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Stille Schönheit - Der Schliersee in Oberbayern

Schliersee Idyllisch gelegen, das Wasser glasklar, die Kulisse malerisch - so sieht es am Schliersee aus.

Es ist ein Stück Oberbayern in seiner ganzen Bilderbuchpracht: im Tal auf 785 Metern der Schliersee, 300 Meter höher der Spitzingsee - beides Badeseen mit höchster Wasserqualität.

Zwar ist der Schliersee kein Tummelplatz für die Schönen und Reichen wie der Tegernsee. Doch das ist kein Nachteil. Bis auf das Nordostufer mit der Ortschaft Schliersee sind weite Teile des Gewässers naturbelassen.

Ruhe, gute Luft und ein naturnahes Erlebnis sind in dem 6500-Einwohner-Ort im Sommer so gut wie sicher. Im Winter sieht das anders aus - Schliersee gilt als ältester deutscher Wintersportort. Schon 1888 besorgte sich ein Buchhändler namens August Finsterlin Holzskier aus Finnland und hinterließ die ersten Spuren im Schnee an den Hängen oberhalb von Fischhausen-Neuhaus. Fünf Jahre später war der Schneeschuhverein München gegründet, dessen Mitglieder fortan häufig im Hotel der Familie Finsterlin übernachteten.

Die weitere Entwicklung ging rasant: 1895 bestiegen Abenteuerlustige die 1884 Meter hohe Rotwand mit Skiern, zwei Jahre später stand man schon mit Skiern auf dem Gipfel der Bodenschneid. 1904 wurde das erste Skirennen in Fischhausen ausgetragen, drei Jahre später wurden die ersten Bayerischen Skimeisterschaften ausgerichtet. Der erste Sessellift kam 1949 - das Skifahren hatte sich in der Zwischenzeit zum Volkssport entwickelt.

Auch für die Jugend hatte man zahlreiche Hänge und Lifte im Angebot - und so dauerte es nur noch ein paar weitere Jahrzehnte, bis die Gemeinde Schliersee einen alpinen Weltmeister und Olympiasieger zu ihren Einwohnern zählen durfte: Markus Wasmeier. Der Abfahrtschampion ist auch ein Liebhaber seiner Heimat. Und so wuchs die Idee, nach seiner aktiven Karriere ein Bauernhof- und Wintersportmuseum am Schliersee zu eröffnen. Wasmeier will damit «das kulturelle Erbe pflegen und für kommende Generationen wahren».

Die Idee reifte, nachdem der Olympiasieger den Ab- und Wiederaufbau seines denkmalgeschützten Elternhauses miterlebt und sein eigenes Wohnhaus ebenfalls versetzt hatte. So geschah es auch mit den Höfen, die das Museum ausmachen. Wer es nicht weiß, kann leicht glauben, dass die stattlichen Höfe unter den steinigen Schindeldächern seit 1700 auf dem Plateau oberhalb des Schliersees thronen - und nicht erst seit ein paar Jahren.

Inzwischen geht das Museum in sein drittes Jahr - und die Besucher kommen, von nah und fern. Sie erleben auf dem Lukashof, dem Riederhof, im Handwerkerhaus und der Wirtschaft «Beim Wofen», wie die Menschen vor mehreren Jahrhunderten in den Bauernhäusern lebten und sie bewirtschafteten. Der Riederhof ist das älteste Haus des Museums. Er wurde im Jahr 1200 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und stammt ursprünglich aus Bayrischzell. Der Lukashof stand einst in Finsterwald bei Gmund im Tegernseer Tal.

Der Traum Wasmeiers ist es, diese Höfe in Zukunft nach traditioneller Art bewirtschaften zu lassen. Doch damit nicht genug: Auch traditionell in den Bergen um den Schliersee beheimatete und teils vom Aussterben bedrohte Tierrassen werden in dem Freilichtmuseum gehalten, in den Gärten wachsen Alpenkräuter.

Weitere Auskünfte: Gäste-Information Schliersee, Perfallstraße 4, 83727 Schliersee, Telefon: 08026/606 50

Infos für Schliersee-Gäste: www.schliersee.de Von Verena Wolff, dpa

dpa-infocom