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Eifelkrimi um Ring-Interna: Suche nach dem Datendieb an der Rennstrecke

Rheinland-Pfalz Wie geschäftsschädigend ist ein "Maulwurf" bei der hektischen Suche nach Geldgebern für das ehrgeizige und mindestens 252 Millionen teure Projekt "Nürburgring 2009"? Die Macher haben die Koblenzer Staatsanwaltschaft eingeschaltet, die Computer, Handys und Kameras eines Journalisten (76) in der Eifel beschlagnahmte.

Die Suche nach dem "Maulwurf", der Geschäftsgeheimnisse der Nürburgring GmbH verrät, schlägt jetzt politische Wellen: CDU und FDP wollen im Landtag wissen, warum die Staatsanwaltschaft auch Unterlagen eines Fachjournalisten (76) in Virneburg/Eifel beschlagnahmt hat. Sie erwarten in ihren Stellungnahmen eine gute Begründung für den Eingriff in die Pressefreiheit, den der Journalisten-Interessenverband "Netzwerk Recherche" als "eine klassische Form der Einschüchterung" kritisiert. Dem Vorsitzenden Thomas Leif zeigt dies nur, "wie nervös staatliche Stellen im Fall Nürburgring reagieren".

Infos sorgten für Druck

Der Datendieb beschäftigt die Nürburgring-Bosse schon seit den Februartagen, als der "Stern" das zunächst gescheiterte Finanzierungsmodell fürs Nürburgring-Projekt publik machte. Denn vorher wusste auch der Landtag nichts von der seither politisch umstrittenen Konstruktion. Über "Dokumentenklau" hat sich auch Finanzminister und Aufsichtsratschef Ingolf Deubel immer wieder aufgeregt, als ständig neue Interna kursierten. Zuletzt hat er Berichte eines Internetdienstes und eines Anzeigenblatts in der Eifel als Schuldige dafür ausgemacht, dass die Liechtensteinische Landesbank in Zürich bei Transaktionen rund um den Ring ausgestiegen ist und um ihre Reputation fürchtete. Ist jetzt die Staatsanwaltschaft bei der Suche nach dem Datendieb erfolgreich?

Der Leitende Oberstaatsanwalt Horst Hund begründet die Beschlagnahmeaktion mit Anzeigen der Nürburgring GmbH und einer Düsseldorfer Medienfirma. Die Vorwürfe, die sich gegen einen ehemaligen leitendenden Mitarbeiter der Ring-GmbH und den Journalisten richten: Verrat von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen. Der Ex-Mitarbeiter soll Ring-Interna aus einem E-Mail-Postfach kopiert und lanciert haben - vor allem an den Journalisten in der Eifel mit dem Internet-Angebot "Motor-Kritik". Und der soll auch einen urheberrechtlich geschützten Werbefilm der Medienfirma unerlaubt aufgezeichnet und im Internet verbreitet haben.

Nur Konferenz gefilmt

Der Journalist sagt unserer Zeitung , dass er den Namen des als Datendieb verdächtigten Mannes gar nicht kennt und von ihm auch keine Daten erhielt. Einen Verstoß gegen das Urheberrecht hält er für konstruiert. Denn er habe nur bei einem für die Presse öffentlichen Besuch von CDU-Landtagsabgeordneten im März sichtbar mit einer Videokamera die Szenerie aufgezeichnet, als Ring-Hauptgeschäftsführer Walter Kafitz per Laptop einen Film vorstellte. Der war für die Cebit in Hannover gedacht und landete übers Eifelblatt im Internet. Für Chefankläger Hund scheint sich aber schon nach der ersten Durchsicht der auch beim Ex-Ring-Mitarbeiter beschlagnahmten Beweise "der Tatverdacht zu erhärten".

{{/p class="autor"} Ursula Samary

RZO