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Wie eine zweite Geburt: Spenderorgane retten Leben

Köln/Frankfurt/Main Funktionierende Nieren sind lebenswichtig.

Wenn sie auf Dauer versagen, hilft nur noch eine regelmäßige Blutwäsche - oder eine Transplantation.

Doch der Weg dahin ist weit. Knapp 11 000 Deutsche warten auf ein Spenderorgan, zwei von drei davon auf eine Niere. «Es werden weit mehr Organe benötigt, als Spender zur Verfügung stehen», sagt Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln, anlässlich des Tags der Organspende am 6. Juni. «An jedem Tag sterben im Durchschnitt in Deutschland drei Patienten auf der Warteliste, weil für sie nicht rechtzeitig ein Spenderorgan zur Verfügung steht.»

Nach den Statistiken der Vermittlungsstelle Eurotransplant im niederländischen Leiden wurden 2008 in Deutschland bei knapp 1200 Verstorbenen insgesamt rund 4200 Spenderorgane entnommen. Hinzu kamen mehrere hundert Lebendspenden von Nieren und Teilen der Leber. Welche möglichen Empfänger auf die Warteliste kommen und in welcher Reihenfolge sie bei der Organvermittlung berücksichtigt werden, entscheidet sich nach den Richtlinien der Bundesärztekammer auf der Grundlage des Transplantationsgesetzes. «Ganz wichtige Kriterien sind die Dringlichkeit und die Erfolgswahrscheinlichkeit des Eingriffs», erläutert Pott.

Als Organspender kommen grundsätzlich fast alle Menschen infrage: Es gibt keine Altersgrenze. Entscheidend ist der Zustand der Organe. «In Deutschland ist die sogenannte erweiterte Zustimmungslösung gesetzlich verankert», erklärt Thomas Beck, Vorstandsmitglied der Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) in Frankfurt. Wird bei einem Menschen der Hirntod festgestellt, werde ermittelt, ob er sich als Organspender eignet.

Voraussetzung dafür ist die Zustimmung des Verstorbenen. Sie ist am eindeutigsten in Form eines Organspendeausweises dokumentiert. Darin können einzelne Organe explizit von der Spende ausgeschlossen oder eine Organspende insgesamt abgelehnt werden. Einmal ausgefüllt, sollten zum einen nahe Angehörige über das Vorhandensein des Ausweises informiert sein. Zum anderen sollte der potenzielle Spender das Dokument möglichst immer bei sich tragen. Denn ein zentrales Register für Organspender gibt es nicht.

Auch wenn dieses Verfahren kaum mit Aufwand verbunden ist: «Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung äußern sich zwar in Umfragen zustimmend zum Thema Organspende», sagt Beck. «Aber nur schätzungsweise 14 bis 16 Prozent verfügen über einen Organspendeausweis.» Ist kein Ausweis vorhanden, erschwert und verlängert das die Abläufe. Dann werden Verwandte oder andere nahestehende Personen gefragt, um den mutmaßlichen Willen des Verstorbenen zu ermitteln. Nur: Für die Angehörigen ist das eine schwierige Entscheidung, die sie direkt nach dem Hirntod des Betroffenen fällen müssen - also unter hohem emotionalem Druck.

«Wir beobachten, dass in der Regel eine Organentnahme nur dann stattfindet, wenn ein Ausweis vorliegt oder wenn Angehörige darauf dringen», sagt Peter Gilmer, Vorsitzender des Selbsthilfenetzwerkes Bundesverband Niere in Mainz. «In den wenigsten Krankenhäusern hinterfragen die Mediziner von sich aus den mutmaßlichen Willen eines Verstorbenen.»

Ob ein bestimmtes Organ entnommen und transplantiert werden kann, darüber entscheiden medizinische Tests. Die Organe werden dann über Eurotransplant vermittelt und in einem Transplantationszentrum eingesetzt. Die Spende verläuft völlig anonym: Die Angehörigen des Spenders erfahren nicht, wer das Organ erhält. Der Patient weiß nicht, wer der Spender war. Aber er fühlt sich danach oft, als sei ihm ein zweites Leben geschenkt worden.

Informationen: Details zum Organspendeausweis sowie Formulare zum Herunterladen bekommt man bei der BZgA unter der Telefonnummer 0800/904 04 00 und im Internet oder bei der Deutschen Stiftung für Organtransplantation unter 069/677 32 80 und im Internet.

Infos von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.organspende-info.de

Deutschen Stiftung für Organtransplantation: www.dso.de Lebendspende nur unter Verwandten Nieren und Teile der Leber können auch von Lebenden entnommen und transplantiert werden. Die Bedingungen für eine solche Lebendspende regelt das Transplantationsgesetz. Sie ist nur unter Verwandten ersten oder zweiten Grades, Ehepartnern, Verlobten und unter Menschen möglich, die sich in besonderer persönlicher Verbundenheit nahe stehen. Eine unabhängige Gutachterkommission prüft, ob die Spende freiwillig und ohne finanzielle Interessen geschieht. Eine Lebendspende kommt nur dann infrage, wenn zum Zeitpunkt der geplanten Übertragung für den Empfänger kein Organ aus einer Spende eines Verstorbenen zur Verfügung steht. Von Eva Neumann, dpa

dpa-infocom



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