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Sternchen im Vorgarten: Spiersträucher und Deutzien

Bonn Spiersträucher und Deutzien gelten als Allerweltsgehölze.

«Ein gemeiner und harter Strauch» urteilte der Botaniker Johann Gottlieb Gleditsch schon 1773 über Spiraea salicifolia.

Und dabei scheint es geblieben zu sein. Auch heute noch sind sie gerade mal für Vorgärten und Straßenränder gut. Sie werden zwischen andere Gehölze gezwängt, gestutzt und verschnitten. Dabei können sie so schön sein.

Botanisch gesehen haben Spiraea und Deutzia nicht viel gemein. Erstere zählen zu den Rosengewächsen, die zweiten sind eng mit dem Falschen Jasmin (Philadelphus) verwandt. Trotzdem werden sie gern verwechselt, denn die Arten beider Gattungen besitzen vergleichbare Größe. Bei genauerem Hinsehen lassen sie sich jedoch ganz einfach unterscheiden.

Deutzien blühen glocken- oder schalenförmig, wobei die einzelnen Blütchen die Form von Sternen haben. Sternchenstrauch lautet daher auch einer ihrer populären Namen. In den lockeren, kurzen Rispen oder Trugdolden treten die Einzelblüten deutlich hervor. Bei den Spiersträuchern geht die Einzelblüte dagegen in der Blütenmenge unter. Das Auge nimmt flache Schirmchen, spitze Blütenkegel oder Tuffs wahr. Erst bei genauem Hinsehen zeichnen sich die winzigen, flachen Blütenrädchen ab.

Außerdem blühen die Spiersträucher immer als Erste. Spiraea x cinerea 'Grefsheim' eröffnet Ende April den Reigen. Wie mit Schnee bedeckt wirken ihre zierlichen, überhängenden Zweige, mit denen sie einen bis zu zwei Meter hohen und breiten Busch bildet. Strahlend setzt sie sich inmitten frühlingshafter Farben in Szene. Die ähnlich hohe, aber zierlichere Brautspiere (Spiraea arguta) folgt wenig später. Auch sie trägt Schneeweiß an bogig überhängenden Zweigen.

Als kleines Abbild der Brautspiere gilt die Frühlingsspiere (Spiraea thunbergii). Mit 80 bis 100 Zentimeter hohen, dünnen, fein verästelten und bogig überhängenden Zweigen erscheint sie locker und elegant. Nur von anderen Pflanzen bedrängen lässt sie sich ungern. Wie die beiden anderen auch antwortet sie darauf mit kahlen Zweigen und spärlichen Blüten.

Im Mai schlüpft Deutzia gracilis, die aufgrund ihrer weißen glockigen Blüten auch Maiglöckchenstrauch genannt wird, in eine ähnliche Rolle. Mit ihren 60 bis 80 Zentimetern Höhe fügt sie sich nicht nur gut in kleine Gärten. Deutzia x hybrida setzt die Zeit der schönen Deutzien im Juni fort. 'Mont Rose' gilt mit ihren weit geöffneten, pastellrosa Sternchen als eine der reizendsten. Aber auch 'Perle Rose' mit rosaweißen Schalenblüten und 'Pink Pompon' mit rosa Knospen und weißen Blüten können sich sehen lassen. Mit 150 bis 200 Zentimetern Höhe sind sie etwas stattlicher als der Maiblumenstrauch, aber zierlicher als die hohen Spiersträucher.

Letztere recken im Mai und Juni ihre mit Blütenschnee überrieselten Zweige. Die Prachtspiere (Spiraea vanhouttii) ist wohl die bekannteste. Mit bis zu drei Metern Höhe verträgt sie sich gut mit Zieräpfeln, Zierkirschen, Wildrosen und Flieder als Nachbarn. Vielleicht noch besser eignet sich die Japanische Strauchspiere (Spiraea nipponica) für freiwachsende Blütenhecken. Sie blüht ebenfalls von Mai bis Juni und trägt bis zu sieben Zentimeter breite weiße Doldentrauben.

Mit den rund ein Meter hohen Deutzia x rosea-Sorten und den bis zu drei Meter hohen stattlichen Deutzia x scabra lässt sich die Zeit der graziösen Sternchensträucher bis in den Juli hinein verlängern. Die Spiersträucher starten dann noch einmal richtig durch, wenn auch etwas verwandelt. 30 bis 90 Zentimeter niedrige Sträucher sind es nun, die schirmartige Rispen in allen Nuancen von Rosa bis zu kräftigem Rubinrot tragen. Vor allem die Sorten von Spiraea japonica, von denen einige früher als Spirea bumalda bezeichnet wurden, bestimmen von Juli bis September das Bild. Besonders eindrucksvoll wirken gelblaubige Sorten wie 'Golden Princess' oder 'Goldmound'. Der richtige Schnitt für Deutzien und Spiersträucher - Deutzien bilden alljährlich Jungtriebe in Bodennähe. Damit sie Platz haben, werden alte Triebe alle zwei bis drei Jahre ausgelichtet. Der richtige Zeitpunkt dafür ist nach der Blüte.

- Deutzien nie komplett auf eine Höhe zurückschneiden, sie wachsen sonst besenartig.

- Frühlingsblühende Spiersträucher bekommen ihren Schnitt nach der Blüte, sommerblühende im Frühjahr.

- Für alle Spiersträucher gilt: Regelmäßig totes und altes Holz entfernen. Die schönen, bogig überhängenden Frühlings-Spiraeen werden «gefühlvoll» ausgelichtet. Die niedrigen Sommer-Blüher bekommen alle drei Jahre einen Radikalschnitt bis auf den Boden. Von Helga Panten, dpa

dpa-infocom



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