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Islamische Welt wartet auf Obama-Rede in Kairo

Kairo/Riad - US-Präsident Barack Obama will in seiner mit großen Erwartungen verknüpften Grundsatzrede in Kairo offen und klar über die Spannungen zwischen dem Westen und der islamischen Welt sprechen. Bis zuletzt arbeite Obama an dieser lange angekündigten «Rede an die islamische Welt».

Das betonte der Redenschreiber des Präsidenten, Ben Rhodes, in Riad. Die weltweit übertragene Ansprache in der Universität von Kairo soll «ein neues Kapitel im Dialog zwischen den USA und der muslimischen Welt» eröffnen, sagte Rhodes nach dem Treffen von Obama mit dem saudischen König Abdullah.

Grundlagen der Beziehungen zwischen dem Westen und der islamischen Welt seien der gegenseitige Respekt und die gemeinsamen Interessen, so der Obama-Berater. Der israelisch-palästinensische Konflikt werde in der Rede Obamas eine wichtige Rolle spielen, aber ebenfalls der Kampf gegen Extremisten in Afghanistan und dem Irak sowie die Fragen der Menschenrechte und Demokratie.

Obama werde nicht «irgendeinen detaillierten Plan» für den Nahen Osten präsentieren, aber offen ansprechen, dass alle Beteiligten ihren Verpflichtungen nachkommen müssten, damit es Frieden geben könne. Der US-Präsident wisse auch, dass «eine Rede nicht genug ist», deswegen bemühe er sich kontinuierlich seit seinem Amtsantritt um neue Vertrauensbildung und neuen Dialog.

Obama hatte die Grundsatzrede bereits im Präsidentschaftswahlkampf angekündigt. Sein Versprechen, sich schon in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit an die islamische Welt zu wenden, konnte er allerdings nicht einhalten. Die Kairo-Rede sowie Übersetzungen in 13 Sprachen sollen auf der Webseite des Weißen Hauses veröffentlicht werden. Gleichzeitig soll sie auch auf den sozialen Netzwerken wie Facebook, My Space und Twitter kommuniziert werden.

Obamas Rede an der Kairo-Universität soll die «großen Missverständnisse» zwischen dem Westen und der islamischen Welt beseitige, hatte Obama in einem BBC-Interview gesagt. Erwartet werden eine deutliche Absage an den Gedanken, es könnte einen «Kampf der Kulturen» geben, sowie eine Distanzierung von der israelischen Siedlungspolitik.

Obama war zum Auftakt seiner vierten Auslandsreise seit seinem Amtsantritt am Mittwoch in Riad vom saudischem König Abdullah begrüßt worden. Bei den Gesprächen ging es nach Angaben des Weißen Hauses unter anderem um den Nahost-Konflikt, den Iran, die Lage in Pakistan und Afghanistan sowie Energiefragen. Nahost-Experten glauben, dass die von Obama erwartete neue Initiative zu einem Nahost-Frieden den Friedensplan Abdullahs aus dem Jahr 2002 zum Kern haben könnte. Demnach bietet die arabische Welt Israel Frieden und Anerkennung an, falls sich Israel aus allen 1967 besetzten Gebieten zurückzieht.

Begleitet wurde der Reiseauftakt Obamas von neuen Botschaften der Terrororganisation El Kaida. In einer Botschaft, die El-Kaida-Chef Osama bin Laden zugeschrieben wird, wird Obama beschuldigt, die gleiche verfehlte Politik wie sein Vorgänger Bush zu verfolgen. El- Kaida-Vize Eiman al-Sawahiri beschimpfte Obama als «Verbrecher», der mit der Führung des «Folterstaates» Ägypten unter einer Decke stecke. Der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, wertete die El-Kaida- Botschaften als billiges Ablenkungsmanöver. Es sei nicht überraschend, dass El Kaida die Aufmerksamkeit «von den historischen Bemühungen des Präsidenten» ablenken möchte, «einen offenen Dialog mit der muslimischen Welt zu führen».

Vor der Ansprache in der Universität von Kairo wird Obama mit dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak zusammenkommen. Im Anschluss an den Besuch in Kairo reist Obama am Donnerstagabend weiter nach Dresden, wo er am Freitag mit Kanzlerin Angela Merkel zusammen trifft. Danach sind Besuche des ehemaligen KZ Buchenwald und des US- Militärstützpunkts Landstuhl vorgesehen. Am Samstag will Obama in der Normandie an den Feiern zum 65. Jahrestag der Landung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg teilnehmen.

dpa-infocom