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Experte: Spritze gegen Blindheit für Diabetiker

Nürnberg 27 Diabetiker erblinden jeden Tag in Deutschland - doch eine neue Behandlungsmethode kann Augenärzten zufolge vielen Betroffenen die Sehkraft zurückbringen.

«Die Spritze gegen Altersblindheit kann man mit ganz großem Erfolg auch bei starker Wasseransammlung in der Netzhautmitte einsetzen», sagte der Präsident der Deutschen Augenchirurgen, Armin Scharrer. Auf dem Kongress der Augenspezialisten (18. bis 21. Juni) in Nürnberg soll das neue Verfahren den 5000 internationalen Teilnehmern erläutert werden.

Wenn sich der Blutzucker von Diabetikern im Tagesverlauf stark verändert, erkrankt die Netzhaut. In der milden Form kommt es zu punktförmigen Blutungen oder Aussackungen von Gefäßen. Bei der schwereren Form bilden sich laut Scharrer neue Gefäße in der Netzhaut. Das Bindegewebe fängt an zu wuchern, im Extremfall kann es sogar die Netzhaut abziehen. In beiden Fällen sammelt sich oftmals Wasser an der Stelle des schärfsten Sehens an. Betroffen seien davon etwa 400 000 Menschen in Deutschland, erläuterte Scharrer. Vielen von ihnen drohe die Erblindung.

Bislang habe man die Sehprobleme nur im Anfangsstadium per Laser behandeln können, sagte Scharrer. Eine neue, im letzten Jahr getestete Behandlungsmethode könne bei gut der Hälfte der Betroffenen die Sehkraft wieder deutlich verbessern. «Da wird im OP-Saal unter aseptischen Bedingungen ein spezielles Medikament in den hinteren Glaskörperraum gespritzt. Dieses Medikament führt dazu, dass die Netzhautmitte innerhalb von Tagen trocken wird und der Patient wieder besser sieht.»

Eigentlich stammt das Medikament aus der Behandlung von Dickdarmkrebs. Seit einiger Zeit wird es auch gegen Altersblindheit eingesetzt. Studien der letzten zwölf Monate hätten nun gezeigt, dass die neuen Wirkstoffe auch Diabetikern helfen. Sie seien zum einen entzündungshemmend und gefäßabdichtend, zum anderen verhindern sie neue Gefäße in der Netzhaut, erläuterte Scharrer. «Neubildungen von Gefäßen sind wie schadhafte Gartenschläuche. Da läuft viel Flüssigkeit aus, die eigentlich im Schlauch bleiben sollte.»

Nicht nur Ärzte und Patienten, auch die Krankenkassen hätten bereits positiv auf die Ergebnisse der Tests reagiert. «Die Methode ist noch nicht offiziell zugelassen, aber klinisch bereits anerkannt», sagte Scharrer. Er rechne mit einer Zulassung binnen eines Jahres.

Kongress der Augenspezialisten: www.doc-nuernberg.de

dpa-infocom


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