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2,06 Meter: Friedrichs Höhenflug krönt WM-Test

Berlin Mit einem «Steilflug» zum deutschen Rekord von 2,06 Meter hat Hochspringerin Ariane Friedrich das letzte Golden-League-Meeting in Berlin glanzvoll gekrönt und ihrer Dauerrivalin Blanka Vlasic einen gehörigen Schock versetzt.

62 Tage vor dem Start der Leichtathletik-Weltmeisterschaften im Olympiastadion löschte die 25-jährige Frankfurterin den fast 18 Jahre alten Rekord von Heike Henkel und schob sich mit der Weltjahresbestleistung selbst in die Pole Position für das WM-Finale.

«Wir haben heute extrem gepokert. Das ist auch ein Signal an die Konkurrenz, dass sie mit mir zu rechnen haben. Ich habe heute einfach Spaß haben wollen», sagte Ariane Friedrich, die auch beim Siegerinterview noch sichtlich Spaß hatte. Zuvor war sie vor der imposanten Leichtathletik-Kulisse von 63 896 Zuschauern mit strohblondem Strubbelkopf und tiefdunkler Sonnenbrille gleich im ersten Versuch über die Rekordhöhe gesegelt und hatte sich dann am Weltrekord der Bulgarin Stefka Kostadinowa versucht: Die Latte lag auf 2,09 Meter, und nach dem zweiten ihrer drei Versuche hielten die Fans den Atem an - doch die Latte wackelte und fiel.

Heike Henkel hatte den alten deutschen Rekord am 31. August 1991 als Weltmeisterin in Tokio aufgestellt - und sie verlor ihn nicht unvorbereitet. «Heute Morgen hatte ich schon so ein Gefühl, dann höre ich es im Autoradio auf der Autobahn: Und schwupps, war der Rekord weg», sagte die Olympiasiegerin von 1992 und Weltmeisterin von 1991 am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Weltmeisterin Vlasic gratulierte ihrer deutschen Konkurrentin, die ihr im Vorjahr auf der sechsten Golden-League-Station eine bittere Niederlage beigebracht und damit den Jackpot-Anteil noch vermasselt hatte, fair. «Aber ich bin noch nicht 100-prozentig in Form», sagte die Kroatin, die mit 2,03 Metern und Platz zwei durchaus zufrieden war. «Es hat Spaß gemacht, hier zu springen - aber das Timing war schlecht: Sonst schlafe ich immer zwischen eins und vier...»

Auf der Abschiedstournee der Golden League, die im kommenden Jahr von der Diamond League abgelöst wird, greift nun auch Ariane Friedrich nach dem Gold-Jackpot mit der Dollar-Million. Aber nur wer bei allen sechs Meetings «seine» Disziplin gewinnt, darf sich am Ende aus dem Geldkoffer bedienen. Die weiteren Stationen sind Oslo (3. Juli), Rom (10. Juli), Paris (17. Juli), Zürich (28. August) und Brüssel (4. September).

Die Athleten - unter ihnen vier Olympiasieger und sechs Weltmeister - machten bei der vierstündigen «Mini-WM» Lust und Laune auf die 12. Weltmeisterschaften vom 15. bis 23. August im gleichen Stadion. Vier Weltjahresbestleistungen krönten die 68. Auflage des tradionsreichen Stadionfestes: Der in Tübingen trainierende Kenianer Augustine Choge verfehlte über 1500 Meter den fast 24 Jahre alten Meeting-Rekord des Marokkaners Said Aouita in 3:29,47 Minuten nur 1/100 Sekunden.

Gleichfalls Saisonbestzeit lief Sanya Richard (USA) über 400 Meter in 49,57 Sekunden. Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa begnügte sich bei ihrem Freiluft-Saisondebüt mit für die Weltrekordlerin bescheidenen 4,83 Meter - die reichten aber locker zum Sieg und zur vierten Weltjahresbestleistung.

In einem flotten 1500-Meter-Rennen liefen der 24 Jahre alte Erfurter Stefan Eberhardt (3:33,92) als Fünfter und der Berliner Carsten Schlangen (3:34,60) als Zehnter persönliche Bestleistung und erfüllten die WM-Norm. Schneller als Eberhardt war in Deutschland zuletzt Dieter Baumann vor zwölf Jahren gerannt. Beim Sieg von 100- Meter-Mann Daniel Bailey (Antigua) in 10,03 Sekunden kam Deutschlands neue Sprinthoffnung Stefan Schwab (Schwarzenbek) als Achter in 10,35 an seine persönliche Bestzeit (10,19) nicht heran.

Bei den Frauen siegte die Jamaikanerin Kerron Stewart in 11,00 Sekunden. Verena Sailer aus Mannheim kam in 11,41 gleichfalls auf Platz acht. Weitspringer Sebastian Bayer (Bremen) enttäuschte als Siebter mit 7,95 Metern. Als Hallen-Europameister hatte er im März in Turin mit 8,71 Metern wohl zu große Hoffnungen geweckt.

dpa-infocom


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