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Südafrika vor dem Confed Cup

Johannesburg - Eine Woche vor dem Anpfiff des Confederations Cup hat Südafrika den letzten sportlichen Stresstest bestanden, aber die Kritik an der Organisation bleibt.

Das Nationaltem «Bafana Bafana» bezwang in Sowetos Orlando-Stadion Polen mit 1:0 und geht damit mit neuem Selbstvertrauen ins Eröffnungsspiel des Confed Cups am kommenden Sonntag gegen den Irak. Doch neben dem Lob für die sportliche Leistung der Nationalkicker dominierte in den Blättern am Kap vor allem Kritik an den schleppenden Vorbereitungen der Millionenmetropole Johannesburg die Schlagzeilen.

Der brasilianische Coach der Südafrikaner, Joel Santana, konzentrierte sich verständlicherweise auf den psychologisch wichtigen Sieg vor dem Generaltest für die Fußball-WM im kommenden Jahr: «Das war heute super für das Vertrauen der Spieler; Bafana Bafana hat gut gespielt.» Die Begeisterung der Zuschauer in der gerade mal zu Zweidrittel besetzten modernisierten Sportarena kannte kaum Grenzen, als sich der Erfolg der heimischen Kicker abzeichnete.

Nach einer lange Phase schmachvoller Niederlagen scheint sich der WM-Gastgeber gefangen zu haben. Schließlich war der Erfolg gegen Polen nach dem 2:1-Sieg gegen die Norweger in Rustenburg der zweite Sieg gegen eine europäische Auswahl innerhalb der vergangenen drei Wochen. Dabei gaben die rund 20 000 Zuschauer im Orlando-Stadion einen atmosphärischen Vorgeschmack auf den Confed Cup und die WM. Die Arena wurde zum Hexenkessel, die Begeisterung und der ohrenbetäubende Lärm, den die Fans mit ihren Plastiktröten - den Vuvuzelas - produzierten, war ansteckend. Selbst die polnischen Fans versuchten sich mit aufgeblähten Backen prustend am Sound der nächsten WM.

Das stimmungsprächtige Fußballspiel wurde in den Medien allerdings von Kritik an Johannesburg begleitet. Von einem «Fiasko» war die Rede, weil die Stadt unter dem Druck der rabiaten Taxifahrer- Industrie ihr Schnellbus-System für den Transport der Fans anders als angekündigt nicht einsetzen wird. Die Sonntagsblätter zitierten sogar Taxifahrer, die Störaktionen in Aussicht stellten. Zudem gebe es für den Confed Cup nicht einmal einen Fan-Park im Großraum Johannesburg, kritisierte der «Saturday Star». Die wirtschaftliche Drehscheibe des Kontinents habe es schlicht versäumt, dafür rechtzeitig Akzente zu setzen.

Freude herrschte dagegen beim Chef des Organisationskomitees, Danny Jordaan, über die für die WM qualifizierten Länder Australien, Südkorea, Japan und die Niederlande. Aus diesen Staaten seien in der Vergangenheit große Fan-Kontingente zur WM angereist. Es sei zu erwarten, dass dies nicht anders sein werde. Jordaan schloss nach dem Bafana Bafana-Erfolg gegen Polen nicht aus, dass der Verkauf der bisher erst zu 70 Prozent verkauften Tickets für den Confed Cup auf über 80 Prozent anschwellen und einen neuen Rekord aufstellen könnte.

Die Teams aus Irak und Neuseeland sind bereits für das Turnier eingetroffen, bei dem die Besten der Besten aus allen Regionen der Welt in den vier Standorten Johannesburg, Pretoria, Bloemfontein und Rustenburg gegeneinander antreten werden.

dpa-infocom