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Jermaine Jones spielt künftig für die USA

Gelsenkirchen Aus Frust über seine mehrmalige Ausbootung hat Jermaine Jones seine kurze Karriere in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft beendet.

Der 27 Jahre alte Profi vom Bundesligisten FC Schalke 04 will künftig international für die USA spielen.

In den USA sieht Jones die größere Perspektive für sich. «Ich habe mich für die USA entschieden, weil ich das Gefühl hatte, dass ich ins deutsche Nationalteam nicht so recht hineinpasse. Dabei glaube ich, dass ich von der Leistung her auch für Deutschland spielen könnte», erläuterte der Mittelfeldspieler im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa seinen überraschenden Entschluss. «Für mich beginnt jetzt ein neues Kapitel, auf das ich mich sehr freue.»

In einer Presseerklärung bestätigte der DFB einen Bericht von «Sport Bild online», wonach Jones künftig das US-Trikot tragen werde. Der in Frankfurt am Main geborene Sohn einer Deutschen und eines amerikanischen Soldaten besitzt beide Staatsbürgerschaften. Da er noch in keinem Pflichtspiel für die A-Auswahl des DFB zum Einsatz kam, hatte er gemäß den neuen Satzungen des Weltverbandes FIFA noch die Möglichkeit, für die Amerikaner aufzulaufen.

«Ich hatte schon länger Kontakt zum US-Verband. Er hatte früher schon angefragt. Aber erst durch die neuen Beschlüsse wurde die Tür wieder geöffnet», sagte Jones, der gemeinsam mit seinem Berater Roger Wittmann «schon vor einer Weile» den Wechsel-Antrag bei der FIFA einreichte. «Jetzt warten wir auf die Antwort. Aber die ist Formsache», sagte Jones. Auch mit dem Sohn des derzeitigen US-Coaches Bob Bradley, dem Mönchengladbacher Nationalspieler Michael Bradley, habe er häufiger «über das Thema» gesprochen. Zurzeit ist der Borussen-Profi mit seinem Vater und dem Team beim Confederations Cup in Südafrika, wo die USA am 15. Juni auf Italien treffen.

«Wir haben die Entscheidung von Jermaine Jones zur Kenntnis genommen und akzeptieren sie. Ich wünsche ihm viel Glück für seine sportliche Zukunft», sagte Bundestrainer Joachim Löw kurz und knapp über den Schalker Shootingstar, der es für den DFB nur auf drei Einsätze in Test-Länderspielen brachte: Am 6. Februar 2008 gegen Österreich in Wien, am 27. Mai 2008 gegen Weißrussland in Kaiserslautern und am 19. November 2008 gegen England in Berlin. Er gehörte zwar zum erweiterten EM-Kader 2008, wurde dann aber nicht für die EURO berücksichtigt. Und als Löw den Kader für die Asienreise nach Ende der Bundesliga-Saison benannte, war der kampfstarke Mittelfeldspieler wieder außen vor, obwohl etliche Stammkräfte wegen Verletzungen oder der Teilnahme am DFB-Pokalfinale fehlten. «Auf der Position haben wir zurzeit keinen Bedarf», so Löw.

Für Jones war das ein weiteres klares Signal, dass der Cheftrainer im Hinblick auf die WM 2010 in Südafrika nicht mit ihm plant. «Wir haben mehrfach betont, wie sehr wir uns darüber freuen, dass wir mehrere Spieler mit Migrationshintergrund in den Reihen der deutschen Nationalmannschaft haben. Dies entspricht der gesellschaftlichen Entwicklung in unserem Land, und das spiegelt auch unsere Nationalmannschaft wider», betonte DFB-Manager Oliver Bierhoff zwar, lieferte zugleich auch einen Hinweis auf Spannungen zwischen ihm, Löw und Jones. «Wir haben immer wieder darauf hingewiesen, dass jemand, der das DFB-Trikot trägt, sich klar zur Nationalmannschaft und Deutschland bekennt. Wenn ein Spieler das nicht so sieht, ist das seine Entscheidung, die wir respektieren», meinte Bierhoff.

Jones hatte nach eigenem Bekunden zuletzt keinen Kontakt mehr zu dem Leitungsduo. Offenbar konnten weder Bierhoff noch Löw dem Schalker die Gründe für seine Nicht-Berücksichtigung ausreichend gut vermitteln. Jones sagte im dpa-Gespräch, dass man in der DFB-Elf eher auf «andere Typen» setze. «Da gibt es Torsten Frings und Michael Ballack. Die anderen sind eher ruhige Typen. Ich sage oft direkt, was ich denke. Ich glaube, das ganze Paket hat nicht gepasst», vermutet Jones, der aber betont, dass es «keinen Streit» gab. «Ich will auch nicht nachkarten. Wir sind erwachsene Leute. In den USA wollen sie etwas aufbauen, Fußball wieder populärer machen. Es ist für mich ein Neuanfang. Vielleicht sehen wir uns bei der WM in Südafrika wieder.»

dpa-infocom

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