pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Wirtschaft     » Börse     » Fonds

Airbus und Boeing mit Sorgen in Le Bourget

Paris - Ohne Hoffnungen auf eine Auftragsflut wie in den Vorjahren kommen Airbus und Boeing zur weltgrößten Luftfahrtmesse am Montag nach Paris. Die Milliardenverluste vieler Fluggesellschaften und die Probleme am Finanzmarkt drückten auf das Geschäft.

Das erklärten beide Hersteller vor Beginn der Leistungsschau (15. bis 21. Juni) auf dem traditionsreichen Flughafen Le Bourget. Weitere Verunsicherung bringt der noch ungeklärte Absturz der Air-France-Airbus-Maschine am 1. Juni.

Einen derart dramatischen Einbruch wie derzeit hat die Luftfahrtbranche in der Nachkriegszeit noch nicht erlebt. Das spiegelt sich auch in den Auftragseingängen der beiden Flugzeugbaugiganten wider: Airbus hat seit dem Jahresanfang netto nur elf Flugzeuge verkauft, Boeing sogar nur sieben. Der führende Hersteller von Geschäftsflugzeugen, Dassault Aviation, meldet sogar völlige Flaute. Allerdings sieht Dassault Anzeichen für eine Stabilisierung zum Jahresende. Alle drei Hersteller rechnen langfristig mit einem kräftigen Marktwachstum. «Der Flugverkehr verdoppelt sich alle 15 Jahre», sagt Airbus-Verkaufschef John Leahy.

Doch in diesem Jahr sieht es düster aus. Boeings Marketingchef Randy Tinseth prognostizierte vor der Messe in Paris einen Rückgang des Passagierverkehrs um acht Prozent und des Frachtverkehrs sogar um 17 Prozent. Die Fluggesellschaften erwarten weltweit neun Milliarden Dollar Verlust.

Rund 2000 Aussteller präsentieren bis Sonntag (21. Juni) den mehr als 200 000 erwarteten Besuchern ihre Produkte. Einen wachsenden Anteil nehmen dabei die Drohnen ein. Airbus schickt unter anderem sein Flaggschiff A380-800, das größte Verkehrsflugzeug der Welt. Der Airbus-Militärtransporter A400M und Boeings neuer Star 787 sind aber nicht zu sehen, weil sie nicht rechtzeitig flugfähig wurden. Dafür können Liebhaber auf der Luftfahrtmesse, die ihr 100-jähriges Bestehen feiert, historische Flugzeuge wie die Junkers Ju 52 oder die offene Bleriot XI bewundern. Und im Zivilbereich drängen neue Anbieter auf den Markt. Suchoj zeigt sein Verkehrsflugzeug Superjet 100 - die erste komplett neue russische Passagiermaschine seit Jahrzehnten - und auch die chinesische Industrie präsentiert erstmals ihre Kompetenzen.

Während der Messe werden Vertreter der Airbus-Staaten Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien sich in Le Bourget treffen, um über Finanzhilfen für künftige Airbus-Flugzeuge und über die Zukunft der A400M zu sprechen. Deutschland und Frankreich haben vorgeschlagen, sich bis zum Jahresende Zeit mit einer Entscheidung über den Militärtransporter zu lassen. Die A400M wird nach heutigem Kenntnisstand drei Jahre später fliegen als ursprünglich geplant.

dpa-infocom