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Tipps zum Kauf von Elektrorasierern

Berlin «Triple Action Free Float System» - mit Auszeichnungen wie dieser wird nicht etwa ein neues Nasa-Spaceshuttle beworben, sondern die derzeitige Generation von Elektrorasierern. Ganz unpassend erscheint das nicht.

Denn aktuelle Modelle sind oft kleine Hightech-Maschinen: Sie rasieren mit Hilfe von nanobeschichteten Klingen und reinigen sich auf Wunsch automatisch. Wer das alles braucht, ist allerdings die Frage.

Zwei Systeme konkurrieren miteinander auf dem Markt. Während Braun wie fast alle Hersteller einen schwingenden Klingenblock mit Scherfoliensystem einsetzt, werden die Barthaare bei Philips von kreisrunden Scherköpfen gestutzt. Remington hat beide Varianten im Programm. «Von der Leistung her sind beide Systeme gleichwertig», sagt Thomas Müller von der Stiftung Warentest in Berlin. «Womit man besser klarkommt, ist eher eine Geschmackssache.»

Das Flaggschiff von Braun 790cc arbeitet mit Schalltechnologie, um eine besonders gründliche Rasur zu ermöglichen, erläutert Jens Bergfeld, der den Bereich für Procter & Gamble in Schwalbach am Taunus betreut. Die Vibrationen des Geräts sollen dem Besitzer gewissermaßen die Barthaare zu Berge stehenlassen, damit sie besser geschnitten werden können. Konkurrent Panasonic setzt beim ES8249 dagegen auf Schnelligkeit und ein geballtes Scherblätteraufgebot. Ein Vierfach-Scherkopf soll mit 13 000 Schwingungen pro Minute die Härchen kappen.

Solche Geräte kosten aber 300 Euro und mehr - beim Discounter gibt es Rasierer dagegen schon für 30 Euro. Der Unterschied ist laut Stiftung Warentest durchaus spürbar. Im einem Test erwies sich der Kinnknochen als Stolperfalle für einen Billigrasierer. So mussten die Prüfer einige Stellen mehrmals rasieren, weil der Scherkopf sich nicht den Gesichtskonturen anpasste. Modelle aus den höheren Preisklassen können das besser.

Viele aktuelle Modelle sind wasserdicht - das soll es ermöglichen, die Geräte auch unter der Dusche zu benutzen. «Da frage ich mich aber, ob man das braucht - denn wer rasiert sich schon unter der Dusche?», fragt Thomas Müller von der Stiftung Warentest.

Für eine Ganzkörperrasur sei das allerdings praktisch, sagt Bergfeld. Denn unter fließendem Wasser würden die Haare beim Trimmen weniger gezupft. Das sei inzwischen sehr gefragt, ergänzt Philips-Sprecherin Julia Bouwman in Hamburg. Laut einer Umfrage von TNS Infratest in München im Auftrag von Philips hält rund jeder sechste Deutsche (knapp 16 Prozent) behaarte Achseln für unattraktiv. Und fast jeder dritte Mann (30 Prozent) findet eine Ganzkörperrasur aus hygienischen Gründen wichtig.

Beim Kauf sollten Kunden aber nicht nur auf die technischen Leistungsangaben achten - wichtig sei auch, ob der Rasierer gut in der Hand liegt und die Knöpfe gut erreichbar sind, sagt Müller. Das probierten Kunden am besten im Laden aus, indem sie das Gerät einmal in die Hand nehmen. Hat das Modell einen Trimmer, empfehle sich auch ein Blick darauf, wo dieser eingebaut ist. «Teilweise sind die so ungeschickt angebracht, dass man mit dem Gerät in der Hand im Spiegel gar nicht sehen kann, was man mit dem Trimmer rasiert.» Reinigungsstationen sind entbehrlich Wem das Reinigen des Rasierers zu lästig ist, der kann das auch automatisch erledigen lassen: Aktuelle Modelle besitzen oft eine Reinigungsstation, in der das Gerät ohne Zutun des Besitzers wieder sauber wird. «Das ist aber eher Schnickschnack», sagt Thomas Müller von der Stiftung Warentest in Berlin. «Die meisten Geräte lassen sich eh unter Wasser ausspülen, das reicht völlig und geht meist sogar schneller.» Für die Kaufentscheidung sollte es daher keine Rolle spielen, ob ein Gerät eine Reinigungsstation hat oder nicht. Von Tobias Schormann, dpa

dpa-infocom


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