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Nordseeinsel Ameland ist für Radtouren ideal

Hollum Ameland vor der niederländischen Küste ist ein ideales Revier für Fahrradfahrer - auf zwei Rädern kommen Besucher in jeden Winkel der kleinen Insel.

Zumindest meistens - wenn im Sommer die vielen Feste anstehen, kommt es schon mal zu Staus.

Auch an diesem Samstag hilft in Hollum nur noch Absteigen: Menschenmassen bewegen sich durch die Johan Wilhelm Burgerstraat, an Kreuzungen kommt es zu Staus. Hunderte von Zuschauern wollen dabei sein, wenn die «Abraham Fock», das alte Rettungsboot der Insulaner, zu Wasser gelassen wird.

Im Sommer passiert das regelmäßig Samstag vormittags. Diesmal ist alles noch lauter als sonst: In Hollum ist Musikfest. Und die eine oder andere Musikgruppe, die nachmittags loslegen soll, ist schon unterwegs in Richtung Reddingsmuseum. Paukenschläge sind zu hören, eine Tuba brummt, satter Trompetensound setzt ein - weit kann es nicht mehr sein. Je mehr sich die Menge dem Reddingsmuseum Abraham Fock nähert, umso enger wird es auf den schmalen Straßen.

Gebraucht wird das alte Rettungsboot nicht mehr. Es zum Einsatz zu bringen, ist mühsam, weil es aus Hollum auf einem Hänger mit Pferdekraft zum Strand transportiert und ins Wasser gezogen werden muss. Das «tewatering» ist eine Mischung aus Volksfest und Traditionspflege und erinnert an die Zeit, als das Retten von Menschen in Seenot noch ein hochriskantes Unternehmen war. Auf den Dünen stehen schließlich Hunderte von Menschen. Wieder gibt es ein Signal mit der Trillerpfeife, und schon ziehen die Pferde den Anhänger mit der «Abraham Fock» über den Strand. Dann wird das Rettungsboot unter heftigem Applaus ins Wasser gelassen.

Aber das ist Ameland im Ausnahmezustand. Üblichweise ist die kleine Watteninsel ganz anders: wie eine einzige riesengroße Schafweide mit einem langen Sandstrand an der Seite. Die Schafe sind gerade geschoren worden. Am Himmel stehen weiße flauschige Kuschelwolken. Auf den Weiden blüht Klee. Vier Dörfer gibt es hier, eins schöner als das andere. Lineke Blokker wohnt in Hollum auf einem ehemaligen Bauernhof und vermietet Zimmer im früheren Kuhstall, was besonders bei Gästen beliebt ist, die in Gruppen anreisen.

«Die meisten Deutschen kommen wegen der Seeluft und den Stränden», erzählt sie. Man darf das Auto zwar mit der Fähre mitnehmen. «Aber man braucht es hier nicht. Die meisten Ameländer haben eins, und manche fahren damit auch jede Woche. Aber wenn ich es sechs Mal im Jahr benutze, dann ist das schon viel.» Radfahren ist hier auch viel schöner. «Fietsers» heißen Fahrräder auf Holländisch, was irgendwie lustig klingt. Vielleicht macht das Radfahren auf Ameland auch deshalb so viel Spaß.

Alle Dörfer sind mit dem Rad schnell erreicht. Von Buren bis Nes, wo auch viele Restaurants zu finden sind, ist es ein Katzensprung, bis Ballum nicht viel weiter. Die Häuser hier sind klein und schnuckelig und oft schon sehr alt, wie die Ziffern aus Ankereisen an der Frontseite zeigen: Etliche wurden im 18. Jahrhundert gebaut. Auch in Hollum ganz im Westen der Insel fallen die Kommandeurshäuser auf. In einem davon ist das kulturhistorische Museum untergebracht.

Mit dem Rad ist es von Hollum nur eine Spritztour zum Vuurtoren, dem Leuchtturm von Ameland. Mit vier roten und vier weißen Ringen ragt er 55 Meter in die Höhe und ist deshalb schon von weitem zu sehen. Der letzte Leuchtturmwärter hieß André Ruygh und ist Anfang 2005 in Ruhestand gegangen. Der Leuchtturm ist heute eine Touristenattraktion. 236 Stufen führen auf die Aussichtsplattform. Oben liegt einem Ameland zu Füßen: Man sieht, wie sich die hellen Sandwege wie Äderchen über die Insel ziehen, man sieht die Radfahrer auf dem Weg zum Strand und am Horizont die Nordsee.

Am schönsten ist Amelands unberührter Inselosten, in dem man ebenfalls am besten mit dem Fahrrad kommt. Hier gibt es keine Dörfer, dafür aber das Naturschutzgebiet Het Oerd, wo 60 Vogelarten brüten, Löffelreiher genau wie Silbermöwen. Der Radweg führt parallel zum Dünenkamm, und wer eine Pause braucht, geht einfach an den Strand. Ein beliebtes Ziel ist die Aussichtsdüne Oerdblinkert, mit 24 Metern Amelands höchste Erhebung. Die Nachbarinseln Terschelling und Schiermonnikoog sind von hier aus zu erkennen. Auch das Festland kann man sehen - und um einen herum ein Dünenmeer.

Offizielle Reiseinfos zu den Niederlanden: www.niederlande.de

Infos zu den niederländischen Nordseeinseln: www.nordseeinseln-holland.de

Fremdenverkehrsverein Ameland: www.vvvameland.de Ameland REISEZIEL: Ameland ist eine der fünf westfriesischen Inseln im Norden der Niederlande. Sie liegt zwischen Terschelling im Westen und Schiermonnikoog im Osten. Im Vergleich zur Inselfläche ist der Strand mit 27 Kilometern ungewöhnlich lang. Mit maximal vier Kilometern ist Ameland sehr schmal.

ANREISE: Die Überfahrt mit der Fähre ab Holwerd in Friesland dauert rund eine Dreiviertelstunde.

REISEZEIT: Ameland ist ideal für Bade- und Familienurlaub im Sommer, aber immer mehr Gäste kommen auch außerhalb der Hochsaison.

GELD: Bezahlt wird mit dem Euro.

INFORMATIONEN: Niederländisches Büro für Tourismus, Postfach 27 05 80, 50511 Köln; Telefon: 0221/925 71 70, E-Mail: info@niederlande.de. Von Andreas Heimann, dpa

dpa-infocom