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Architektur

Prinz Charles siegt im Architekturstreit

London Im Streit um moderne Architektur hat Prinz Charles (60) einen Sieg davongetragen: Der Bauantrag für das ehemalige Kasernengelände im Londoner Stadtteil Chelsea sei zurückgezogen worden, teilten die Eigner der Chelsea Barracks mit.

Das ist ein schwerer Schlag für den Stararchitekten Richard Rogers, der den modernen Entwurf für das Militär-Gelände entwickelt hatte. Doch der britische Thronfolger hatte sich in die Planung eingeschaltet und den Immobilienbesitzern aus Katar nahe gelegt, die geplante Stahl- und Glas-Konstruktion zu überdenken und möglicherweise durch eine klassischere zu ersetzen.

Rogers erklärte am Freitag, «extrem enttäuscht» zu sein. Der britische Architekt ist für das Centre Pompidou in Paris, das Lloyd's-Gebäude in London oder den Millennium Dome in der britischen Hauptstadt bekannt. Der Prinz hingegen ist ein Verfechter traditioneller Architektur. Die mit dem Projekt betraute Baufirma Project Blue erklärte, nun soll gemeinsam mit der Architekturstiftung des Prinzen ein neues Design ausgewählt werden. Ein «Masterplan» soll bis Ende des Jahres stehen.

Der Streit um die Chelsea Barracks schwelt seit Monaten. Project Blue hatte das Gelände im vergangenen Jahr für die Königsfamilie aus Katar für umgerechnet mehr als 1,1 Milliarden Euro erworben. Auf dem Gelände sollten Luxuswohnungen in einem Hochhauskomplex entstehen. Mitglieder des Londoner Stadtparlaments äußerten sich am Freitag erleichtert über die Entscheidung: «London sollte den Leuten aus Katar dankbar sein, dass sie ein weiteres Glas- und Stahldesaster verhindert haben», sagte Kit Malthouse von der London Assembly.

Der Streit hatte auch die alte Fehde zwischen Prinz Charles und modernen Architekten wie Rogers wieder aufleben lassen. Diese hatten zuletzt eine Rede des Prinzen über Architektur boykottiert, weil er sich erneut in die Planung von Gebäuden eingemischt hatte. Einst hatte Charles gesagt, ein moderner Entwurf für eine Erweiterung der Nationalgalerie in London sehe aus wie ein «Karbunkel im Gesicht eines geliebten Freundes».

dpa-infocom