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iPhone 3G S: Apple legt Messlatte noch ein Stück höher

Hamburg (dpa) ­ Das neue iPhone 3G S von Apple unterscheidet sich auf den ersten Blick nur durch einen einzigen Buchstaben auf dem Gehäuse von dem Vorgängermodell 3G.

Doch beim Testen des neuen Apple-Smartphones wird schnell klar, wofür der Buchstabe «S» steht, nämlich «Speed» (Geschwindigkeit). Dank eines deutlich verbesserten Chipsatzes im Innern arbeitet das iPhone 3G S deutlich flotter. Das Funkmodem unterstützt nun den UMTS-Turbo HSDPA mit maximal 7,2 MBit/s. Und auch im WLAN hat das iPhone 3G als mobiles Internet-Gerät deutlich an Geschwindigkeit gewonnen.

Die Vorzüge für den Kunden sind messbar: Zum Hochfahren benötigt das Apple-Handy beispielsweise nur noch 20 Sekunden. Beim ersten iPhone, das im November 2007 auf den Markt kam, dauerte das noch doppelt so lange. In Zahlen fassbar ist auch die Verbesserung der Qualität der eingebauten Kamera. Drei statt zwei Megapixel bietet das iPhone 3G S nun. Das alleine ist nicht besonders, bieten Konkurrenten inzwischen sogar Fotohandys mit einer Auflösung von fünf Megapixel und mehr an. Den Unterschied macht beim iPhone die Software aus. Mit ihr kann man nicht nur sehr intuitiv bestimmte Bereiche des Motivs scharf stellen und optimal belichten. Bei der neuen Video-Aufzeichnungsfunktion kann man den Film gleich auf dem iPhone selbst auf die richtige Länge trimmen und auf YouTube hochladen oder per Mail versenden.

Neu im iPhone ist auch ein eingebauter Kompass. Er ergänzt die Ortungsfunktion des integrierten GPS-Empfängers um die Angabe der Himmelsrichtung, so dass es künftig noch leichter ist, das iPhone als Mini-Navigationssystem einzusetzen. Auf der Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco vor einer Woche wurde groß der niederländische Navi-Spezialist TomTom mit seiner Software für das iPhone beworben. Tatsächlich ist es aber der deutsche Anbieter Navigon, der als erster eine richtige Navigationssoftware für das iPhone auf den Markt bringen wird.

Auf Neuland bewegt sich Apple mit einer Spracherkennungs-Funktion, mit der man nicht nur Einträge aus dem Adressbuch wählen lassen kann, wenn man beispielsweise im Auto die Hände am Lenkrad lassen möchte. Mit «Voice Control» lassen sich auch Lieder auf dem iPod im iPhone auswählen. Während die Sprachfunktion für die Kontakte im Test zuverlässig funktionierte, hatte «Voice Control» noch erhebliche Schwierigkeiten mit der Musik-Bibliothek, die aus deutsch- und englischsprachigen Stücken bestand. Apple stellt hier aber weitere Optimierungen durch Updates der Software in Aussicht.

Von anderen Verbesserungen profitieren nicht nur Käufer des neuen iPhone 3G S, sondern auch Besitzer der Vorgängermodelle oder eines iPod touch. Denn kurz vor dem Vermarktungsstart des 3G S brachte Apple eine neue Version 3.0 des iPhone-Betriebssystems heraus, das für iPhone-Besitzer kostenlos ist (iPod touch 7,95 Euro). Mit dem 3er-System erhält das iPhone nicht nur die überfällige Zwischenablage-Funktion («Cut, Copy & Paste») zum Transport von Inhalten zwischen verschiedenen Anwendungen, sondern eine systemweite Suche. «Spotlight», so der Name, kann die E-Mail-Bestände durchstöbern, aber auch Kontakte, Notizen, installierte Programme und andere Inhalte.

Einzigartig ist die neue Funktion «Find My iPhone», mit der man sein im Haus verlegtes oder woanders verloren gegangenes Smartphone nicht nur über eine Ortungsfunktion aufspüren lassen kann. Selbst wenn sich das iPhone im Lautlos-Modus befindet, kann man über den Apple-Onlinedienst MobileMe einen Alarmton auslösen lassen und eine Meldung auf das Display des Handys schicken, damit ein ehrlicher Finder die Chance bekommt, das Gerät an seinen Besitzer zurückzubringen.

Künftig kann das iPhone auch als externes UMTS-Modem am Laptop genutzt werden. Die Verbindung wird über ein USB-Kabel oder drahtlos via Bluetooth aufgebaut. T-Mobile sah sich allerdings nicht in der Lage, rechtzeitig zum Marktstart einen Tarif für das sogenannte «Internet-Tethering» festzulegen. Daher bleibt in Deutschland diese Funktion vorerst deaktiviert, bis die rosaroten Tarifkalkulierer ein Ergebnis errechnet und den Dienst freigeschaltet haben. Das soll aber nur noch Wochen, nicht Monate dauern.

Die ersten Tester geben dem neuen iPhone 3G S durchweg gute Noten: Es sind aber nicht unbedingt die Hardware-Komponenten, die den Jubel auslösen, sondern das Bedienkonzept. Hier gibt es keine Systemmeldungen nach dem Muster «Abbrechen, Fortsetzen, Ignorieren», sondern eine bis ins letzte Detail ausgeklügelte Benutzerführung. «Der wirkliche Charme des iPhone ist nicht das neue Gerät, sondern das Konzept, das Apple dafür eingeführt hat», sagt Thomas Heuzeroth, der das iPhone für die «Welt» und die «Welt am Sonntag» vorab getestet hat. «Tausendfach stellen Entwickler Programme dafür zur Verfügung, die das Handy mit immer neuen Funktionen versorgen. Die Musik spielt immer mehr in der Software, nicht in der Hardware. Apple hat das verstanden.»

Sven Stein von der «BILD» meint: «Das neue iPhone bietet keine sensationellen Neuheiten, ist aber deutlich schneller als sein Vorgänger, dazu ergänzt um lange vermisste oder hilfreiche neue Funktionen. Eine gelungene Weiterentwicklung.»

Auch Axel Postinett vom «Handelsblatt» sieht in dem 3G S «keine Revolution, aber eine durchdachte Weiterentwicklung. Es ist schneller geworden und wichtige Funktionen wurden nachgerüstet. Apple hört auf seine Kunden.» Ein cleverer Schachzug sei der Weiterverkauf des alten 3G als Einsteigermodell. «Das hält Apple im Markt für Billig- Smartphones den Rücken frei. Denn die Konkurrenz wird in diesem Sommer massiv aufholen können.»

Dusan Zivadinovic, Redakteur der «c't»: «Apple führt das schlüssige Konzept auch mit dem neuen iPhone 3G S nahtlos fort, dringende Nachbesserungen sind durchdacht eingebaut. Zusätzliche Attraktion üben die vielfältigen, über den App-Store erhätlichen Programme aus; so dürfte es Mitbewerbern schwer fallen, dem iPhone Marktanteile abzujagen.»

Informationen: Das iPhone 3G S wird von T-Mobile in zwei Varianten (16 und 32 Gigabyte) jeweils in schwarz oder weiß in Verbindung mit einem Zweijahresvertrag angeboten. Je nach Tarif kostet die Hardware zwischen einem und 250 Euro. Die Details zu den Tarifen, die monatlich zwischen 25 Euro (Complete XS) und 120 Euro (Complete L) kosten, stehen im Web.

Die Tarife im Detail: www.t-mobile.de/iphone/tarife Von Christoph Dernbach, dpa

dpa-infocom


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