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Harter Schnitt: Manche Pflanze blüht danach auf

Bonn Mit ein paar Schnitten hier und da ist es nicht getan.

Bevor der Hobbygärtner seine Pflanzen zurechtschneidet, sollte er wissen, wo die Schere anzusetzen ist.

Denn einige Stauden sollten gar nicht , andere regelmäßig geschnitten werden. Mal müssen verblühte Pflanzenteile, mal muss das gesamte Grün bis knapp über dem Boden entfernt werden. Bei einer solchen verwirrenden Vielzahl von Empfehlungen fällt der Durchblick nicht leicht.

Die einfachste Form des Schnitts ist das Durchputzen. Dabei werden Einzelblüten oder ganze Blütenstände entfernt. Andernfalls würden zum Beispiel Lupinen oder abgeblühte Glockenblumen unansehnlich wirken. Es geht aber nicht nur um die Optik. Mindestens ebenso wichtig ist das Entfernen der Samenansätze. Wer Akelei, Phlox oder Frauenmantel nicht schneidet, hat bald reichlich Sämlinge, die meist vollkommen anders aussehen als die Mutterpflanze.

Bei manchen Pflanzen ist es damit nicht getan. Sie sollten unmittelbar nach der Blüte einen Totalrückschnitt bis auf zehn Zentimeter über dem Boden erhalten. So radikal werden beispielsweise Rittersporne oder Feinstrahlastern behandelt. Bei Salvien, Brennender Liebe (Lychnis chalcedonica) und Prachtscharte (Liatris) sollte aber die Grundrosette der Blätter stehen bleiben. Innerhalb von vier bis sieben Wochen blühen sie dann ein zweites Mal.

Andere Arten bleiben durch einen Rückschnitt nach der Blüte eher gesund. So neigen beispielsweise Indianernesseln (Monarda) zu Mehltaubefall. Werden sie nach der Blüte vollkommen zurückgeschnitten, treiben sie neu und gesund aus. Bei den Knäuelglockenblumen (Campanula glomerata) lässt sich so der Befall mit Glockenblumenrost vermindern. Dem nach der Blüte meist etwas schäbigen Lungenkraut verhilft der Rückschnitt zum Aufbau einer ansehnlichen frischen Laubdecke. Der Gilbweiderich (Lysimachia punctata) wiederum antwortet ebenso wie die Gelenkblume (Physostegia) auf den radikalen Rückschnitt mit vitalem Neuaustrieb.

Das Schnittrezept für andere Arten ist weniger radikal, aber arbeitsaufwändiger. Trotzdem lohnt sich die Mühe, denn die Pflanzen reagieren mit deutlich verlängerter Blüte. Bei Margerite, Iris und Taglilie werden dafür die einzelnen verblühten Blütenstängel knapp über dem Boden herausgeschnitten. Beim Hohen Phlox entfernt der Schnitt nur die abgeblühten Rispen. Die Blätter sollten unbedingt erhalten bleiben. Denn in ihren Achseln entwickelt sich der zweite Blütenflor. Ähnliches gilt für Lupinen und Veronika. Bei anderen Korbblütlern wie Mädchenaugen (Coreopsis) oder Sonnenhüten (Rudbeckien) werden nur die verblühten Körbchen weggeschnitten.

Eine Besonderheit ist der Vorblüteschnitt, der nicht jedem Gartenfreund leicht fällt. Er hat aber seine Berechtigung, denn er macht die Pflanze standfester und zögert die Blüte hinaus. Der Vorblüteschnitt entfernt etwa ein Viertel des ausgewachsenen Triebs und zwingt die Pflanze damit, sich zu verzweigen und sich buschiger aufzubauen. Besonders den hohen Astern (Aster novi-belgii und Aster novae-angliae) tut ein Vorblüteschnitt gut. Ihre langen Stängel neigen ansonsten zum Auseinanderfallen. Auch die Fetten Hennen (Sedum telephium), Phloxe und Sonnenbräute (Helenium) reagieren gut auf den Vorblüteschnitt. Tipps für den richtigen Schnitt - Nur eine scharfe Schere liefert saubere Schnitte. Liegt sie gut in der Hand, fällt das Schneiden leichter.

- Ein sauberer Schnitt durchtrennt den Stängel gerade und ohne zu quetschen. So bleibt die Wunde möglichst klein.

- Geschnitten wird entweder kurz über dem Boden oder einen halben Zentimeter über einem Knoten.

- Über dem Knoten sollte keine lange Internodie - ein Abschnitt zwischen zwei Knoten - stehen bleiben. Sie stört den Saftfluss.

- Der Knoten selbst darf nicht verletzt werden. In ihm entspringen neue Knospen, Seitentriebe und Blätter. Von Helga Panten, dpa

dpa-infocom



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