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 Brennpunkt 

RZ-KOMMENTAR: Mit Struwwelliese per Du

Struwwelpeter als Standardliteratur? Von wegen! Als Kind der 70er-Jahre bin ich nicht mit Heinrich Hoffmanns Schauerlehren groß geworden, sondern mit dem anti-autoritären Gegenentwurf von F. K.

Waechter. Der "Anti-Struwwelpeter" stand in meinem Bücherregal direkt neben der "Struwwelliese", dem weiblichen Gegenstück zum Struwwelpeter. Gleichberechtigung musste eben auch beim elterlichen Strafmaß gelten.

Was Waechter angeht, ich geb"s zu , war mir die Welt der Satire damals noch verschlossen. Ich kapierte einfach nicht, warum ich nackt im Freien rumlaufen und dem netten Ordnungsmann die Hose runterziehen wollen sollte. Mir tat leid, dass da aufmüpfige Kinder mit einem Monstergrinsen den braven, wehrlosen Polizisten foppten. Was sicher daran lag, dass ich statt eines Kinderladens den Regelkindergarten besuchte. Zudem hatte Waechter seine Kritik am starken Staat auch eher an meine Eltern gerichtet.

Trotzdem toll, dass in meinem Kinderzimmer Toleranz und Zeitgeist herrschten. Als ich später das Original las, konnte mich der echte Struwwelpeter schon gar nicht mehr schocken. Nicole Mieding kommentiert

RZO