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Sir Elton John gibt Konzert in Wiesbaden

Seine Majestät haut in die Piano-Tasten

Wiesbaden "Rocket Man", "The Bitch Is Back", "Candle In The Wind" und "Crocodile Rock" - so mancher hat zu Elton Johns Hits schon die Hüfte wackeln lassen.

Wer den hochdekorierten Briten live in Wiesbaden sehen möchte, der muss sich eilen, denn so langsam werden die Karten knapp.

Mehr als 40 Jahre ist Elton John bereits im Musikgeschäft. Am Dienstag, 30. Juni, spielt der Londoner mit Band ab 20 Uhr in Wiesbaden auf dem Bowling Green. In seinem gut zweistündigen Programm präsentiert er einen ausgesuchten Querschnitt seiner Hits. Im Interview zeigt sich der Sir - 1998 wurde er von der Queen zum Ritter geschlagen - zufrieden mit seiner Vergangenheit und neugierig auf die Zukunft - auch in der Musik.

Wie sollen wir Sie anreden?

Ihre Majestät - natürlich. Nein, nennen Sie mich einfach Elton. Niemand nennt mich Sir Elton. Hoffentlich.

Sie touren seit so vielen Jahren - ist es für Sie anstrengend, so viele Konzerte zu geben?

Nein, ich liebe es, auf der Bühne zu stehen. Während meiner Karriere fühlte ich mich immer wohl auf der Bühne. Ich schaue auf Tony Bennett, er singt besser als je zuvor in seinem Leben. Er liebt es, was er tut. Solange ich Freude daran habe, etwas zu verbessern und die Fähigkeit sowie Leidenschaft dafür, solange werde ich nach draußen gehen. Es würde für mich keinen Sinn machen, als Musiker oder Songschreiber weiter zu machen, wenn ich mich nicht verbessern wollte.

Wenn die Rolling Stones oder Madonna auf Tour gehen, wird häufig darüber diskutiert, ob sie nicht zu alt dafür wären. Bei Ihnen stellt man diese Frage nicht. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Gut, weil ich meines Erachtens den Vorteil habe, hinter dem Klavier zu sitzen. Madonna ist eine Sängerin, die sich über die ganze Bühne bewegt und tanzt oder so - und bei Mick ist es ebenso. Mick ist beeindruckend, ein unglaublicher Live-Performer. Ich denke, es ist viel schwieriger, sich im Alter elegant über die Bühne zu bewegen, als hinter einem Klavier zu sitzen. Ich hatte es immer gehasst, hinter dem Piano zu sitzen - und hoffte ein Sänger sein zu können, der sich über die Bühne bewegt. Und nun danke ich Gott, dass ich kein Sänger bin und nicht all diese Sachen machen muss, weil es ab einer gewissen Zeit nicht mehr würdevoll aussieht.

Mögen Sie noch Ihre alten Songs?

Nein. Nicht alle alten Songs. Absolut nicht. Zum Glück habe ich genug Songs, da ich mehr als 40 Alben zur Auswahl habe. So kann ich alle Lieder lassen, die ich nicht mag. Da gibt es Songs, die ich liebe, die ich so oft spiele, dass ich genug von ihnen habe - und sie deshalb weglasse. Und dann komme ich wieder auf sie zurück, spiele sie wieder - und mag sie. Aber manchmal, wenn man etwas zu oft spielt, tendiert man dazu, genug davon zu bekommen.

Kann man sagen, dass Sie sich gerne mit neuer aktueller Musik und mit entsprechenden Künstlern auseinander setzen?

Ich denke, das ist großartig. Ich meine, ich könnte nicht den ganzen Tag dasitzen, um Otis Reddings "Dock of the Bay" zu hören. Ich mag Otis Redding und denke, "Dock of the Bay" ist einer der großartigsten Songs. Aber ich weiß nach vorne zu blicken. Viele Musiker in meinem Alter sitzen da und spielen Motown Records und Blues Records, die sie schon millionenfach gehört haben. Es gibt noch anderes da draußen - neuere Künstler, die großartige Musik machen. Und ich denke, man muss nicht rückwärts, sondern vorwärts blicken.

Ist es ärgerlich für Sie, wenn Menschen auf Ihre früheren Drogenprobleme Bezug nehmen?

Nein, es ist nicht störend, weil es ein Teil meines früheren Lebens war. Es wäre störend, wenn ich noch welche nähme. Ich habe viel darüber geredet.

Wie wichtig ist die Liebe für Sie?

Sie ist sehr wichtig, weil so viel Negativität in der Welt ist. Wir hören so oft nur über die schrecklichen Dinge, die Menschen tun. Es gibt so viele Unterschiede, religiöse Fraktionen, die gegeneinander sind. Wir sollten tief Luft holen und uns sagen: Vielfalt ist die Würze des Lebens. Dies ist das 21. Jahrhundert. Menschen brauchen Mitgefühl, Liebe, Güte, Hilfe - mehr denn je zuvor.

Noch gibt es Karten für das Konzert unter Telefon 069/944 36 60. Die Preise liegen zwischen 55 und 100 Euro plus Vorverkaufsgebühr. Infos: www.eltonjohn.com.

RZO