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Schmerzmittel nicht öfter als 10 Tage im Monat

Hamburg Medikamente gegen Schmerzen können auch das Gegenteil bewirken: Wer die Mittel zu häufig einnimmt, bekommt mit hoher Wahrscheinlichkeit dauerhafte Kopfschmerzen.

«Zwei bis drei Prozent aller Deutschen hängen im Dauerkopfschmerz fest, weil sie die Grenze nicht beachtet haben, was die Einnahmehäufigkeit von Schmerzmitteln angeht», sagte der Psychologe Günther Fritsche vom Westdeutschen Kopfschmerzzentrum (Essen) anlässlich einer Tagung von Schmerztherapeuten (12. bis 13. Juni) in Hamburg. Auf keinen Fall sollten die Mittel öfter als an zehn Tagen pro Monat verwendet werden - sonst sei ein sogenannter medikamenteninduzierter Kopfschmerz die Folge.

«Die zehn Tage sind nicht zu diskutieren», betonte Fritsche. Die genaue Ursache für den Mechanismus sei bisher unklar. Nach Spannungskopfschmerz und Migräne sei der medikamenteninduzierte Kopfschmerz bereits die dritthäufigste Kopfschmerzart, berichtete der Psychologe.

Unter dem Motto «Psychologie: Rechtzeitig! Dem Schmerz keine Chance» organisiert die Deutsche Gesellschaft für psychologische Schmerztherapie und -forschung ihre Jahrestagung in Hamburg. Nach Angaben der Gesellschaft leiden in Europa etwa 19 Prozent der Bevölkerung an chronischen Schmerzen, vor allem an Kopf- und Rückenschmerzen.

Die Wirkung einer medikamentösen Therapie lasse sich mit dem Placebo-Effekt verstärken, sagte die Placebo-Forscherin Regine Klinger, die auch die Hochschulambulanz Verhaltenstherapie an der Universität Hamburg leitet. «Es geht nicht darum, die Medikamente vom Tisch zu nehmen - sondern wir wollen erreichen, dass die medikamentöse Therapie ergänzt wird durch psychologische Aspekte.» Das bedeutet: Der Patient soll nicht neben dem Schmerzmedikament noch ein Placebo (Scheinmedikament) einnehmen - sondern mit Hilfe des Therapeuten eine positive Erwartungshaltung aufbauen. Er wird ermuntert, das Medikament gezielt in Situationen einzunehmen, die zur Schmerzbewältigung beitragen - etwa bei einem Entspannungsbad.

dpa-infocom


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