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Musik

Globaler DJ van Dyk lässt Karriere Revue passieren

Berlin Von Berlin aus hat er als Discjockey die Welt erobert: Paul van Dyk.

3,5 Millionen Tonträger hat er an Techno-Fans in aller Welt verkauft. Von New York bis Ibiza ist er in den wichtigsten Clubs aufgetreten.

Viele Auszeichnungen hat er erhalten , darunter zweimal die Ehrung «Number One DJ In The World». Seit mehr als 15 Jahren währt die Karriere des Künstlers. Jetzt ist ein Best-Of-Album des DJs herausgekommen - Titel: «Volume» (Lautstärke).

Voller Inbrunst spricht der 37-Jährige im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa von elektronischer Musik als «größter Jugendkultur der Welt». Ihre Stärke liege darin, «dass sie nicht lokal gebunden ist. Es ist völlig egal, ob jemand aus Kalkutta kommt, aus New York oder Berlin.» Das führe zu einer «Demokratisierung der Musik». Man sollte sich jedoch «endlich von den ganzen Begriffen lösen: Ob das nun Techno oder Trance oder sonst was ist. Es ist elektronische Musik!»

Erstaunlich kritisch äußert sich der Star über die Elektro-Szene seiner Heimat: «Ich sehe Berlin überhaupt nicht als Hauptstadt in Sachen elektronische Musik.» Zwar spiele Berlin «eine wichtige Rolle, aber mit Sicherheit keine tragendere als irgendeine andere Stadt.»

Über das Berghain, den bekanntesten Berliner Club mit großer internationaler Ausstrahlung, sagt van Dyk: «Das ist ein guter Club, ich kenne aber international fünf, sechs andere, die können das Ding von der Location her, als auch vom Programmangebot, ganz locker überbieten.» Auch sonst geht der Künstler mit seiner Stadt recht hart ins Gericht: «Berlin will immer die große Metropole sein, denkt aber noch sehr provinziell.» Er sage das, «weil ich diese Stadt liebe, weil ich Berliner bin.»

Geboren wurde van Dyk in Eisenhüttenstadt (Brandenburg). Kurz vor dem Mauerfall reiste er aus der DDR in den Westen aus. Ihren Anfang nahm seine Karriere 1991 im legendären Berliner Club Tresor. 2006 erhielt van Dyk vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) den Verdienstorden des Landes Berlin. Geehrt wurde der DJ für sein soziales Engagement. Van Dyk setzt sich für benachteiligte Kinder ein. Auslöser dafür war ein Indien-Besuch: «Ich war extrem niedergeschmettert von der Armut in den Slums.» Auch sonst hält er mit seinen Ansichten nicht hinter dem Berg, was auch mit seinen Erfahrungen in der DDR zusammenhängt: «Ich habe die DDR nicht als ein etwas komisches System, sondern als eine Diktatur kennengelernt. Demokratie ist mir sehr wichtig. Wählen gehen ist das Mindeste.»

Angesichts seiner globalen Erfolge klingt es fast ein wenig kokett, wenn van Dyk erklärt: «Ich bin ja auch jemand, der immer mal wieder einen gewissen kommerziellen Effekt zu verzeichnen hat.» Seine Best-Of-Platte scheut jedenfalls nicht den Pop. Auf der zweiten CD des Doppelalbums finden sich Remixes von Stücken bekannter Künstler wie Depeche Mode, U2 oder Justin Timberlake. Ganz am Schluss taucht sogar US-Sängerin Britney Spears in einem Remix auf.

Seine Platte präsentiert der DJ nun zunächst auf einer Tour in den USA. Europäische und deutsche Fans müssen sich noch etwas gedulden. Erst im Juli und August ist er auch auf Ibiza, in Zürich oder München zu erleben.

www.paulvandyk.com Von Matthias von Viereck, dpa

dpa-infocom