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Dax schließt schwächer

Frankfurt - Der deutsche Aktienmarkt ist am Freitag mit leichten Kursverlusten aus einer sehr ruhigen Handelswoche gegangen. Der DAX verlor 0,74 Prozent auf 5.069,24 Punkte. Auf Wochensicht verlor der deutsche Leitindex damit 0,15 Prozent.

Der MDAX mittelgroßer Werte - den die Arcandor-Aktie im Wochenverlauf ganz klar im Bann hielt - verlor 0,09 Prozent auf 5.957,17 Zähler. Der technologielastige TecDAX gab mit Solarwerten am Ende 0,87 Prozent auf 654,37 Punkte ab.

"Der Handel war ein Spiegelbild der vergangenen Tage - zunächst gab es den Versuch der Konsolidierung, und schließlich kam dann doch eine spürbare Erholung von den Tagestiefs", sagte Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel. Der Marktexperte rechnet bis zum kommenden Freitag mit einem ähnlichen Verlauf, da die Nachrichtenlage und mit ihr auch die Umsätze bis zum großen Verfall an den Terminmärkten am kommenden Freitag ruhig bleiben dürfte. De Schutter erwartet bis zu dem als "Hexensabbat" bezeichneten großen Verfall eine positive Grundtendenz. Händler Thomas Stengl von der Postbank stimmte ein: "Sowohl nach oben als auch nach unten fehlen die Impulse."

Bei der dünnen Nachrichtenlage stürzten sich viele Investoren auf sekundäre Antriebsfaktoren wie Analystenstimmen oder charttechnische Konstellationen, sagte ein Händler. So profitierte die Aktie des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns Merck an der DAX-Spitze mit plus 2,11 Prozent auf 73,48 Euro "vom charttechnischen Ausbruch nach oben", wie ein Händler sagte. Fundamental stützte der positive Ausblick von Corning Display Technologies Taiwan (CDTT) zur LCD-Nachfrage für 2009. Analyst Markus Mayer von UniCredit sah sich aber nur in seiner Erwartung für die Flüssigkristall-Sparte bestätigt.

Arcandor-Aktien legten an der MDAX-Spitze um 8,57 Prozent auf 0,760 Euro zu - seit vergangenem Freitag stehen bei den Aktien des insolventen Handels- und Tourismuskonzerns dennoch minus 60 Prozent zu Buche. Händlern zufolge stützen derzeit einige positiv eingefärbte Presseberichte, die auf eine doch nicht aussichtslose Zukunft von Arcandor deuteten, das Papier. In der "Financial Times Deutschland" ist zu lesen, dass die Karstadt-Kaufhäuser im ersten Geschäftshalbjahr wieder schwarze Zahlen schrieben. Nach Aussagen des insolventen Handels- und Tourismuskonzerns ist Konkurrent METRO unterdessen nicht der einzige mögliche Partner für eine Warenhaus AG. Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick will - wie bereits angedeutet - auch mit anderen Interessenten über die Zukunft von Karstadt verhandeln.

ProSiebenSat.1 Media stiegen nach einem positiven Analystenkommentar um 6,30 Prozent auf 4,39 Euro. Die Deutsche Bank hob die im MDAX gelisteten Vorzüge von Deutschlands größtem TV-Konzern auf "Buy" und hievten das Kursziel von 1,70 auf 7,00 Euro je Aktie. Ohne neue Nachrichten verloren unterdessen am MDAX-Ende die Papiere von Heidelberger Druckmaschinen 3,56 Prozent auf 4,61 Euro.

Deutsche Post verbilligten sich im DAX um 0,65 Prozent auf 10,010 Euro. Der Logistikkonzern will wegen der Rückgänge im Briefversand in diesem Sommer sonntags 16 der bundesweit 82 Briefzentren schließen. Papiere der Lufthansa fielen um 1,60 Prozent auf 9,245 Euro. Ein Händler verwies auf Aussagen von Branchenkollegen über einen Rückgang der Nachfrage für Flugreisen. Nachdem am Donnerstagnachmittag bereits die US-Fluggesellschaft Delta Air Lines aufgrund einer rückläufigen Nachfrage Kapazitätskürzungen und erneute Preissenkungen angekündigt und auch Boeing seine langfristige Wachstumsprognose für die Auslieferung von Passagierflugzeugen gekappt hat, teilte auch die Fluggesellschaft US Airways mit, dass sie mit Kapazitätskürzungen rechne.

Im TecDAX sprangen Smartrac um 14,44 Prozent auf 11,81 Euro nach oben. Händler sahen auch hier keine neuen fundamentalen Nachrichten, die das Papier bewegten, und verwiesen auf charttechnische Gründe. Thomas Nagel, Aktienhändler und technischer Analyst bei Equinet sagte: "Nach Wochen der Konsolidierung ist die Aktie nach oben ausgebrochen - wenn noch das Jahreshoch bei 11,99 Euro überwunden wird, ist weiter Platz bis 15,15 Euro."

dpa-infocom