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Wenn der Watzmann ruft - Die Berchtesgadener Alpen

Berchtesgaden Mächtig thront der Watzmann über den Berchtesgadener Alpen.

Seine beiden charakteristischen Spitzen sind auf der Wanderroute «Große Reibe» immer wieder zu sehen.

Sie führt vom Aussichtsberg Jenner bei Königssee über Gotzen- und Wasseralm, Kärlinger- und Ingolstädterhaus ins Steinerne Meer. Auf schmalen Wegen kreuzen die Wanderer friedliche Almen und schroffe Felsen, queren kleine Bäche und kalte Schneefelder. Wer am Ende der Tour noch Kräfte übrig hat, den lockt «König Watzmann» auf seine Gipfel.

Der erste Aufstieg fällt leicht: Eine Seilbahn fährt auf den 1874 Meter hohen Jenner, zu Fuß geht es dann weiter zum Schneibstein, dem ersten Zweitausender der Tour - links liegt Österreich, rechts Deutschland. Nächste Station ist die Gotzenalm, wo es handgemachten Berchtesgadener Schüsselkäse zu probieren gibt. Früh am Morgen verarbeitet Irmgard Moderegger die Milch, die ihre Kuh Mausi gibt.

«Mein Mann melkt noch mit der Hand , bei einer Kuh lohnt eine Maschine nicht», erzählt die Sennerin. Mit einer blaukarierten Kittelschürze, das graue Haar zu einem vierreihigen Kranz geflochten, steht sie in der zugigen Blockhütte. Moderegger mag das Leben hoch in den Bergen: «Man geht im Frühling mit viel Elan auf die Alm.» Aber sie gibt auch zu: «Man geht auch gern wieder heim im Herbst.»

Über die 200 Jahre alte Wasseralm und den Grünsee geht es weiter zur «Himmelsleiter», die zum Kärlingerhaus am Funtensee führt, dem kältesten Ort Deutschlands. Minus 45,9 Grad wurden hier bereits gemessen. Weitere Stationen sind das Steinerne Meer und das Ingolstädter Haus, bevor es zunächst ins Tal zurückgeht - der Aufstieg zum Watzmann folgt an einem anderen Tag.

Der Sage nach sind die Watzmann-Spitzen eine Königsfamilie, die zur Strafe für Grausamkeiten zu Stein verwandelt wurde. Der Königssee im Tal soll aus dem Blut der Blaublütigen gespeist worden sein. Über ihn geht es per Boot nach St. Bartholomä und dann nur noch bergauf zum Watzmannhaus. Dicht gedrängt liegen die meisten Gäste schon um 21.00 Uhr auf den Matratzenlagern. Denn wer den Watzmann überqueren will, hat eine kräftezehrende Tour vor sich.

Während die Sonne emporsteigt, kraxeln die Bergsteiger zum goldenen Gipfelkreuz des Hochecks. Auf dem Weg zur Mittelspitze benötigen sie zum Vorwärtskommen immer häufiger ihre Hände. Immer steiler werden rechts und links die Abgründe, doch dann ist der mit 2713 Metern höchste Punkt des Watzmanns erreicht. Kilometerweit schweift der Blick, ein Sportflugzeug fliegt auf Augenhöhe vorbei.

Am 1,5 Kilometer langen, teils nur einen Meter breiten Grad zur Südspitze bricht der Fels schroff zu beiden Seiten ab. Auch der Abstieg über Geröllfelder und ausgewaschene Bachbetten hat es in sich. Den Wanderern stecken rund 3500 Höhenmeter in den Beinen, als sie am Abend in die Mondlandschaft des Wimbachgries eintauchen. Das Schuttband zieht sich kilometerlang durch das Tal. Just in diesem Moment beginnen die Gipfel des Watzmanns in der untergehenden Sonne zu leuchten. Der «König» sendet einen Abschiedsgruß in Rot-Orange.

Informationen: Tourist-Information Berchtesgaden, Maximilianstraße 9, 83471 Berchtesgaden; Telefon: 08652/944 53 00, E-Mail: info.kurhaus@berchtesgaden.de.

Reiseinfos zum Berchtesgadener Land: www.berchtesgaden.de Von Elke Richter, dpa

dpa-infocom