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Musik

Anastacia erfindet sich neu

Hamburg Der verrucht-üppige Lidschatten ist passé, die getönten Brillen ebenso Geschichte wie die dunklen Strähnchen: Erst wenn Anastacia zu reden beginnt und ihre volle Soulstimme losschnurrt, dann gibt sie sich als Anastacia zu erkennen.

Die Kleider sind gediegener und das kürzere blonde Haar sitzt mehr klassisch denn wild. Im Vergleich zu früher: brav. «Ich habe zu mir selbst gefunden. Ich bin reifer und stehe dazu, 40 zu sein», erzählt die Sängerin im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Bis Sommer 2008 hatte sich die zierliche Chicagoerin stets fünf Jahre jünger geschummelt. Am Dienstag (16. Juni) startet die Musikerin ihre Deutschland-Tour in Baden-Baden.

Eine neue Plattenfirma und auch ein neues Management legte sie sich zu. Die Künstlerin Anastacia hat sich selbst neu erfunden. Eine wie Madonna hat es ihr zigfach vorgemacht. Einfach ist das aber offenbar nicht: Anastacias neues Album «Heavy Rotation» schlug nicht so ein wie erhofft. Auch die erste Single «I Can Feel You» landete in den Charts nur auf Platz 25. Die zweite Auskopplung hierzulande («Defeat») war auf Anastacias offizieller deutscher Homepage für Anfang April angekündigt. Zuletzt überlegte man bei ihrer Platten-Firma Universal in Berlin, «Defeat» nur digital zu veröffentlichen. «Ich habe das Gefühl, dass mein Platten-Label vielleicht Songs ausgewählt hat, die nicht das Album repräsentieren und auch nicht das sind, was meine Fans von mir erwarten», sagt Anastacia.

Auch ihre s.Oliver-Modelinie hat die 40-Jährige nicht mehr. «Sie wollten, dass mein Name nur noch für ganz wenige, dafür aber sehr exklusive, teure Stücke steht, aber das wollte ich nicht», erzählt Anastacia. «Für mich war es wichtig, dass sich meine Fans meine Kleidung auch leisten können. Trotzdem möchte ich die Arbeit für s.Oliver nicht missen, ich hab' enorm viel über Mode gelernt.»

Nach überstandenem Brustkrebs 2003 lässt sich die selbst erklärte «Kämpfernatur» von kleinen Rückschlägen nicht mehr umhauen. Mit Vorfreude blickt Anastacia Lyn Newkirk, so ihr voller Name, auf ihre anstehende Deutschland-Tournee: «Das wird eine sehr intime Tour, die Hallen sind kleiner als bei meiner letzten Tournee vor vier Jahren. Ich werde die Nähe zu meinen Fans genießen.» Intim ja, leise würden die Konzerte aber keineswegs. Sie sei schon immer ein «loud girl» gewesen, schildert Anastacia und lacht dabei laut und dunkel. Was ihre Anhänger sonst erwartet? «Ein Mix aus alten und neuen Liedern, für jeden wird etwas dabei sein, quasi eine Best-of-Show.»

Anastacia verspricht auch, ihr einstiges Markenzeichen - die getönte Brille - bei den Auftritten hin und wieder aufzusetzen. «Das Schräge ist, dass die Fans dann am lautesten schreien, wenn ich die Brille trage. Als hätten sie nur dann die richtige Anastacia vor sich.» Vor vier Jahren hatte sich die ehedem wohl prominenteste überzeugte Brillenträgerin die Augen lasern lassen.

So oft ihr Fragen nach dem Verbleib der Brillen gestellt werden, so häufig muss Anastacia auch zum Thema Nachwuchs Auskunft geben. Schließlich feierte sie im April bereits den zweiten Hochzeitstag mit ihrem Ex-Bodyguard Wayne Newton. «Nein, ich will keine Kinder», sagt sie. Ihr Mann habe schon zwei Kinder aus einer früheren Beziehung. Sie selbst habe ein Patenkind. «Und dafür hat mir meine Karriere sehr viel gegeben. Man kann nicht alles haben.»

Seit der «kleinen Lady mit der großen Stimme» 2000 mit «I'm Outta Love» der internationale Durchbruch gelang, verkaufte sie allein in Europa und Australien mehr als 17 Millionen Alben. Ihren Musikstil umschrieb Anastacia mal mit «Sprock», einer Mischung aus Soul, Pop und Rock. Jetzt - mit 40 und neuem Look - scheint sie noch auf der Suche nach der passenden Musik und dem passenden Publikum.

16.06.2009 Baden-Baden Festspielhaus
18.06.2009 Hamburg Stadtpark
19.06.2009 Düsseldorf Phillipshalle
21.06.2009 Frankfurt Alte Oper
22.06.2009 München Philharmonie
www.anastacia.de Von Inga Radel, dpa

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