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Kohlschreiber und Haas in Halle weiter

Halle Thomas Haas und Philipp Kohlschreiber haben sich dem Ansturm der Jungen Wilden im deutschen Tennis noch einmal erwehren können.

Der 31-jährige Haas bezwang beim Rasen-Turnier in Halle/Westfalen den 21 Jahre alten Youngster Mischa Zverev 7:6 (7:5), 6:2.

Im zweiten deutschen Viertelfinale setzte sich Vorjahresfinalist Kohlschreiber - ebenfalls mit Mühe - 3:6, 6:3, 6:3 gegen den Newcomer Andreas Beck durch. «Man verliert nicht gern gegen Jüngere aus dem eigenen Lager, aber diesmal habe ich es noch einmal geschafft», sagte Kohlschreiber nach dem Erfolg gegen den 23-jährigen Stuttgarter erleichtert. In der Vorschlussrunde kommt es nun zum Duell zwischen Haas und Kohlschreiber - der Neuauflage des Halle-Achtelfinals von 2008, als Kohlschreiber hauchdünn gesiegt hatte. Damit steht sicher ein einheimischer Tennisprofi im Endspiel der 17. Gerry Weber Open.

Ausgeschieden ist dagegen Benjamin Becker: Der Mettlacher unterlag dem belgischen Qualifikanten Olivier Rochus mit 7:6 (7:4), 3:6, 3:6. Hätte der Weltranglisten-83. gewonnen, hätten erstmals seit 1999 wieder drei einheimische Tennis-Asse bei einem ATP-Turnier im Halbfinale gestanden: Damals war dieses Kunststück in Hongkong auf Hardcourt Boris Becker, Hendrik Dreekmann und Bernd Karbacher gelungen. In der unteren Tableauhälfte der mit 750 000 Euro dotierten ATP-Veranstaltung in Halle trifft Becker-Bezwinger Rochus nun auf den Novak Djokovic. Der Weltranglisten-Vierte aus Serbien gewann locker und leicht mit 6:1, 6:4 gegen den Österreicher Jürgen Melzer.

Nach dem harterkämpften Sieg war Haas voll des Lobes über Zverev. «Er ist ein Spieler, der noch sehr viel von sich hören lassen wird», sagte er nach dem ersten Duell mit Serve-and-Volley-Experte Zverev. «Tommy spielt im Moment richtig gut und steht sehr selbstbewusst auf dem Platz», gab der 21-Jährige das Lob zurück. Er selbst traue sich in seiner Karriere aber auch «noch einiges» zu. «Ich stehe jetzt auf Platz 45 in der Welt und denke, dass ich noch höher kommen kann.»

Der in Florida lebende Haas musste zumindest im ersten Satz an sein Leistungslimit gehen, um den in Moskau geborenen Linkshänder noch einmal in die Schranken zu weisen. Zur Erleichterung seiner Verlobten Sara Foster. Das Nachsehen hatten dagegen Zverevs französische Freundin Charlène und Trainer-Vater Alexander Zverev.

Kohlschreiber, als Weltranglisten-24. derzeit bester Deutscher, musste gegen den aufschlagstarken Beck sogar noch härter arbeiten: «Ich habe mich mit meiner Erfahrung in den ganz wichtigen Situationen gut aus der Affäre gezogen.» Beck haderte etwas mit sich: «Ich kann mir nicht erklären, dass ich so abgebaut habe, Kohli hat aber ab Mitte zweiter Satz auch sehr gut gespielt.» Der Schwabe hat 's-Hertogenbosch in der kommenden Woche abgesagt, um sich optimal auf das am 22. Juni beginnende Turnier von Wimbledon vorzubereiten.

dpa-infocom


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