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WM-Ende statt Wende - Vettel noch «zu grün»

Istanbul WM-Ende statt Wende: Für Sebastian Vettel ist das Titelrennen praktisch gelaufen.

Nach seinem ernüchternden dritten Platz beim Großen Preis der Türkei flog er schnurstracks in die Schweiz zurück zu seinem beschaulichen Bauernhof am Walensee.

Mit einem fatalen Fahrfehler nach nicht einmal einer Minute hatte er die Niederlage gegen Formel-1-Seriensieger Jenson Button selbst früh verschuldet. Die «Pleite» perfekt machte aus seiner Sicht Red Bull mit der falschen Taktik und einem Überholverbot gegen Teamkollege Mark Webber. «Mit einer Zwei-Stopp-Strategie hätte ich den zweiten Platz sicher gehabt», kritisierte Vettel frustriert seine Chefs. Das italienische Fachblatt «La Gazzetta dello Sport» kanzelte jedoch den Heppenheimer ab: «Vettel ist noch zu grün für den Titel.»

Button schwebte derweil nach seinem sechsten Sieg im siebten Saisonrennen im siebten Himmel. «Ich hätte noch 200 weitere Runden fahren können, da ich es so genossen habe, in dem Auto zu fahren», versicherte er nach für ihn trotz 33 Grad Hitze völlig coolen und geruhsamen 58 Runden auf dem 5,338 Kilometer langen Istanbul-Park- Kurs. Liebevoll tätschelte der Brite seinen BrawnGP-001 und taufte ihn «Monster». Teamchef Ross Brawn schwärmte: «Mir gehen langsam die Superlative aus, um die Saison zu beschreiben.»

«Monster» passt: Denn Button frisst mit seinem «Wunderauto» die Konkurrenten regelrecht auf. Am Bosporus fuhr er bis zu 20 Sekunden Vorsprung heraus, ehe er es angesichts des sicheren Sieges zum Schluss gemütlich ausrollen ließ. Teamintern droht ihm von Rubens Barrichello, der wegen eines Getriebeschadens ausfiel, keine Gefahr: Der Brasilianer ist sein «schärfster» Verfolger mit 26 Punkten Rückstand.

Die deutsche WM-Hoffnung liegt bereits 32 Zähler zurück, was angesichts der Dominanz von Button und BrawnGP unter normalen Umständen nicht mehr aufholbar ist. «Mal sehen, wie es in Silverstone läuft. Wir versuchen alles», versprach Vettel trotz der aussichtslosen Lage tapfer Gegenwehr bei Buttons Heim-Grand-Prix in zwei Wochen. Im Idealfall könnte er den Briten frühestens beim Großen Preis von Europa am 23. August in Valencia überholen. Dann müsste Button aber viermal in Serie ausfallen und Vettel 33 Punkte holen. Dies dürfte ein Traum bleiben, den nicht einmal Vettel selbst hegt.

Viel wahrscheinlicher ist, dass Button dem Feld weiter davonzieht und den Titeltriumph etliche Rennen vor Saisonschluss perfekt macht. Die Frage ist längst nicht mehr, ob der neue Superstar Champion wird, sondern wann. «40 Sekunden. Das war alles, was Jenson Button benötigte, um die abstruse Ansicht zu zerstreuen, dass die Weltmeisterschaft weiterhin offen sei», schrieb der englische «Daily Telegraph». «La Gazzetta dello Sport» titelte: «Button zum Sechsten. Der Engländer bestellt den Titel vor. »

Quasi nebenbei könnte Button zwei der zahlreichen Fabel-Rekorde des siebenmaligen Weltmeisters Michael Schumacher brechen: Den schnellsten Titelgewinn (2002 nach 11 von 17 Rennen) und die meisten Saisonsiege (2004: 13). Der Erfolgshunger des schlanken Briten ist jedenfalls groß. «Ich möchte liebend gern jedes Rennen in diesem Jahr gewinnen, was natürlich die anderen 19 Jungs verhindern wollen. Aber ich bin wirklich in einer guten Position», verwies er auf «das beste Auto und das beste Gesamtpaket». Angesichts dieser Fakten klingt es mehr nach Pflichtschuldigkeit, wenn Button betont: «Man darf nicht nachlassen - im Glauben, alles laufe von selbst.»

Dem abergläubischen Vettel halfen indes nicht einmal seine Glücksbringer: zwei Münzen. «Das Talent von Red Bull ruiniert alles mit seinem vierten Fehler in dieser Saison», bescheinigte «La Gazzetta dello Sport» ihm zu viel Ungestüm und Leichtsinn. Den Patzer in Kurve 10 nahm der Verlierer auf seine Kappe. Aber wegen des Festhaltens an drei Reifenwechseln und dem Verbot, am Schluss Webber zu attackieren, verurteilte er seine Rennstrategen heftigst. Teamchef Christian Horner konterte: «Mark fuhr ein starkes Rennen ohne einen einzigen Fehler. Leider machte Sebastian einen Fehler, weshalb Jenson ihn passieren konnte. Unsere einzige Chance, Jenson zu schlagen, war eine Drei-Stopp-Strategie. Aber Sebastian hat es leider nicht geschafft.»

dpa-infocom



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