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Langsamer Aufstieg schützt vor Bergkrankheit

Heidelberg/Regensburg Mit der Höhenkrankheit haben üblicherweise Bergsteiger zu kämpfen, die im Himalaya oder in den Anden unterwegs sind.

Dort führen die Auswirkungen der dünnen Luft schnell zu gefährlichen Formen der Krankheit - und nicht selten zum Tod.

Die harmlosere Variante ist die akute Bergkrankheit. Sie tritt in verhältnismäßig geringen Höhen auf und betrifft potenziell deshalb jeden Wanderer, der sich auf den Weg in die Berge macht. Doch egal ob auf der Wandertour in den Alpen oder beim Trekking in Asien - das Risiko, eine Form der Höhenkrankheit zu bekommen, lässt sich durch den richtigen Aufstieg enorm reduzieren.

Die akute Bergkrankheit könne den Bergsteiger schon in Höhen ab 2500 Metern befallen, erklärt Christoph Dehnert von der Abteilung Sportmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg. Er beschäftigt sich seit mehreren Jahren wissenschaftlich mit dem Thema Höhenkrankheit. Die Symptome seien dabei vor allem Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und Abgeschlagenheit.

Die Bergkrankheit und zwei andere , weitaus gefährlichere Krankheitsbilder - das Höhen-Lungenödem und das Höhen-Hirnödem - haben eine gemeinsame Ursache: der sinkende Sauerstoffpartialdruck. «Je höher der Bergsteiger aufsteigt, umso weniger Sauerstoff ist in der Luft», erklärt Frank Möckel vom Institut für Sportmedizin und Prävention in Regensburg. Schon ab 2500 Metern Höhe sei merklich weniger Sauerstoff in der Luft als auf Seehöhe.

Die beste Vorbeugung sei in jedem Fall eine gute Akklimatisierung, rät Dehnert. «Je länger diese Phase andauert, umso besser kann sich der Körper an die Höhe gewöhnen.» Der wichtigste Faktor sei dabei die Geschwindigkeit des Aufstiegs, fügt Möckel hinzu. «Je langsamer der Bergsteiger aufsteigt, umso geringer ist die Gefahr, an der Bergkrankheit zu erkranken.»

Viele unerfahrene Wanderer machten allerdings den Fehler, an den ersten Sommertagen mit der Seilbahn auf die Höhen zu fahren, warnt Stefan Winter vom Ressort Breitensport beim Deutschen Alpenverein (DAV) in München. Treten dann erste Symptome auf, könne es helfen sich hinzusetzen, Ruhe zu bewahren und etwas Zuckerhaltiges zu trinken. «Am sichersten ist aber die direkte Rückkehr ins Tal.»

Befindet sich der Wanderer zum Beispiel beim Trekking, sollte er in jedem Fall nicht weiter aufsteigen, sagt Dehnert. «Meistens klingen die Symptome nach ein bis zwei Tagen wieder ab.» Passiert das nicht oder verschlimmern sie sich sogar, sollte der Wanderer absteigen. Wer nicht mehr als 300 bis 500 Meter pro Tag aufsteigt, bleibe weitgehend verschont. «Es ist beim Expeditionsbergsteigen durchaus üblich, am Tag über 1000 Höhenmeter zur Akklimatisierung aufzusteigen.» Wichtig sei dann aber, wieder auf einer niedrigeren Höhe zu schlafen. Denn es gelte noch immer die alte Regel: «Climb high, sleep low», sagt Möckel.

Morgens vor dem Aufstehen sollte der Bergsteiger außerdem seinen Ruhepuls kontrollieren, rät der Mediziner. «Liegt er 20 Prozent höher als der Ruhepuls im Tal, ist das ein Zeichen dafür, dass der Körper noch daran arbeitet, sich auf die Höhe umzustellen.» Die Pulsmessung sei allerdings nur ein weicher Indikator. Für den Laien seien Anzeichen der akuten Bergkrankheit ohnehin nur schwer zu erkennen. Im Zweifel sollte man immer davon ausgehen, dass man betroffen ist. Bergrettung und Rucksackapotheke Treten Anzeichen der Bergkrankheit auf, könne dies vor allem in entlegenen Regionen gefährlich werden, erklärt Stefan Winter vom Deutschen Alpenverein. Im Zweifelsfall müsse die Bergwacht mit dem Hubschrauber ausrücken. Wanderer sollten sich deshalb vor der Reise informieren, ob ihre Versicherung den Abtransport mit dem Helikopter bezahlt. So übernehmen manche Versicherer zwar den Heli-Einsatz in Deutschland, nicht aber in Österreich. Jeder Wanderer sollte außerdem eine kleine Rucksackapotheke und eine Wärmedecke mitnehmen. Von Philipp Laage, dpa

dpa-infocom



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