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Rätsel um Fuchs: Hatte der Schuhdieb Komplizen?

Föhren Neue Wendung im Fall des schuhverrückten diebischen Fuchses aus dem rheinland-pfälzischen Föhren: Womöglich hat er die 120 Schuhe gar nicht alleine aus Gärten und Hauseingängen gemopst und in seinen Bau geschleppt. Fuchsexperte Günther Schumann ist sich sicher: "Das waren mehrere Jungfüchse zusammen."

Auf Streifzügen durchs Revier hätten sie die Schuhe zum Spielen entdeckt - und immer mehr geräubert. "Mit acht bis zwölf Wochen haben sie einen großen Spieltrieb", sagt Schumann, der selbst elf Jahre lang mit Füchsen gelebt hat. Das "feste und doch flexible Material" der Schuhe sei zum Toben, Rumschleppen und Hochwerfen einfach ideal.

"Kann gut sein, dass es mehrere waren" , meint auch Förster Rolf Willerscheidt, der den Fuchsbau mit den geklauten Tretern wenige hundert Meter entfernt von den "Tatorten" entdeckt hatte. Er hält es für denkbar, dass sich der Schuhklau als eine Art "Tick" der Familie immer weiter ausbreite. "Die Jungen machen es der Mutter nach und nehmen den Tick dann mit ins nächste Revier", sagt der Revierleiter. Dafür spreche, dass jetzt immer mehr Fälle von Schuhe klauenden Füchsen bekanntwürden. Und dass auch schon früher einmal ein Fuchs mit einem Schuh im Maul in Föhren gesichtet wurde.

Willerscheidt hatte die Beute-Höhle zufällig entdeckt und die Latschen aus den Röhren "geangelt". Nach ein paar Tagen Ruhe hat der oder die Täter nun wieder zugeschlagen: "Ich habe gehört, dass wieder zwei, drei Schuhe weggekommen sind."

Der Schweißgeruch mache den Füchsen nichts aus. Im Gegenteil: "Er lockt sie eher an, weil er den normalen Menschengeruch überdeckt", sagt Fuchsexperte Schumann, der bereits fünf Bücher über Füchse geschrieben hat. Die besondere Schuh-Liebe der Tiere sei wissenschaftlich noch nicht untersucht. Eine wildbiologische Untersuchung wäre aber sinnvoll, meint Willerscheidt. Mit einer Infrarot-Kamera könnte man den Bau aus der Ferne gut beobachten.

Von den 120 eingesammelten Latschen sind inzwischen mehr als 40 von den Besitzern abgeholt worden. Neue Treter kommen aber auch dazu. "Kinder gehen inzwischen im Wald Schuhe suchen, auch wenn die mit dem Fuchs nicht zu tun haben", sagt der Förster. Die Schuh-Begeisterung aus Föhren hat sich sogar inzwischen bis zum Überseemuseum in Bremen herumgesprochen. Für eine Ausstellung unter dem Titel "Schuhtick" (ab 19. September) wurde um einige Exemplare aus dem Fuchsbau gebeten. (Internet: www.enilef.de; www.uebersee-museum.de; www.schloss- foehren.de) Von Birgit Reichert

RZO