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Produkt oder Eigenbau: Auszahlpläne für den Ruhestand

Berlin/Frankfurt/Main Viele Senioren haben mit dem Eintritt in den Ruhestand einige Ersparnisse.

Es empfiehlt sich, dieses Kapital nicht einfach auf das Girokonto zu buchen und Monat für Monat auszugeben.

Auszahlpläne bringen daneben noch Zinsen auf das erst allmählich abnehmende Kapital. Rentenversicherung mit Einmal-Anlage, ein Bankauszahlplan oder ein Konstrukt «Marke Eigenbau» kommen infrage. Der Klassiker für die Einmal-Anlage eines größeren Betrags mit anschließender monatlicher Auszahlung ist die private Rentenversicherung.

Dieses Produkt hat einen großen Vorteil: «Es ist insofern eine sichere Sache, als ich eine feste monatliche Rente bekomme», erklärt Peter Lischke, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Berlin. Private Rentenversicherungen mit Einmal-Anlage bringen allerdings auch Nachteile mit sich. So beträgt der sogenannte Garantiezins derzeit nur niedrige 2,25 Prozent.

Zwar gibt es dazu eine Überschussbeteiligung - sie ist aber nicht garantiert. «Man sollte sich nur auf die garantierte Rente verlassen», sagt Eberhard Beer von der Organisation Die Alten Hasen in Frankfurt. Das Netzwerk von früheren Bankberatern unterstützt Senioren unabhängig in ihrer Finanzplanung.

Ob sich eine Rentenversicherung lohnt, hängt vor allem von der persönlichen Lebenserwartung ab, wie Beer vorrechnet: Je älter jemand wird, desto mehr hat er davon. Ebenfalls sicher sind Bankauszahlpläne. Mit ihnen können Kunden laut Beer bei gleicher Anlagesumme etwa 20 Jahre lang 500 Euro entnehmen, bis das Kapital aufgezehrt ist. «Man muss also schon sehr alt werden, damit die Rentenversicherung besser abschneidet.» Bei den derzeit sinkenden Zinsen müssen Anleger aber genau prüfen, welche Bank zu welchen Konditionen abschließt.

«Man kann sich einen solchen Auszahlplan auch selber stricken», fügt Beer hinzu. So seien etwa Bundesschatzbriefe eine gute Möglichkeit, sein Geld fest und dennoch recht flexibel anzulegen: «Nach einem Jahr Anlagedauer besteht die Möglichkeit, jeden Monat bis zu 5000 Euro zurückzugeben.»

Oder Anleger packen einen Teil des angesparten Geldes auf ein Tagesgeldkonto und lassen sich von dort monatlich eine bestimmte Summe auf ihr Girokonto auszahlen. Wer noch höhere Zinserträge möchte und dabei ein höheres Risiko nicht scheut, kann sein Geld auch in Investmentfonds anlegen. Dabei dürfen die Kosten nicht vergessen werden, sagt Lischke. Statt Aktienfonds werden gerade älteren Menschen wegen des geringeren Risikos oft auch Offene Immobilienfonds empfohlen.

Aber auch hier kann es zu Problemen kommen, wie zahlreiche Anleger jüngst erfahren mussten. Zwölf Fonds hatten im Oktober die Rücknahme von Fondsanteilen gestoppt, nachdem Anleger wegen der Finanzkrise ihr Geld panikartig abgezogen hatten. So ein Vorgang ist immer möglich, warnt Lischke. In jedem Fall sollte ein Investmentfonds also nicht das alleinige Mittel sein, um einen höheren Betrag anzulegen. Oft ist nach Expertenmeinung vielmehr eine Kombination verschiedener Produkte sinnvoll, um den Lebensunterhalt im Alter zu bestreiten. Auszahlpläne im Test Die Stiftung Warentest hat Bankauszahlpläne unter die Lupe genommen. Der beste Anbieter mit maximal zehnjähriger Laufzeit zahlt demnach 4,5 Prozent Zinsen. Wer 30 000 Euro in einen solchen Auszahlplan steckt, bekommt über zehn Jahre jeden Monat 309 Euro heraus, schreibt die Organisation in ihrer Zeitschrift «Finanztest». Schlechtere Anbieter zahlen nur 2,75 Prozent Zinsen. Hier bringen die 30 000 Euro nur 285 Euro monatlich. Der Vergleich der Angebote verschiedener Banken kann sich also bezahlt machen. Gerade in diesen Wochen ändern sich die Konditionen allerdings wegen der sinkenden Leitzinsen zum Schlechteren. Daher sollte besonders genau verglichen werden. Von Sebastian Knoppik, dpa

dpa-infocom


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