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Haas überraschend Turniersieger in Halle

Halle/Westfalen Thomas Haas ballte nach dem Matchball die Faust, lächelte zu seiner Verlobten Sara Foster und umarmte bei der Siegerehrung sogar das Turniermaskottchen: Der 31-Jährige hat sich einen großen Wunsch erfüllt und beim ATP-Turnier in Halle seinen ersten Titel auf Rasen gewonnen.

Selten hatte Haas so locker und gelöst gewirkt, wie nach seinem bravourösen 6:3, 6:7 (4:7), 6:1 im Finale gegen den Weltranglisten-Vierten Novak Djokovic. Acht Tage vor dem Wimbledon-Auftakt zeigte er sich wiedererstarkt und brachte zur anschließenden Pressekonferenz sogar seine kleine Nichte Carlotta (3) mit.

«Dafür spielt man Tennis, es ist so ein unglaubliches Gefühl, noch einmal eine Trophäe hochzuhalten», sagte der locker und gelöst wirkende Haas. Der Triumph bei den mit 750 000 Euro dotierten 17. Gerry Weber Open war der zwölfte Turniersieg für den Hamburger. Seinen letzten Titel hatte der bereits dreimal an der Schulter operierte Haas vor mehr als zwei Jahren in Memphis auf Hartplatz gewonnen. «Diese Momente sind sehr selten für mich geworden», sagte der Sieger, der das Turnier in Halle als vierter Deutscher nach Michael Stich 1994, Nicolas Kiefer 1999 und David Prinosil 2000 gewann.

«Es ist unglaublich, ich kann es selbst noch gar nicht richtig fassen, wenn man überlegt, was ich in den letzten eineinhalb Jahren wieder für Höhen und Tiefen erlebt habe», sagte er nach seinem Triumph, «das war eine Traumwoche für mich.» Damit ist er nun der erste Deutsche seit Stich, der auf allen vier Belägen Titel gewonnen hat. «Das bedeutet mir schon etwas, jetzt kann ich sagen, dass ich wirklich ein Allrounder bin», erklärte Haas, der zuletzt auch bei den French Open auf der von ihm ungeliebten Asche hatte aufhorchen lassen.

Gegen den Serben Djokovic war es der erste Sieg im dritten Duell für Haas. Vom ersten Ballwechsel an war er der wachere Spieler, hochkonzentriert und mit dem unbedingten Willen zum Sieg - ganz anders als noch bei seinem Fehlstart im Halbfinale gegen Philipp Kohlschreiber. Djokovic, immerhin Australian-Open-Champion 2008, offenbarte dagegen insbesondere bei der Beinarbeit einige Schwächen und haderte später mit sich: «Ich hatte Glück, überhaupt den zweiten Satz zu gewinnen, und habe überhaupt nicht gut gespielt.»

Nach seiner einzigen Schwächephase im Tiebreak des zweiten Satzes fand Haas im dritten Durchgang sofort zu seinem aggressiven Spiel zurück. Vor den Augen seiner Verlobten Sara Foster und seiner älteren Schwester Sabine verwandelte er nach 2:12 Stunden mit einem Vorhandvolley sehr zur Freude des Publikums souverän seinen ersten Matchball. Die 11 500 Tennisfans hatten zwischenzeitlich die La Ola durch das ausverkaufte Gerry Weber Stadion schwappen lassen. «Besonders hier in Deutschland zu gewinnen ist Wahnsinn. Mein letzter Sieg hier war 2001 in Stuttgart in der Halle», sagte Haas.

«Tommy hat heute absolut verdient gewonnen», zollte Djokovic dem überlegenen Haas fair Respekt. «Tommy hatte eine tolle Woche hier, und ich gratuliere ihm dafür.» Der 22-Jährige, der schon 13 Turniere gewonnen hat, verpasste seinen dritten Titel in dieser Saison. Auch für ihn wäre es der erste auf Rasen gewesen. Neben dem Siegerscheck in Höhe von 115 150 Euro kassierte Haas auch einige Weltranglisten- Punkte, die ihn in dem neuen Ranking am Montag von Platz 41 fünf oder sechs Plätze klettern lassen werden.

dpa-infocom


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