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Oetker fordert Neuanfang bei Arminia

Bielefeld Bielefelds bekanntester Unternehmer, August Oetker, hat sich für einen Neuanfang beim Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld ausgesprochen. Der Abstieg des Traditionsvereins habe auch ihm wehgetan.

«Doch vielmehr schmerzt mich, wie unprofessionell das Management den Verein geführt und wie zerrissen es auf den Abstieg reagiert hat», kritisierte der 65 Jahre alte Chef des international tätigen Lebensmittelkonzerns im «Westfalen-Blatt».

Der ostwestfälische Club, der nach dem Abschied von Kurzzeit- Trainer Jörg Berger zum Saisonende weiterhin auf der Suche nach einem Chefcoach ist, brauche einen grundlegenden Neubeginn. Laut Oetker reicht es nicht aus, dass Präsident Hans-Hermann Schwick und Schatzmeister Roland Kentsch von ihren Vorstandsämtern zurücktreten, aber weiter Chef des Aufsichtsrates bzw. hauptamtlicher Finanzgeschäftsführer der Arminia Bielefeld GmbH & Co. KGaA bleiben wollen. Schwick kündigte jedoch an, sich auch als Aufsichtsratsvorsitzender zurückziehen zu wollen. «Wenn die Wirtschaft jemanden mit Power und neuen Ideen präsentiert, mache ich den Weg sofort frei. Dann gebe ich den Staffelstab gern weiter«, sagte Schwick der Online-Ausgabe des «Westfalen-Blatts».

Dem bisher einzigen bekannten Kandidaten für Schwicks Nachfolge als Präsident, dem Unternehmensberater Klaus Daudel, traut Oetker eine Kurskorrektur zu: «Aber nur, wenn die alten Seilschaften bei der Arminia aufgelöst werden.»

Den Abstieg nehme man «sportlich» und «wir steigen in ein oder zwei Jahren wieder auf», meinte Oetker. Schlimmer sei, wie sich die Vereinsführung nach Außen präsentiere. Die Marke Arminia werde schlecht geführt. In den Medien überschatte die Zerstrittenheit des Vorstands alles Andere. Und wegen fehlender attraktiver Angebote und Visionen leide sogar die Jugendarbeit der Arminia. Der in Sachen Sportsponsoring sonst sehr zurückhaltende Unternehmer deutete an, dass er bei der Förderung des Jugendfußballs eine Ausnahme machen könnte. «Aber da muss sich der Verein vorher erst ganz neu aufstellen», sagte Oetker der Zeitung.

Oetker sorgt sich wegen der Arminia-Krise sogar um den Ruf der Stadt und der ganzen Region Ostwestfalen-Lippe. An dieser Stelle sei er nicht nur als Bürger und Bielefeld-Fan betroffen, sondern auch als Unternehmer. Manager und andere Fachkräfte wählten den Arbeitgeber heute auch nach der Attraktivität des Standortes aus: «Da spielt neben Kultur und Landschaft der Sport eine wichtige Rolle.» Oetker würde es begrüßen, wenn sich auch andere Unternehmer der Region bei Arminia stärker einmischten und einen Neuanfang unterstützten.

Nicht nur wegen Oetkers Äußerungen wird die Mitgliederversammlung der Arminia am 22. Juni in der Stadthalle immer brisanter. Die «Kritischen Arminen» wollen laut einer Mitteilung «Arminia-verbundene, kompetente und vor allem unabhängige Kandidaten» für die Neuwahlen präsentieren. In Gesprächen mit den bislang handelnden Personen sei es «leider nicht gelungen», diese von einem Politikwechsel zu überzeugen. Präsident Schwick und Schatzmeister Kentsch hatten für den 22. Juni ihre Rücktritte von ihren Ehrenämtern angekündigt.

dpa-infocom


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