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Strand- und Ausflugstage: Sommerurlaub in Westjütland

Henne Strand Über Nacht hat der Wind auf Südwest gedreht, eine kräftige Brise wirft die Gräser in der Dünenlandschaft des dänischen Badeortes Henne Strand hin und her.

Immer wieder huschen Schatten über die Sandhügel, geworfen von den hohen weißen Wolken, die der Wind von der Nordsee her gegen die dänische Westküste treibt. An diesem Sonntagnachmittag aber hat die Sonne eindeutig die Oberhand. Heftig schlägt die Brandung auf den harten Sand, wo sich eine junge Frau und ihre Tochter mit einem Drachen abmühen - er will nicht so zum Himmel steigen, wie er soll. Einige Strandspaziergänger, barfuß und in kurzen Hosen, schauen zu, bis der Drachen schließlich oben ist.

Nicht jeder Sommertag im Westen von Jütland ist so angenehm wie dieser: sonnig, aber nicht zu warm, mit weißen Wolken am tiefblauen Himmel. Es kann hier auch mal regnen oder drückend heiß sein, das Wetter ist schwer berechenbar. Und bei starkem Ostwind kommt es schon mal vor, dass Millionen von Marienkäfern an die Strände getragen werden, wo sie sich an alles klammern, was sie vor dem Hinauswehen aufs Meer rettet: die Dünengrashalme, Bikinis und Badetaschen.

Die Badeorte Westjütlands heißen Blåvand, Vejers Strand, Henne Strand und Hvide Sande und bestehen im wesentlichen aus Tausenden von Ferienhäusern, die sich zwischen den Dünen verstecken. Es gibt viele Stammgäste, die jedes Jahr wiederkommen, und andere, die es bei einem Besuch in Westjütland belassen. Denn Dänemark ist bekanntermaßen kein preiswertes Reiseland. Die Ferienhäuser sind oft sehr komfortabel, aber Strom schlägt bei den Nebenkosten mächtig zu Buche. Beim Bäcker wandern acht Brötchen für umgerechnet fast sechs Euro über die Theke.

Ribe und Esbjerg bieten sich für Ausflüge an, gerade an einem der nicht so perfekten Tage. Ribe gilt als älteste Stadt des Königreichs Dänemark und bietet neben einer schönen Fußgängerzone vor allem eine sehr alte Kirchenarchitektur. Der Dom mit seinem fast 50 Meter hohen Turm geht auf das 13. Jahrhundert zurück, die Klosterkirche St. Catharinæ ist rund 200 Jahre jünger. Für Familien mit kleinen Kindern könnte allerdings eine Tagestour nach Esbjerg die bessere Wahl sein. Denn dort ist das Fischerei- und Seefahrtmuseum ansässig, das viele interaktive Bereiche bietet: Die Besucher können Meeresbiologen bei der Arbeit im Labor zuschauen, ein Bassin mit Fischen dient als «Unterwasser-Streichelzoo».

Solche Touren abseits der Strände bieten eine Abwechselung - der Hauptgrund für eine Reise nach Westjütland sind sie im Sommer aber nicht. Das merkt der Gast rasch, wenn er morgens vor sein Ferienhaus tritt und eine erste Ahnung davon bekommt, dass auch dieser Tag an der Nordsee wieder ein perfekter werden könnte: mit weißen Wolken am blauen Himmel, einer kräftigen Brise und einer dröhnender Brandung. Die Kirchen von Ribe und die Monumentalfiguren am Hafen von Esbjerg sind dann eine Erinnerung auf dem Speicherchip der Kamera. Heute aber geht es darum, am Strand den Drachen richtig in den Wind zu bekommen und abends ganz entspannt Würstchen auf den Ferienhausgrill zu legen.

Weitere Auskünfte: Visit Denmark , Glockengießerwall 2, 20095 Hamburg, Telefon: 01805/32 64 63 für 14 Cent pro Minute aus dem Festnetz

Tourist Information Dänemark: www.visitdenmark.com

Tourist Information Westjütland: www.visitvest.dk

Tourist Information Esbjerg: www.visitesbjerg.dk

Tourist Information Ribe: www. visitribe.dk Südwest-Jütland Anreise: Die Autobahn A7 führt über Flensburg nach Dänemark. Bei Kolding zweigt nach Westen die E20 ab, die kurz vor Esbjerg verlassen werden muss. Dann geht es weiter über Varde nach Blåvand, Vejers Strand, Henne Strand oder Hvide Sande. Von Hamburg ist zum Beispiel Henne Strand etwa 330 Kilometer entfernt. Obwohl an der Grenze nicht mehr kontrolliert wird, muss der Personalausweis mitgenommen werden.

Klima und Reisezeit: Typisches Nordseeklima mit häufigem Wechsel des Wetters. Für einen Badeurlaub sind die Monate Juli und August am besten geeignet, wenn sich das Meer auf rund 20 Grad erwärmt.

Geld: Dänemark gehört zu den EU-Ländern mit eigener Währung. Für einen Euro gibt es etwa 7,45 dänische Kronen (Stand: April 2009). Von Christian Röwekamp, dpa

dpa-infocom