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Aktiver Alltag statt täglicher Sportstress

Stuttgart Wer viel Sport macht, fühlt sich besser und tut etwas für seine Gesundheit ­ dachten wir zumindest bisher.

Und so quält sich manch einer beim Joggen im nahe gelegenen Wald oder auf dem Laufband im Fitnessstudio ­ Minute für Minute, Kalorie für Kalorie.

Doch das muss nicht unbedingt sein. Für mehr Wohlbefinden reicht schon ein aktiver Alltag aus, behaupten der Stuttgart Wissenschaftler Professor Wolfgang Schlicht und sein Team.

«Die erzwungene tägliche Sporteinheit ist gar nicht unbedingt nötig», beruhigt der Sportwissenschaftler all diejenigen, denen es jeden Tag vorm abendlichen Training graut. Wichtig sei vielmehr, dass man aktiv durch den Alltag gehe und dies gerne tue, meint Schlicht. «Es kommt darauf an, dass wir konsequent nach unseren eigenen Überzeugungen handeln», betont der 57-jährige Forscher. Nur wer sich mit dem, was er tut, gut fühlt, kann auch sein Wohlbefinden steigern. Auf einen aktiven Lebenswandel komme es an, davon profitiere auch das gesamte Wohlbefinden, glaubt Schlicht.

Seit ungefähr einem Jahr beschäftigen sich Professor Wolfgang Schlicht, der Leiter des Instituts für Sport- und Bewegungsforschung an der Universität Stuttgart, und drei seiner Kollegen mit der Frage der Auswirkungen körperlicher Aktivität auf unser Wohlbefinden. Momentan arbeiten die Forscher noch an Pilotstudien. Dazu werden etwa 20 Probanden im Alter von mehr als 50 Jahren begleitet. Sie sind mit einem kleinen Beschleunigungsmesser und einem Palm, einer Art Taschencomputer, ausgestattet. Bewegen die Probanden sich, piept das Messgerät, und die Personen werden aufgefordert, in ihrem Palm eine Reihe von Fragen zu beantworten.

«So können wir Veränderungen im Wohlbefinden sekundengenau erfassen» - deutlich detaillierter als bei früheren Studien, erläutert der studierte Sport- und Politikwissenschaftler Schlicht. Bisher sei meist das Wohlbefinden der Probanden vor und nach dem Sport gemessen worden ­ doch darauf will die Forschergruppe um Wolfgang Schlicht gar nicht hinaus. Ihre Hypothese lautet, dass Aktivität im Alltag ab einem bestimmten Maß gesundheitlich wirksam ist, unabhängig von den sportlichen Aktivitäten eines Menschen.

Und diese Behauptung wollen die Forscher nun belegen. Nach den Pilotstudien soll im Herbst das eigentliche Projekt starten. «Bisher deutet einiges darauf hin, dass unsere Hypothesen auch zutreffen», freut sich Schlicht. Das Projekt ist eines von vielen aus dem Programm des Forschungsverbunds Aktivitätsbezogene Prävention, dem sogenannten FORAP. In ihm haben sich Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen aus Stuttgart und Tübingen im Herbst 2008 zusammengeschlossen, um gemeinsam zu forschen. So können die Experten auf verschiedensten Gebieten ihr Wissen zusammenbringen.

Für Wolfgang Schlicht ist es wichtig, ein aktives Alltagsbewusstsein zu entwickeln ­ und diese Erkenntnis lebt er auch selbst. Früher war der 57-Jährige aktiver Leichtathlet und sogar Bundestrainer; heute bleibt ihm für den Leistungssport keine Zeit mehr. «Das versuche ich durch einen aktiven Alltag zu kompensieren», erklärt der Forscher. Sport und die wissenschaftliche Beschäftigung damit faszinierten ihn schon immer, das Sport-, Psychologie- und Politikstudium war da nur die logische Folge. Von der Beschäftigung mit dem Leistungssport kam er dann zur Bewegungsforschung und untersucht nun alle wichtigen Faktoren für ein besseres Wohlbefinden. Egal, ob mit oder ohne Sport.

Institut für Sport- und Bewegungswissenschaft: www.sport.uni-stuttgart.de Von Miriam Schmidt, dpa

dpa-infocom


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