniel Ischdonat zum Einsatz für die verletzten Wache und Wetklo kam, wollten wir Müller bereits verpflichten. Das ist allerdings an der Ablösesumme gescheitert, die wir nun nicht leisten konnten", sagte Heidel. "Wir glauben, dass wir jetzt richtig liegen und einen Torhüter holen, der Dimo Wache auf Augenhöhe begegnet. Wir haben Müller auch gesagt, dass er sich durchsetzen muss."

Um in Ruhe die Fäden ziehen zu können, habe er nie die Falschmeldung dementiert, Mainz 05 suche einen jungen Torhüter. "Das war quatsch. Wir wollten unbedingt einen deutschen Torhüter wegen diverser Lizenzauflagen und der besseren Kommunikation. Wir wollten dazu einen erfahrenen Mann, der Bundesliga spielen kann. Wir haben den Markt sondiert. Uns sind 300 ausländische Keeper angeboten worden." Torhüter wie Gerhard Tremmel oder Markus Miller könne sich Mainz 05 in diesem Jahr einfach nicht leisten. "Wenn ich vier Fünftel meines Budgets für einen Torhüter ausgebe, muss sich niemand wundern, wenn ich dann fürs Mittelfeld oder vorne nur noch Regionalligaspieler holen kann", erklärte der 05-Manager. "Wir wollen aber in der Bundesliga bleiben. Also hole ich jetzt lieber einen erfahrenen und guten 31-Jährigen, der noch gut drei Jahre auf Bundesliganiveau spielen kann. Bei den 23-Jährigen in Deutschland ist die Garantie dafür nicht so groß."

Auch Müller gebe dem Klub natürlich keine Garantie dafür. "Aber wir sind davon überzeugt, dass Heinz ein Original ist. Er hat vor nichts Angst im Spiel, zeigt eine große Präsenz und Dominanz im Strafraum. Vom Typ her ist er keiner, der in schwierigen Situationen die Nerven verliert." Selten zuvor habe sich der Klub derart intensiv umgehört, mit Managern, Trainern, Torhütertrainern gesprochen. Das Echo sei durchweg positiv gewesen. "Jörn Andersen hat sich mit Müller in Frankfurt getroffen und war gleich begeistert von ihm als Typ." (Jörg Schneider)

RZO


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