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Verkehrsunternehmen befürchten Trend zur Straße

Rostock - Die öffentliche Hand hat es nach Ansicht des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in den vergangenen Jahren versäumt, den Öffentlichen Personennahverkehr zu verbessern.

«Wir haben eine Infrastruktur, die in die Jahre gekommen ist», sagte Verbands-Hauptgeschäftsführerin Claudia Langowsky in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Vor allem der Verkehr in den ländlichen Räumen habe massiv unter den Kürzungen zu leiden. Wenn sich nichts ändere, gehe der Trend von der Schiene oder dem Bus wieder in Richtung Straße. «Das kann keiner wollen.» Der Verband tagt in der kommenden Woche in Rostock unter dem Motto «Öffentlicher Verkehr: Standortfaktor für Zukunftsfähigkeit».

Nach einer aktuellen Studie gebe es derzeit einen Nachholbedarf bei Erneuerungsinvestitionen im öffentlichen Verkehr von rund 2,4 Milliarden Euro, jährlich kämen 550 Millionen Euro dazu, sagte Langowsky. Aus öffentlichen Quellen stünden nur 220 Millionen Euro zur Verfügung. «Die Finanzierungslücke beträgt 330 Millionen Euro, da drückt uns der Schuh.» Laut Studie werde der Bedarf an Investitionen in den Aus- und Neubau für den ÖPNV von 1,65 Milliarden Euro (2007) auf 2,03 Milliarden Euro im Jahr 2025 steigen. Die Hilfe des Bundes sei dringend erforderlich.

Die Betriebe transportierten jeden Werktag 28 Millionen Fahrgäste. «Auf der Schiene sind es jährlich 650 Millionen Tonnen Güter», sagte Langowsky. Diese Güter auf Lastwagen geladen, bedeute eine Schlange von 1,3 Millionen Kilometer. «Da würde auf den Straßen nichts mehr gehen.» Das Thema Automobil dominiere derzeit die politische Agenda derart, dass die Beiträge des Öffentlichen Verkehrs zur Bewältigung des Transportaufkommens kaum noch wahrgenommen würden. In diesem Bereich fänden 500 000 Menschen direkt oder indirekt Arbeit.

Die Fahrgastzahlen stiegen jährlich um ein bis zwei Prozent. «Als im vergangenen Jahr die Spritpreise auf Rekordniveau kletterten, sind gerade in Ballungsräumen noch mehr Autofahrer auf Busse und Bahnen umgestiegen.» Die Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand hätten schon zur Verlängerung der Taktzeiten geführt, Linien mussten ganz eingestellt werden. Dabei sei klar, dass sich die Betriebe gerade in ländlichen Räumen nicht rein von Fahrgeldeinnahmen finanzieren könnten. «Wir werden dabei auf öffentliche Zuschüsse angewiesen sein», betonte Langowsky.

dpa-infocom