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Peugeot 206+: Der aufgemöbelte Dauerläufer

Hamburg Deutschland wrackt ab und kauft günstige Kleinwagen. Das verschafft dem Peugeot 206 eine Renaissance, obwohl er schon mehr als zehn Jahre auf dem Markt ist und längst einen würdigen Nachfolger hat.

Der kleine Löwe ist immer noch im Rennen

Peugeot hat den kleinen Löwen pünktlich zum Boom der billigen Modelle noch einmal überarbeitet. Er trägt jetzt ein Plus im Kürzel und geht mit einem frischem Gesicht sowie einem aufgemöbeltem Innenleben ins Rennen. Außerdem wurden die Preise neu kalkuliert, so dass die Liste jetzt mit 9950 Euro für den Drei- und 10 600 Euro für den Fünftürer beginnt. Ein Dacia Sandero ist zwar noch billiger. Doch selbst vom kleinen Bruder 107 trennen den 206 nun gerade einmal 100 Euro, und zwischen ihm und einem VW Polo oder Opel Corsa liegen künftig Welten.

Mehr Ausstattung als viele Billigmodelle

Dabei hat Peugeot an der Ausstattung nicht gespart. Anders als viele Billigautos bekommt der 206+ nicht nur vier Airbags und Kopfstützen für alle fünf Plätze. Unter anderem sind auch eine Servolenkung, elektrische Fensterheber vorn und eine Zentralverriegelung mit Funkschlüssel Standard. Gegen Aufpreis ist neben Klima, Musik und Metallic-Lack zumindest für die stärkeren Motorvarianten außerdem der Schleuderschutz ESP lieferbar.

Aufgehübscht für eine weitere Runde

Dass der Wagen eigentlich längst aufs Altenteil gehört, sieht man ihm kaum mehr an. Obwohl alle Blechteile unverändert blieben, haben die Franzosen mit ein bisschen frischer Schminke viel erreicht. So genügen eine neue Frontschürze samt der typischen Hakennase für ein jugendlicheres Gesicht und ein neuer Heckstoßfänger für einen knackigen Abschluss. Etwas albern wirken dagegen die Tankkappe im Alu-Design und die Rückleuchten in LED-Optik, die jeder zweitklassige Tuner besser macht.

Innenraum im Geist einer neuen Zeit

Auch der Innenraum erscheint im Geist einer neuen Zeit: Nicht nur die Materialien sind vornehmer und die Passfugen enger. Vor allem schmückt sich der 206+ nun mit einem neuen Cockpit, das den technischen Rückstand zu seinen Geschwistern aufholt. Obendrein überrascht der kleine Franzose mit einem großen Raumangebot. Obwohl er mit einer Länge von 3,87 Metern in die Lücke zwischen dem 3,43 Meter kurzen 107 und seinem mittlerweile auf 4,03 Meter gewachsenen Nachfolger passt, hat man in der ersten Reihe reichlich und in der zweiten ordentlich Platz. Auch der Kofferraum ist mit 285 Litern groß genug. Einzig an der Sitzposition hapert es: Weil die Sessel wenig Seitenhalt und Verstellweg bieten und man das Lenkrad nur in der Höhe justieren kann, ist eine bequeme Haltung Glücksache.

Der Diesel läuft langsam und laut - aber lange

Angeboten wird der 206+ nur noch mit zwei Benzinern mit 44 kW/60 PS oder 55 kW/75 PS und einem Diesel, der auf 50 kW/68 PS kommt. Zwar verlangen die Franzosen für den Selbstzünder fast 2000 Euro Aufpreis und können dann noch nicht einmal einen Partikelfilter liefern. Doch wer auch mit einem kleinen Auto große Strecken zurücklegt, trifft damit eine gute Wahl. Selbst mit einem schweren Gasfuß kann man den Verbrauch kaum über fünf Liter treiben und freut sich deshalb über eine Reichweite von mehr als 1000 Kilometern.

Das Fahrwerk wirkt wie von gestern

Allerdings muss man dafür auch Geduld mitbringen. Obwohl das maximale Drehmoment bei 160 Nm liegt und die fünf Gänge nur so durchs Getriebe flutschen, braucht der Peugeot zähe 13,8 Sekunden bis Tempo 100. Und noch ehe die Tachonadel bei 170 steht, ist der Spaß wieder vorbei. Außerdem wirkt der 1,4-Liter im Vergleich zu aktuellen Dieseln laut und ungehobelt. Ein wenig wie von gestern wirkt auch das Fahrwerk. Wo sein Nachfolger scharf und sauber durch die Kurven schneidet wie ein französisches Winzermesser durch einen festen Käse, wirkt der 206+ stumpf und ungenau. Außerdem sind Abrollkomfort und Geräuschdämmung allenfalls Mittelmaß.

Fazit: Das richtige Auto zur richtigen Zeit

Dennoch ist der 206+ das richtige Auto zur richtigen Zeit. Schließlich darf man den Dauerläufer nicht mit jüngeren und durchweg teureren Kleinwagen aus Europa vergleichen. Als Referenz dienen eher die Modelle aus Fernost und die kompakten Gebrauchten. Deshalb macht er mit seinem ordentlichen Platzangebot, der standesgemäßen Ausstattung und dem attraktiven Preis noch immer eine ordentliche Figur. Und was einem beim Fahren an Spaß fehlt, kann man ja mit der Freude am Sparen kompensieren.

DATENBLATT: Peugeot 206+ 1.4 HDI Eco
Motor und Antrieb: Vierzylinder-Common-Rail-Diesel
Hubraum: 1398 ccm
Max. Leistung: 50 kW/68 PS bei 4000 U/min
Max. Drehmoment: 160 Nm bei 2000 U/min
Antrieb: Frontantrieb
Getriebe: Fünfgang-Schaltgetriebe
Maße und Gewichte:
Länge: 3872 mm
Breite: 1655 mm
Höhe: 1446 mm
Radstand: 2443 mm
Leergewicht: 1042 kg
Zuladung: 434 kg
Kofferraumvolumen: 285 Liter
Fahrdaten:
Höchstgeschwindigkeit: 169 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 13,8 s
Durchschnittsverbrauch: 4,2 Liter/100 km
Reichweite: 1200 km
CO2-Emission: 110 g/km
Kraftstoff: Diesel
Schadstoffklasse: EU4
Kosten:
Basispreis der Modellreihe: 9950 Euro
Grundpreis des 1.4 HDI Eco: 11 800 Euro
Typklassen: KH 17/VK 19/TK 19
Kfz-Steuer pro Jahr: 216 Euro/Jahr
alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke
Wichtige Serienausstattung:
Sicherheit: Front- und Seiten-Airbags
Komfort: Servolenkung, elektr. Fensterheber vorn, Zentralverriegelung

dpa-infocom



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