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Gesundheit

Erster Todesfall nach Schweinegrippe in Europa

London/Berlin In Europa gibt es den ersten Toten wegen der Schweinegrippe.

Ein Patient in Schottland sei an dem Grippevirus H1N1 gestorben, teilte ein Regierungssprecher am Sonntagabend in Glasgow mit. Der Patient erlag in einem Krankenhaus dem Virus.

«Der Patient war grundlegend erkrankt», teilte der Sprecher mit. Er ist der erste Schweinegrippe-Tote außerhalb des amerikanischen Kontinents, wo die Grippeform zuerst aufgetreten war. Auf Wunsch der Familie wollte der Ministeriumssprecher am Sonntagabend keine weiteren Details bekannt geben. Die Familie habe um ein wenig Zeit gebeten, um zu trauern und Abschied zu nehmen.

Um welches Krankenhaus es sich genau handelt, ist unklar. Es soll sich um eine Klinik in der Gegend um Glasgow handeln. Neun weitere Menschen werden in Schottland in einer Klinik an dieser Grippeform behandelt, die übrigen kurieren sie zu Hause aus. In Schottland sind derzeit insgesamt 498 Menschen an Schweinegrippe erkrankt. Erst am Sonntag kamen 35 weitere Fälle hinzu. In Großbritannien sind es insgesamt mindestens 1250 Fälle.

Unterdessen hat nun auch Berlin einen ersten Schweinegrippe-Fall. Das Robert Koch-Institut (RKI) habe die Erkrankung einer 23-Jährigen aus dem Berliner Bezirk Treptow-Köpenick bestätigt, teilte die Gesundheitsverwaltung des Senats am Sonntag mit.

In Düsseldorf stieg die Zahl registrierter Fälle nach Angaben der Stadt vom Sonntag auf 82. Unter den Neuinfizierten sind eine 24-Jährige, die aus New York zurückkehrte, und ein 29-Jähriger, der in Amsterdam war. In Brandenburg wurde die Erkrankung bei einem 33-Jährigen bestätigt, der von einer USA-Reise zurückgekehrt war. Auch in Niedersachsen wurde ein weiterer Fall registriert: Die Zehnjährige aus Hannover hatte sich bei ihrer Mutter angesteckt. Deutschlandweit liegt die Zahl der bestätigten Erkrankungen damit bei rund 170.

Die 23-Jährige in Berlin war am Dienstag von einem eintägigen Aufenthalt in Düsseldorf zurückgekehrt. Sie weise keine schweren Symptome auf, hieß es. Deshalb befinde sie sich auch nicht in der Klinik, sondern sei zusammen mit ihrem Lebensgefährten in der gemeinsamen Wohnung unter Quarantäne. Die Infektionsschutzbeauftragte Berlins, Marlen Suckau, riet der Bevölkerung zur Anschaffung eines Mundschutzes: «Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, sich einen zu kaufen.» Sie wies darauf hin, dass die Stadt auf eine mögliche Ausbreitung der Grippe gut vorbereitet sei.

In Düsseldorf sind 65 der Erkrankten Kinder. Alle neu Infizierten seien Klassenkameraden oder Geschwister bisheriger Patienten, sagte ein Sprecher der Stadt am Samstag. Einen weiteren Infektionsweg gebe es nicht. Die japanische Gemeinde der Stadt zeigte sich am Samstag trotz der sich ausbreitenden Grippe in Feierlaune. Mehr als 850 Musiker, Tänzer und Sportler gaben beim Japan-Tag einen Einblick in die Kultur des Landes. Vereinzelt trugen Besucher allerdings einen Mundschutz.

dpa-infocom