pic Zählpixel
kalaydo leftkalaydo logo
suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
< Schnell-Navigation >
KinoWelt VideoWelt FotoWelt MeineWelt
Garten & Umwelt     » News     » Gartenwelt     » Umwelt     » Zeit für…

Schöne Pelargonien: Von wegen nur dicke Blütenköpfe

Bonn Geranien müssen dicke Blütenköpfe mit runden Blüten besitzen, dann sind sie richtig. Lange Jahre schien das so.

Vergessen war die Formen-Vielfalt, die die Menschen im 19. Jahrhundert begeisterte. Doch seit einigen Jahren kommt Bewegung ins Sortiment.

Sternblütige Pelargonien tauchten seitdem in Deutschland auf. Die unermüdlich blühenden Angel-Pelargonien folgten ihnen. Jetzt verblüfft die erste gelb blühende Sorte. «Zu den in neuester Zeit wiederum mit besonderer Liebhaberei gepflegten und durch Aussaaten vervollkommneten Modepflanzen gehören die Pelargonien oder Geranien», berichtete die Zeitschrift «Gartenflora» im Jahr 1852. Damals ließen Kaiser Franz I. von Österreich und Queen Victoria Pelargonien-Häuser für ihre Sammlungen bauen. Spezialisten wie der Hofgärtner Brasch aus Berlin boten 350 bis 400 Arten und Sorten an. Bekannt waren rund 1000 Hybriden, deren Ursprung schon damals nicht mehr ganz nachvollziehbar war.

Angel-Pelargonien entzückten die Geranien-Fans der Kaiser-Zeit mit kleinen, stiefmütterchenartigen Blüten. Von Pelargonium angulosum leitet sich ihr Name ab, obwohl sie, wie man heute weiß, von Pelargonium crispum abstammen. Als erste wurde 1820 die Sorte 'Angelina' registriert. Sie und ihre Schwestersorten wuchsen robust und unempfindlich in Beet und Balkonkasten. Trotzdem standen sie bald im Schatten der prächtigen, wenn auch empfindlicheren Englischen Pelargonien (Pelargonium grandiflorum). Erst die heutigen Züchter entdeckten ihre Schönheit wieder. Die purpurweiße 'Randy' kam vor acht Jahren als erste auf den Markt. Weitere Sorten folgten.

Die Schönheiten mit Rosenknospen- Blüten warten dagegen noch auf die Wiederentdeckung. 'Appleblossom Rosebud' aus dem Jahr 1870 ist eine von ihnen. Charakteristisch für sie und ihre Schwestern sind Blüten mit so üppiger Füllung, dass sie sich nicht mehr vollständig öffnen können. So formen sie zierliche «Rosenknöspchen», die wie ein kleines Bukett in den Blütendolden zusammen stehen. Ein bisschen regenempfindlich ist ihre Schönheit. Wer eine der raren Gestalten ergattert, sollte sie deshalb gut geschützt aufstellen.

Auch bei den Tulpenblütigen öffnen sich die Blüten nicht ganz. 1966 entstanden die ersten dieser ungewöhnlichen Sorten. Sie formen ungefüllte, nur an der Spitze geöffnete «Tulpen», die zum Beispiel bei 'Happy Birthday' als pinkfarbenes Sträußchen zusammen sitzen. Reizend sieht das aus. Trotzdem blieben sie bis heute Raritäten.

Bei den Stellar-Pelargonien ist das anders. Sie haben sich seit rund zehn Jahren einen festen Platz in den Balkonkästen erobert. Ihre tief geschlitzten Blütenblätter besitzen flirrende Leichtigkeit. In Australien entstanden in den 1950er Jahren die ersten Sorten. Aber es dauerte, bis sie dem hiesigen Klima angepasst waren. Nun machen sie als 'Fireworks' oder 'Summer Twist' den dicken Geranien Konkurrenz.

Die fingerförmigen Pelargonien, die auch als Formosa-Hybriden bezeichnet werden, sind dagegen nach wie vor etwas für Spezialisten. Ihre Blätter und Blütenblätter sind kräftig geschlitzt. Bei 'Els' beispielsweise stehen sie fransig ab, so als trage die Pflanze lockere, aprikot-rosa Pinsel. 'Red Witch' bildet das knallrote Gegenstück dazu. Leicht verwechselt werden sie mit den kaktusblütigen Sorten. Erst bei genauem Hinsehen offenbart sich, dass deren Blütenblätter gar nicht geschlitzt sind. Sie öffnen vielmehr dicht gefüllte Blüten mit spitz zulaufenden Blütenblättern.

Wahre Charaktergestalten finden sich unter den Unique-Pelargonien, die noch eng mit den Wildformen verwandt sind. Ab 1855 wurden sie in Großbritannien gezüchtet. Eine der ältesten, noch heute existierenden ist 'Madame Nonin', deren Laub von der Form her an die bekannte Rosengeranie (Pelargonium x fragrans) erinnert. Von ihr ist es zur großen Gruppe der Duftgeranien nur ein kleiner Schritt.

Bei ihnen, wie bei den meisten Pelargonien, dominieren purpurne, rosa, rote oder weiße Blütentöne. Es gibt aber auch gelbblütige Wildarten wie Pelargonium oblongatum oder Pelargonium raddianum. Ihr Gelb auf die robusten und großblütigen Zonal-Pelargonien zu übertragen, reizte die Züchter seit langem. Mit 'First Yellow' ist der Durchbruch jetzt gelungen. Sie blüht in sanftem Gelb, zu dem die rotbraunen Staubgefäße hübsch kontrastieren. Tipps zur Pelargonien-Pflege - Pelargonien mögen volle Sonne und volles Licht.

- Sie brauchen ausreichende Düngung und regelmäßiges Gießen.

- Nasskaltes Wetter behagt ihnen nicht, auch wenn die modernen Balkonsorten ganz gut damit zurecht kommen.

- Ungefüllte Blüten sind unempfindlicher gegen Regennässe als gefüllte.

- Rechtzeitiges Ausbrechen verblühter Blütenstände hilft Pilzerkrankungen vermeiden. Von Helga Panten, dpa

dpa-infocom



Sie benötigen Flash Player 9, um den RZ-Video-Player ansehen zu können.
Regioticker
Eventkalender
rz lexikon
Energiesparen