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Privaten Krankenversicherung: Wechsel lohnt nicht immer

Karlsruhe/Berlin Private Krankenversicherungen (PKV) können ältere und kranke Menschen künftig kaum noch als Kunden ablehnen.

Antragsteller mit niedrigem Einkommen müssen sie in ihren günstigen Basistarif aufnehmen.

Das geht aus einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe vom 10. Juni hervor (Az.: 1 BvR 706/08, 814/08, 819/08, 832/08, 837/908). Das Gericht wies damit Verfassungsbeschwerden der PKV gegen diese Vorgaben aus der Gesundheitsreform von 2007 zurück. Verbraucherschützer sehen damit die Rechte der Versicherten gestärkt, halten den Wechsel aber nicht in jedem Fall für sinnvoll.

Am ehesten empfiehlt sich der Umstieg für Beihilfeempfänger, also Beamtenanwärter, wie Michael Wortberg von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz erläuterte. Geeignet sei der Einstieg in die PKV auch für diejenigen, die für sich sicher sagen können: «Ich werde immer gut verdienen». Sie müssten mit ihrem Verdienst die Einkommensgrenze für gesetzlich Pflichtversicherte überschreiten und noch nicht absehbare Beitragssteigerungen im Alter hinnehmen wollen.

Skeptisch ist Wortberg bei Menschen , die nicht genau sagen können, wie ihre Familien- und Finanzsituation in ein paar Jahren aussehen wird. Wer als normalverdienendes PKV-Mitglied irgendwann Nachwuchs bekommt, werde gezwungen sein, teure Einzelverträge für jedes Kind oder den nicht berufstätigen Partner abzuschließen.

Außerdem unterschätzen viele Wechselwillige dem Experten zufolge das Thema Vorerkrankungen. Um spätere Risikozuschläge zu vermeiden, müsse der Antragsteller über alle Gesundheitsfragen detailliert Auskunft geben. Wer dabei einen Heuschnupfen als harmlos abtut und nicht angibt, verletze allerdings schon seine vorvertragliche Anzeigepflicht, so der Experte. Heuschnupfen sei eine asthmatische Allergie, die als Risiko gilt.

Positiv an der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts sei, dass Versicherte bei einem Wechsel von einer PKV zu einer anderen nun ihre Altersrückstellungen mitnehmen können, sagte Lars Gatschke, Finanzexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) in Berlin. Er bemängelt allerdings, dass diese Regelung nur für Neukunden gilt. Bestandskunden haben nach wie vor nur sechs Monate Zeit, um die PKV ohne Verluste zu wechseln.

vzbv-Gesundheitsexperte Stefan Etgeton kritisiert außerdem, dass der Zugang zur PKV für Nicht-Selbstständige erschwert worden ist: Arbeiter und Angestellte, die mehr als 48 600 Euro brutto verdienen, können nun erst nach drei statt wie bisher nach einem Jahr von einer gesetzlichen zu einer privaten Kasse wechseln.

Informationen: Die kostenlose Broschüre «Der Basistarif - eine Entscheidungshilfe» des Verbands der privaten Krankenversicherung gibt es im Internet.

Verband der privaten Krankenversicherung: www.pkv.de/publikationen

Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe: www.bundesverfassungsgericht.de

dpa-infocom



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