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VW Polo: Der Golf des kleinen Mannes

Hamburg Touran, Tiguan, Golf - wenn Volkswagen in einem Segment mitmischt, dann nur ganz vorne. Das gilt auch für die Kleinwagen: Obwohl der aktuelle Polo schon acht Jahre auf dem Buckel hat, führt er die Klasse in Deutschland unbeirrt an.

Corsa & Co. haben schlechte Karten

Eigentlich also kein Grund zur Eile. Doch nach dem Generationswechsel beim Golf bringen die Niedersachsen nun auch die nächste und fünfte Auflage des Polo an den Start und machen es der Konkurrenz noch schwerer. Denn wenn der Kleinwagen Ende Juni zu Preisen ab 12 885 Euro zu den Händlern kommt, haben Corsa & Co. vollends schlechte Karten. Ordentlich dimensioniert, vernünftig ausgestattet, grundsolide abgestimmt und dazu auch noch attraktiv eingepreist, ist dem Golf des kleinen Mannes auch weiterhin die Spitze der Statistik sicher.

Leichter Abschied von Prestige und Premium

Passend zur aktuellen Stimmungslage macht VW den Autokäufern die Abkehr von Prestige und Premium denkbar leicht. Ganz im Geist des Golf entwickelt, aber ein wenig kantiger und kräftiger gezeichnet, ermöglicht der Kleinwagen einen Abstieg ohne nennenswerten Verzicht. In jeder Dimension ein paar Zentimeter gewachsen und dennoch unter der Vier-Meter-Marke gehalten, bietet der Polo nicht nur mehr Platz und 280 Liter Kofferraum. Er wirkt vor allem in den gehobenen Varianten so edel und vornehm, dass man sich in der Mittelklasse wähnt. Die Materialauswahl ist hochwertig, die Verarbeitung liebevoll, und jeder Schalter sitzt genau da, wo man ihn erwartet. Obwohl alles neu ist, fühlt man sich deshalb auf Anhieb zu Hause.

Kein wirkliches Schnäppchen

Zwar ist der Polo ein ausgesprochen attraktives Angebot, weil VW den Grundpreis kaum verändert hat und der Einstieg mit dem Dreitürers im Herbst schon bei 12 150 Euro beginnt. Außerdem hat VW vor allem bei der Sicherheitstechnik nachgelegt und neben vier Airbags und aktiven Kopfstützen nun endlich auch den Schleuderschutz ESP zum Serienstandard gemacht. Doch spätestens beim zweiten Blick in die Preisliste erkennt man, dass mit spitzem Stift kalkuliert wurde. Wichtige Details wie die geteilte Rückbank, den doppelten Boden für einen ebenen Kofferraum, die Schubladen unter den Vordersitzen, die Alufelgen oder die elektrischen Fensterheber für die hinteren Türen gibt es nur in den gehobenen Varianten. Und wer dann noch Nobel-Extras wie Sportsitze, Panoramadach, die Doppelkupplung oder Xenonlicht bestellt, landet schnell in den gehobenen Preisregionen.

Unter der Haube regiert der Sparkurs

Am deutlichsten ist der Fortschritt bei den Motoren: Auch ohne den für Anfang 2010 versprochenen Dreizylinder mit 55 kW/75 PS und einem Verbrauch von 3,3 Litern wird der Polo zum Sparer. Weil die Niedersachsen das Gewicht gedrückt haben und eine neue Motorengeneration zum Einsatz kommt, geht der Verbrauch um bis zu 20 Prozent zurück. Selbst der stärkste Benziner mit immerhin 77 kW/105 PS braucht nur 5,5 Liter (CO2-Ausstoß: 129 g/km). Und als 66 kW/90 PS-Diesel mit Blue-Motion-Paket wird der Polo mit 3,6 Litern und einem CO2-Ausstoß von 96 g/km zum sparsamsten Fünfsitzer am Markt.

Mit Common-Rail wird der Polo zum Leisetreter

Wie viel sich beim Generationswechsel tatsächlich getan hat, merkt man zum Beispiel bei der Probefahrt mit dem 77 kW/105 PS starken Top-Diesel sehr deutlich - sogar in den Ohren. Denn mit der Umstellung auf Common-Rail-Technik ist der Polo zum Leisetreter geworden, bei dem man Dieselnageln nur noch beim Kaltstart hört. Kaum nimmt der Wagen Fahrt auf, gleitet man leise und kultiviert davon.

105 PS markieren die Spitze im Diesel-Programm

Dabei macht der 1,6-Liter-Motor ordentlich Dampf: Mit 240 Nm und einem gut gestuften Getriebe macht der Polo einen quirligeren Eindruck als ein Sprintwert von 10,4 Sekunden vermuten lässt. Und 189 km/h sind auch nicht schlecht. Das Beste allerdings ist der magere Verbrauch. Die 4,2 Liter aus dem Normzyklus (106 g/km) lassen sich im Alltag zwar nicht erreichen. Aber man muss schon penetrant die Schaltempfehlung übergehen, um über fünf Liter zu kommen.

Das Fahrwerk will es allen recht machen

Weil es VW mit dem Polo möglichst vielen Kunden recht machen will, ist sein Fahrwerk für alle Widrigkeiten gewappnet: Egal ob kurvige Landstraße, löchrige Altstadtpiste oder frisch geteerte Autobahn - überall bietet der Polo einen gelungenen Kompromiss aus Komfort und Dynamik. Wer es besonders weich oder hart mag, wird mit Federung und Lenkung vielleicht ein wenig hadern. Aber wer in der Mitte angesiedelt ist, fühlt sich auch im neuen Polo wohl.

Fazit: Das richtige Auto zur rechten Zeit

Mit dem Modellwechsel ist der Polo dem Golf so nahe wie nie zuvor: Zwar ist der Kleinwagen rund 3000 Euro günstiger, doch bietet er genügend Platz, ist schmuck gezeichnet, gut ausgestattet und sparsam motorisiert - oder mit den Worten von VW-Chef Martin Winterkorn einfach «das richtige Auto zur rechten Zeit».

Datenblatt VW Polo
Motor und Antrieb: Vierzylinder-Common-Rail-Diesel
Hubraum: 1598 ccm
Max. Leistung: 77 kW/105 PS
Max. Drehmoment: 250 Nm bei 1500 - 2500 U/min
Antrieb: Frontantrieb
Getriebe: Fünfgang-Schaltgetriebe
Maße und Gewichte:
Länge: 3970 mm
Breite: 1682 mm
Höhe: 1453 mm
Radstand: 2470 mm
Leergewicht: k.A.
Zuladung: k.A.
Kofferraumvolumen: 280 bis 952 Liter
Fahrdaten:
Höchstgeschwindigkeit: 189 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 10,4 s
Durchschnittsverbrauch: 4,2 Liter/100 km
Reichweite: 1070 km
CO2-Emission: 109 g/km
Kraftstoff: Diesel
Schadstoffklasse: EU5
Kosten:
Basispreis der Modellreihe: 12 885 Euro
Grundpreis des 1,6 TDI Comfortline: 18 385 Euro
Typklassen: k.A.
Kfz-Steuer pro Jahr: 152 Euro ab 3. Jahr der Zulassung
alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke
Wichtige Serienausstattung:
Sicherheit: ESP, Front- und Seiten-Airbags
Komfort: Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung

dpa-infocom



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