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Jugend

Job als Trainer-Assistent: Nicht nur für Sport-Asse

Hamburg Zugegeben, am Rande des Aschenplatzes fühlt man sich nicht wie Jürgen Klinsmann und in der Schulturnhalle auch nicht wie Heiner Brand.

Aber die Spannung ist ähnlich groß, wenn das eigene Team gerade siegt oder verliert.

Dann sind aufbauende, anfeuernde Worte nötig - wie bei den Profis. Wer den Platz am Spielfeldrand anstrebt, kann in vielen Sportarten schon als Jugendlicher einen Trainer-Assistentenschein machen. Diese Helfer gehen dem Trainer zur Hand und üben vor allem mit Kindern. In manchen Vereinen bekommen sie neben der Erfahrung auch ein paar Euro Bezahlung. Die wichtigsten Fragen zum Helferjob im Überblick:

KÖNNEN NUR SPORTCRACKS TRAINERASSISTENTEN WERDEN? Nein. «Nicht nur die größten Talente kommen zum Zug», sagt Jörn Spuida, Leiter Amateursport beim Hamburger Sportverband (HSV). «Ein guter Sportler ist nicht unbedingt auch ein guter Trainer.» Mindestens genauso wichtig sei Sozialkompetenz. Denn Assistenten werden vor allem im Kindersport eingesetzt, daher ist es wichtig, dass sie mit den Kleinen umgehen können. «Ein Co-Trainer macht bei uns zum Beispiel mit den Kindern die Grundlagenschulung: Wie prellt man einen Ball richtig?», erklärt Jens Pfänder, Bundeslehrwart beim Deutschen Handballbund (DHB) in Dortmund. «Und er muss die Kinder auch trösten und ihnen Mut zusprechen.»

AN WEN MÜSSEN SICH INTERESSIERTE WENDEN? Am besten direkt an den jeweiligen Trainer, rät Christina Haack, Referentin für Aus- und Fortbildung beim Deutschen Turnerbund (DTB) in Frankfurt/Main. Alternativ ist der Abteilungsleiter der richtige Ansprechpartner. Wer eine Ausbildung machen möchte, muss sich in jedem Fall an den Verein wenden. «Der meldet den Interessierten beim Landesturnverband zum Lehrgang an. Das kann man nicht als Privatperson», erklärt Haack.

WIE SIEHT DIE AUSBILDUNG AUS? Beim Deutschen Turnerbund gibt es eine Übungsleiter-Assistentenausbildung, auch «Gruppenhelfer» genannt. «Das kann man schon ab 14 Jahren machen», sagt Haack. Der Lehrgang geht über zwei Wochenenden. Auch beim Handball gibt es eine Einstiegsausbildung über 40 Stunden. Die könne man ab 16 Jahren beginnen, erklärt Pfänder. Zum Abschluss erhalten Teilnehmer ein Zertifikat, das auf eine spätere Trainerausbildung angerechnet wird. Die betreffenden Stunden muss man also nicht noch einmal absolvieren.

Themen der Ausbildung sind unter anderem Sportmedizin, Techniken der Sportart und Aufsichtspflichten. «Ein Trainerassistent muss zum Beispiel aufpassen, dass die Kinder nicht im Geräteraum spielen, und er muss Geräte mit Matten absichern», erklärt Spuida.

WER ZAHLT DIE AUSBILDUNG? Das ist je nach Verein unterschiedlich und hängt von den Finanzen des Clubs ab, sagt Haack. Oft gebe es individuelle Regelungen: Der Verein zahlt die Ausbildung, dafür verpflichtet sich der künftige Trainerassistent für ein oder zwei Jahre im Verein tätig zu sein, so Spuida. Klappt das aus irgendeinem Grund nicht, müsse die Lehrgangsgebühr anteilig zurückgezahlt werden.

WAS GILT ES RECHTLICH ZU BEACHTEN? Wer noch keine 18 Jahre alt ist, muss laut Christina Haacke seine Eltern fragen, ob er an einem Lehrgang teilnehmen darf. Passiert einem Kind etwas während einer Sportstunde, hafte der Verein. «Es gibt den Vereinsschutz, der ist unabhängig von der Übungsleiterlizenz.»

WIE VIEL GELD KANN MAN VERDIENEN? Ob Helfer eine Aufwandsentschädigung bekommen, hängt ebenfalls von den finanziellen Möglichkeiten des Vereins ab. Beim HSV bekommen beispielsweise die Hockey-Trainer-Assistenten zwischen 5,50 und 7,50 Euro pro Stunde, sagt Spuida. Betreuen sie eine Mannschaft an einem Spieltag, gibt es noch einmal 15 Euro. Wer einer Trainerausbildung anschließt, könne durchaus bis 25 Euro pro Stunde verdienen, ergänzt Haack. Das Geld ist bis zu einem Betrag von 2100 Euro im Jahr steuerfrei.

WAS BRINGT EINE ASSISTENTENAUSBILDUNG SONST NOCH? Als Trainer zu arbeiten, kann positiv für die eigene sportliche Leistung sein. «Man bekommt ein anderes Verständnis von der Sportart», erklärt Spuida. Ehrenamtliches Engagement werde außerdem von Arbeitgebern gerne gesehen, «viele finden das positiv.» Wer eine Assistenten-Ausbildung oder einen Trainerschein in der Tasche hat, ist auch nicht ewig an seinen Club gebunden. Denn Trainer werden in vielen Vereinen gesucht. Mit einem Lizenz für Fitness und Gymnastik können sich Sportler außerdem bei Fitnessclubs bewerben, erläutert Haack.

Weitere Informationen (Stichwort «Aus- & Fortbildung»): www.dtb-online.de Von Carina Frey, dpa

dpa-infocom