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Musik

Sportfreunde Stiller unplugged in Stuttgart

Stuttgart Auf der linken Seite sitzt ein Streichquartett, rechts die Bläser, dazwischen drei junge Herren mit Hüten und Mütze.

Die zupfen nicht vorsichtig an der Gitarre oder streicheln das Schlagzeug: Die Sportfreunde Stiller rocken, auch wenn sie dabei auf E-Gitarren und Verstärker verzichten. «Flo» am Schlagzeug, Peter an der Gitarre und Bassist «Rüde» spielen am Mittwochabend vor dem Stuttgarter Schloss das erste Mal live aus ihrem MTV-Unplugged-Album.

Das erste sollte dann auch das vorerst letzte Mal sein - nun geht es für ein Jahr in eine Kreativpause, wie Peter Brugger ankündigte. Umso glücklicher waren die Veranstalter, dass gerade die Jungs aus Bayern das erste SWR Sommerfestival eröffneten. Vor ihnen hat schon Thomas D von den Fantastischen Vier seiner alten württembergischen Heimat «Grüsch Gott» gesagt.

Eineinhalb Stunden lang zeigen dann die «Sportis», dass sie musikalisch eigentlich keine so lange Pause bräuchten. Ihren amüsanten bis nachdenklichen Texten sind sie in den neuen Stücken wie «Lass mich nie mehr los» treu geblieben. Ein skurriler Moment stellt sich ein, als Kult-Schlagersänger Udo Jürgens aus dem Off erschallt. Er hatte das Trio bei der Cover-Version von «Ich war noch niemals in New York» unterstützt. Am Mittwoch steht er zwar nicht auf der Bühne. Dafür zeigt sich das Publikum bei dem Hit absolut textsicher.

Die drei Mittdreißiger kommen keineswegs alt oder gesetzt daher - sie haben sich ihre jungenhafte Art bewahrt und ohne viel Aufhebens die deutschen Albumcharts erobert. «Unplugged» stürmten sie bis an die Spitze. So manchen Fan mag freilich ärgern, dass das Konzert sehr kurzfristig anberaumt wurde. Nur einige Tausend bejubeln in der Stuttgarter Innenstadt die neuen Songs und Klassiker wie «Ich, Roque» oder «Ein Kompliment». Die Sportfreunde hätten mehr verdient - nicht zuletzt wegen ihrer Spielfreude.

Dass sie die Sportaffinität nicht nur im Namen tragen, beweist das Trio am Mittwoch nicht mit dem Fußball-WM-Gassenhauer «54, 74, 90, 2006». Aber auch an diesem Abend spielt die Band mit dem Image, als die mehreren Tausend vor der Bühne aufgefordert werden, sich auf den Boden zu hocken. Dann geht es hoch, zum «Humba, humba, humba, tätärä». «Wir sind doch irgendwie 'ne Bierband», meint Brugger - und die Fans jubeln ganz wie in der Nordkurve. Zwischendurch muss Sänger und Gitarrist Peter sein Weißbier gar vor dem Teddybär-Wurf eines Fans sichern.

dpa-infocom