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U 21 fiebert EM-Start entgegen

Düsseldorf Im schwedischen Mittsommer wollen die deutschen U-21-Fußballer ihr großes Fest feiern und endlich den ersten EM-Titel in der Geschichte des DFB erringen.

«Die Mannschaft hat selbst gesagt, dass sie um den Titel spielen will. Wir fahren nicht zur EM und sagen, wir wollen die Vorrunde überstehen», sagte DFB-Coach Horst Hrubesch. Nach der Ankunft im schwedischen EM-Quartier in Lerum absolvierte das Team gleich die erste Trainingseinheit vor der Auftaktpartie gegen den zweimaligen Europameister Spanien. «Zum Glück haben wir keine Verletzungsprobleme. Alle Spieler sind gesund», sagte Hrubesch.

Der DFB-Tross ist mit großen Erwartungen in das Unternehmen Europameisterschaft gestartet. Bundestrainer Joachim Löw, der die ersten beiden Vorrundenspiele der DFB-Elf in Göteborg und Halmstad beobachten wird, setzt die Nachwuchskicker unter Erfolgsdruck. «Natürlich ist es immer unser Ziel, Titel zu gewinnen. Die Spieler müssen lernen mit einem gewissen Druck umzugehen», sagte Löw in einem Interview mit dem Fachmagazin «kicker». Entscheidend sei aber das Auftreten, dass die Mannschaft Dominanz ausstrahle. Auch DFB-Sportdirektor Matthias Sammer fordert nach den EM-Gewinnen der U 17 und der U 19 im vergangenen Sommer weitere Erfolge. «Als deutscher Fußball müssen wir uns an der Weltspitze orientieren. Ich will bei jedem einzelnen die Gier nach dem Titel spüren», sagte Sammer.

Beim Schaulaufen der Stars von morgen wie Bojan Krkic vom FC Barcelona, Theo Walcott von Arsenal London, dem Serben Gojko Kacar von Hertha BSC oder dem Mönchengladbacher Marko Marin gilt die deutsche Mannschaft, die zuletzt 1982 ein EM-Finale bei den U 21-Junioren bestritt, nicht als Turnierfavorit. In der Vorrundengruppe B stehen mit Spanien und England sowie Finnland hohe Hürden auf dem Weg ins Halbfinale. Da kann wie bei der letzten deutschen EM-Teilnahme 2006 schon nach der Vorrunde das Aus drohen. «Die Teams sind alle stark. Es kann jeden erwischen, auch uns», sagte Hrubesch.

Für Stuart Pearce, Trainer des DFB-Gruppengegners England, ist schon die Qualifikation für die Endrunde eine besondere Leistung. «Mir ist kein Qualifikationswettbewerb bekannt, der härter ist als dieser. Das Niveau wird noch höher sein als vor zwei Jahren», sagte der frühere englische Nationalspieler. Pierluigi Casiraghi, Chefcoach von Rekordsieger Italien, muss mit seinem Team in der Gruppe A gegen Gastgeber Schweden, Weißrussland und Serbien antreten. «Der Wettbewerb wird jedes Jahr interessanter. Das Siegen wird einem nicht leicht gemacht», befand Casiraghi.

Die deutsche Mannschaft hat ihre Zelte vor den Toren Göteborgs aufgeschlagen und bereitet sich auf der Anlage des schwedischen Zweitligaclubs Floda BoIF vor. In Manuel Neuer, Sami Khedira, Mesut Özil, Gonzalo Castro und Marin stehen fünf A-Nationalspieler im Aufgebot, die sich auch noch für die WM 2010 empfehlen wollen. Wichtigste Aufgabe für den Trainerstab wird sein, die vielen guten Individualisten im Team als Mannschaft zu formen.

«Wir sind im Großen und Ganzen im Plan. Die Frage ist jetzt, wie gut kommen wir ins Turnier herein. Mit einem Startsieg gegen Spanien wird sicher vieles leichter», sagte Hrubesch vor dem EM-Start in Göteborg. Die Gruppenspiele gegen Finnland (18. Juni, 18.15 Uhr) und England (22. Juni, 20.45 Uhr) trägt die DFB-Elf in Halmstad aus. Die Spiele der Gruppe A finden in Helsingborg und Malmö statt. Von Morten Ritter, dpa

dpa-infocom

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