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Erbschaftssteuer: Neue Regeln lohnen sich nur selten

München/Berlin Seit Anfang des Jahres gelten neue Regeln zur Erbschaftsteuer.

Vor allem Kinder und hinterbliebene Ehepartner wurden mit hohen Freibeträgen bessergestellt, andere Angehörige oder außerfamiliäre Erben stehen nun meist schlechter da.

Ganz abgehakt aber sind die alten Regeln noch nicht: Bei Erbfällen - nicht bei Schenkungen vor dem Tod - aus den Jahren 2007 und 2008 sieht das Gesetz bis zum 30. Juni eine Wahlmöglichkeit vor. Erben können sich also nach altem oder neuem Recht veranlagen lassen.

Für die nach neuem Recht eher Schlechtergestellten kommt die Wahl des neuen Rechts wohl nicht infrage. Aber selbst für direkte Abkömmlinge des Verstorbenen oder die Ehepartner steckt der Teufel im Detail. Rechnen dürfte sich die rückwirkende Anwendung des neuen Rechts nach Expertenmeinung vergleichsweise selten: «Es gibt nur wenige Bereiche, wo sich das lohnen kann», sagt der Anwalt Klaus Michael Groll vom Deutschen Forum für Erbrecht in München.

Denn der Gesetzgeber hat die Möglichkeit, das neue Recht auch rückwirkend anzuwenden, mit einer entscheidenden Einschränkung gestattet: Wählen Erben die neuen Regeln, gelten für sie trotzdem die alten, in der Regel sehr viel niedrigeren persönlichen Steuerfreibeträge. Wer nicht aufpasst, muss am Ende eventuell mehr zahlen, als er nach früherem Recht an den Fiskus abgeben müsste. Besonders vorsehen sollten sich Immobilienerben. Denn Grundstücke, Häuser und anderes Wohneigentum werden neuerdings mit ihrem echten Verkehrswert veranschlagt - und nicht mehr wie früher mit einem kompliziert errechneten, reduzierten Wert.

So rechnet sich das Wahlmodell vor allem für engste Verwandte, die eine Immobilie geerbt haben und für längere Zeit selbst darin wohnen wollen, erläutert der Anwalt Ulrich Schellenberg von der Arbeitsgemeinschaft Erbrecht im Deutschen Anwaltverein in Berlin. Für diese Fälle sieht das neue Recht besondere Vergünstigungen vor: Nutzen Ehepartner oder Kinder eines Verstorbenen eine Wohnung oder ein Haus mindestens zehn Jahre lang, fällt dafür keine Erbschaftsteuer an. «Das kann je nach Lage des Falls ein Grund sein, sich so zu entscheiden», sagt Groll.

Doch Erben müssen sehr weitsichtig planen: Entscheiden sie sich für diese nach dem alten Steuerrecht unbekannte Sonderregelung, sind sie zehn Jahre lang an die Immobilie gebunden. Ziehen sie etwa nach acht Jahren aus, werden in der Regel verspätet doch Steuern fällig. Lohnen kann sich die rückwirkende Einstufung nach dem neuen Recht unter Umständen auch für den Überlebenden eines Paares, das in einer eingetragenen eheähnlichen Lebensgemeinschaft lebte. Diesem billigt das reformierte Steuerrecht aus Gründen der besseren Gleichstellung mit Verheirateten im Erbfall erhebliche zusätzliche Freibeträge zu, die es früher nicht gab.

«Man kann klar sagen: Lebenspartner haben wirklich einen Vorteil», sagt Schellenberg. Ausnahmen von der Regel erschweren allerdings allgemeingültige Aussagen: So begünstigte das alte Steuermodell vererbtes Vermögen, das in Lebensversicherungen angelegt war, sagt der auf Erbrecht spezialisierte Anwalt Klaus Walpert aus Bonn. Jeder müsse also für sich rechnen. Von Sebastian Bronst, dpa

dpa-infocom


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