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Wie werde ich...? Zahnarzt

Berlin Der Besuch beim Zahnarzt ist gefürchtet. Die Mediziner brauchen deshalb nicht nur ein ruhiges Händchen, wenn sie bohren - sie müssen oft auch Händchen halten und versuchen, Patienten die Behandlung so angenehm wie möglich zu machen.

«Gebohrt wird schon im fünften Semester», sagt David Rieforth, Vorsitzender des Bundesverbands der deutschen Zahnmedizinstudenten (BdZM) in Berlin. Dann müssen allerdings noch Modelle und Phantomköpfe herhalten. Zahntechnische Grundlagen lernen die angehenden Mediziner während des Studiums im Labor, wo sie erste Goldkronen auf Kunststoffzähnen setzen oder Prothesen erstellen.

Wer Zahnarzt werden will, kommt um ein Studium der Zahnmedizin nicht herum. «Studenten erwartet darin eine Mischung aus handwerklichen Anforderungen und einer medizinisch-wissenschaftlichen Ausbildung», sagt Jens Nagaba von der Bundeszahnärztekammer in Berlin. Die Regelstudienzeit beträgt elf Semester.

Der Studiengang sei zulassungsbeschränkt, erläutert Maurice Schreiber von der Fachschaft der Zahnmediziner an der Uni Mainz. Die Zulassung werde über die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) in Dortmund geregelt, bei der sich Interessenten direkt bewerben müssen. Im Sommersemester 2009 lag die Notenbeschränkung bei einem Abiturschnitt von 1,6. Laut der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg soll ab 2010 auf die neuen Bachelor-Abschlüsse umgestellt werden.

Nach bestandenem Physikum - der umfangreichen Zwischenprüfung der Zahnmediziner in Fächern wie Anatomie, Physiologie und Biochemie - erwartet die «Zahnis» der klinische Teil des Studiums. Darin behandeln die Studenten erstmals Patienten, machen erste Füllungen, stellen Inlays im Labor selbst her und assistieren im OP. Bevor sie sich jedoch am Ende der Studienzeit Zahnarzt nennen dürfen, wartet das Staatsexamen mit 14 mündlichen und mehrwöchigen praktischen Prüfungen im Zahnlabor.

Dafür haben Absolventen dann eine komplette Facharztausbildung in der Tasche. «Absolventen sind im Anschluss berufsfertig ausgebildet und dürfen als Zahnarzt arbeiten», sagt Ulrich Rubehn, stellvertretender Bundesvorsitzender des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte (FVDZ) in Berlin.

Nach zweijähriger Assistenzzeit in Kliniken oder Gemeinschaftspraxen erhalten Zahnärzte eine Kassenzulassung, die zur Niederlassung in einer Praxis berechtigt. Weitere Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es in zahnmedizinischen Kliniken und bei Krankenkassen. Der Brutto-Monatslohn kann dabei nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg bis zu 4500 Euro betragen.

Dafür wird den Mediziner aber einiges abverlangt: Laut Rubehn müssen sie nicht selten mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten, und das unter hohem Zeit- und Kostendruck. Einen immer größeren Stellenwert nehme die Vorsorge ein. Durch Gespräche und eine angenehme Gestaltung der Behandlungsräume gelte es, eine Vertrauensbasis zu Patienten aufzubauen und ihnen fachlich zur Seite zu stehen. «Das erfordert eine hohe soziale und menschliche Kompetenz», sagt Rubehn. Frauenanteil nimmt zu Frauen sind bislang in der Minderheit im Zahnarztberuf: Laut einer Studie des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ) in Köln gab es 2008 in Deutschland rund 57 000 niedergelassene Zahnärzte, gut 22 000 davon waren weiblich. Bis zum Jahr 2030 wird sich dieses Verhältnis voraussichtlich aber stark ändern: Die Zahl männlicher Zahnärzte werde um 30 Prozent sinken, während sie bei den weiblichen Kollegen um 63 Prozent steigen soll. Hochschulstatistiken untermauern das: Im Fach Zahnmedizin sind laut dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden derzeit 13 765 Studenten eingeschrieben, davon 8370 Studentinnen. Von Andreas Thieme, dpa

dpa-infocom


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