pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Wissenschaft

Forscherin: Einzelne Wale haben eigene Namen

Winnenden/Henningsvær Grind- und Schwertwale sprechen nicht nur per Pfeifton ihre Jagdtaktik ab, sondern verraten nach Einschätzung der Walforscherin Heike Vester auch ihre eigenen Namen.

«Man kann annehmen, dass sie Signatur-Pfeiftöne haben», erläutert Vester im nordnorwegischen Henningsvær im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Meeressäuger unterhielten mit ihren Lauten ein ausgeklügeltes Kommunikationssystem, das auch klare Anweisungen möglich mache. Etwa: «Schlagt ihr euch von links, ich mich von rechts in den Heringsschwarm rein.»

Die 39 Jahre alte Verhaltensbiologin aus Winnenden (Baden-Württemberg) lebt seit zehn Jahren in Norwegen und hat sich mit ihrem Institut oceansounds auf Bioakustik spezialisiert. «Ich interessiere mich für die Laute der Wale und versuche herauszufinden, welche Arten welche Laute produzieren», sagt Vesper. Doch die Unterschiede gingen noch tiefer. «Die verschiedenen Gruppen haben Abwandlungen des Repertoires, das sind gelernte Dialekte. Das sagt etwas über Verwandtschaftsgruppen aus.» Hinzu kämen individuelle Züge einzelner Tiere.

«Wenn mehr als eine Gruppe zusammen ist, produzieren Wale ganz verschiedene Laute. Also ist das für die Kommunikation zwischen den Gruppen wichtig», erklärt Vester. Zudem hielten die Töne die Verbände zusammen. Bei den Schwertwalen habe sie bereits bis zu 17 verschiedene Laute - Pfeifen, Brummen und Knattern - innerhalb einer Gruppe unterscheiden können, berichtet die Walforscherin.

Norwegen ist neben Japan und Island das einzige Land, das das seit 1985 bestehende internationale Fangverbot für Wale missachtet. «Wer in Norwegen Walbiologie studiert, hat es schwer», berichtet Vester von ihren vergeblichen Bemühungen, ein Doktorandenstipendium zu bekommen. Nun fährt sie mit Unterstützung des WWF auf eigene Rechnung regelmäßig vor der Inselgruppe der Lofoten raus aufs Meer, um mit einem hochsensiblen Mikrofon die Laute der Wale einzufangen.

Hin und wieder komme es zu Konflikten mit Walfängern, erzählt die Biologin. In der lokalen Bevölkerung genieße sie jedoch Rückhalt mit ihrer Forderung, dass man sich um die Natur kümmern müsse und Regeln benötigt würden. «Die Walpopulation leidet immer noch unter dem Walfang, den wir betrieben haben, sie leidet unter dem Müll im Meer, den wir produzieren, den Treibnetzen, und unter chemischem Müll wie Pestiziden - das gefährdet diese Tiere, deshalb brauchen sie unseren Schutz», unterstreicht Vester. Auch der Unterwasserlärm von Bootsmotoren müsse reguliert werden.

dpa-infocom